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Caspar-Friedrich-Wolff-Medaille an Prof. Dr. Kärin Nickelsen

08.07.2010 - (idw) Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.

Die Deutsche Gesellschaft für Geschichte und Theorie der Biologie (DGGTB) hat auf ihrer 19. Jahrestagung in Lübeck die Caspar-Friedrich-Wolff-Medaille an Prof. Dr. Kärin Nickelsen verliehen. Die Medaille wird in Anerkennung besonderer Verdienste um die Biologiegeschichte oder für eine herausragende wissenschaftliche Arbeit über ein biologiegeschichtliches Thema vergeben. Die diesjährige Preisträgerin ist Frau Prof. Dr. Kärin Nickelsen von der Universität Bern (Schweiz). Sie wurde 1972 in Niebüll geboren und studierte 1992-1999 in Göttingen Biologie, Wissenschaftsgeschichte, Deutsche und Russische Philologie. Bereits ihre Diplomarbeit Pflanzenzeichnungen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts zwischen Naturtreue und Theorie wurde 2000 mit dem international ausgeschriebenen Wilhelm-Dettmering-Nachwuchspreis der Georg-Agricola-Gesellschaft für Wissenschafts- und Technikgeschichte ausgezeichnet.
Von 1999-2002 absolvierte Frau Nickelsen ein Doktoratsstudium an der Universität Bern in Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte. Sie schloss, gefördert durch den Schweizerischen Nationalfonds, im Juni 2002 mit dem Thema: Entstehung, Inhalt und Funktion wissenschaftlicher Pflanzenbilder des 18. Jahrhunderts ab. Auf dem Kongress der International Union of the History and Philosophy of Science, Division of History of Science, 2005 erhielt Frau Nickelsen den Prize for Young Scholars in der Kategorie "Western Civilization".
Seit 2002 ist Frau Nickelsen Hochschulassistentin und Dozentin am Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Wissenschaftsgeschichte in Bern, seit 2006 ernannt zur Assistenzprofessorin. 2005 erhielt sie die Berufung in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.
Sie untersucht die Entstehung und Diskussion von Wissen in Gesellschaften und Akademien. Zentral ist die theoretische und historische Analyse experimenteller Forschung in den Biowissenschaften, ein Thema, dem sich vielschichtig ihre Habilitationsschrift "Of Light and Darkness. Modelling Photosynthesis 1840-1960" widmet, die wir heute mit der Caspar-Friedrich-Wolff-Medaille auszeichnen. Exemplarisch dient dazu die Geschichte der Aufklärung der Mechanismen der Photosynthese.
Die DGGTB ist überzeugt, dass dieser Ansatz von großem wissenschaftshistorischem Wert für die Fachdisziplin Biologie ist, da bis heute keine vergleichbare Studie zu diesem elementaren und zentralen Lebensprozess vorliegt.

Über den Preis
Der Namensgeber ist Caspar Friedrich Wolff (* 18. Januar 1734 in Berlin; 22. Februar 1794), Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg, ein deutscher Physiologe und einer der Begründer der modernen Embryologie. Er konnte anhand mikroskopischer Untersuchungen bei Pflanzen und Tieren die traditionelle Präformationslehre (der neue Keim sei von Anfang an in allen Einzelheiten ausgebildet und wachse nur noch heran) der Embryonen widerlegen und zeigen, dass sich aller Organe erst während der Embryogenese allmählich entwickeln. In Deutschland wurden seine in Sankt Petersburg veröffentlichten Ergebnisse erst verspätet wahrgenommen, nicht zuletzt durch das Interesse Goethes (1817). Schließlich wurden sie 1840 in das entscheidende Handbuch der Physiologie des Menschen aufgenommen und dadurch international bekannt. Nach Caspar Friedrich Wolff wurden heute noch gültige Benennungen für anatomische Strukturen geprägt, z. B. der Wolffsche Gang, der Wolffsche Körper.


Kontakt: Prof. Dr. Ragnar Kinzelbach (em.), Allgemeine & Spezielle Zoologie, Universität Rostock, Tel. 0381 498 6278
Weitere Informationen: http://www.geschichte-der-biologie.de/
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