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Bayerische Staatsbibliothek ersteigert bei Christie's eine wertvolle bayerische Handschrift

09.07.2010 - (idw) Bayerische Staatsbibliothek

Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützt Finanzierung

Der Bayerischen Staatsbibliothek ist ein weiterer großer Erwerbungserfolg gelungen. Bei der Auktion bei Christies am 7. Juli 2010 in London konnte für 121.250 Britische Pfund eine wichtige, bebilderte deutschsprachige Handschrift Kemptener Provenienz aus dem Jahr 1499 ersteigert werden. Die Erwerbung war nur dank großzügiger Unterstützung der Ernst von Siemens Kunststiftung möglich. Der nun erworbene Kodex enthält als wesentlichen Bestandteil einen Text, der den Titel Stifftung des Gotzhaus Kempten und Sant Hyltgarten Leben trägt. Zentrales Thema ist die Geschichte der Benediktinerabtei Kempten. Dabei wird auch das Leben von Karl dem Großen (747/748-814) und seiner Frau Hildegard (758-783), die große Förderer dieses Klosters waren, ausführlich geschildert. Das Werk gehört zu einer Reihe von Chroniken, die im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts entstanden sind. Als Verfasser gilt Johannes Birk von Biberach, der in Kempten Leiter der Stiftsschule war. Die Handschrift wurde 1499, sehr wahrscheinlich in Kempten selbst, geschrieben. Sie ist als einzige der Handschriften, die diesen Text überliefern, mit 59 ausdrucksstarken kolorierten Federzeichnungen versehen.

Die Handschrift ist wegen ihres engen Bezuges zu Kempten ein wichtiges Dokument zur Erforschung der Geschichte der Stadt. Die Erforschung der Federzeichnungen und des Verhältnisses der unter dem Titel Kemptener Chroniken zusammengefassten Texte erhalten durch diese Neuerwerbung wertvolle Anstöße.

Ich bin glücklich und stolz, dass nach dem herausragenden Kauf der Ottheinrich-Bibel 2007 und der Fugger-Genealogien 2009 nun dank des Engagements der Ernst von Siemens Kunststiftung erneut und nach so kurzer Zeit eine weitere bedeutende Neuerwerbung für die Bayerische Staatsbibliothek getätigt werden konnte, zumal die schwierige Haushaltslage eine Eigenfinanzierung keinesfalls erlaubt hätte, so Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek.

Der Kodex befand sich bis 1802 im Besitz der Abtei Kempten, danach in Privatbesitz. Er ergänzt aufs Schönste zwei weitere, nicht illustrierte Kemptener Chroniken der Bayerischen Staatsbibliothek, von denen jedoch ein Kodex stark restaurierungsbedürftig ist.

Die Bayerische Staatsbibliothek wird die Handschrift nach ihrem Eintreffen in München digitalisieren und mit den zwei Texthandschriften im Internet präsentieren. Eine Präsentation des Originals für die Öffentlichkeit wird es 2011 geben.

Über die Bayerische Staatsbibliothek:

Die Bayerische Staatsbibliothek, gegründet 1558 durch Herzog Albrecht V., ist eine der bedeutendsten europäischen Universalbibliotheken und genießt als internationale Forschungsbibliothek Weltrang. Gemeinsam mit anderen Bibliotheken bildet sie die virtuelle Nationalbibliothek Deutschlands. Mit knapp 10 Millionen Bänden, rund 55.000 laufenden Zeitschriften in gedruckter und elektronischer Form und über 93.000 Handschriften gehört die Bayerische Staatsbibliothek zu den bedeutendsten Wissenszentren der Welt.

Ansprechpartner:
Dr. Claudia Fabian
Abt. Handschriften und Alte Drucke
Tel.: +49 (0) 89/28638 2255
E-Mail: claudia.fabian@bsb-muenchen.de

Peter Schnitzlein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 (0) 89/28 638 2429
E-Mail: peter.schnitzlein@bsb-muenchen.de
Weitere Informationen: http://www.bsb-muenchen.de
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