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Die große Staatsanleihe kommt auch den digitalen Technologien zugute

28.07.2010 - (idw) Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

"Auf zu den Wolken!" so lautete das Motto der großen Staatsanleihe für den Bereich der digitalen Technologien. Von den 2,5 Milliarden Euro der großen Staatsanleihe (neue Bezeichnung "Investitionen in die Zukunft") für digitale Dienstleistungen, werden 700 Millionen dem Cloud Computing [1] zugute kommen. Die Nanotechnologien und die Softwareentwicklung erhalten ebenfalls Fördermittel. Insgesamt fließen 4,5 Milliarden Euro in den Bereich digitale Technologien. Industriekonzerne wie Dassault System investieren ebenfalls in diesen neuen Zweig der Informatik. Seine 3D-Visualisierungs-Software erfordert umfangreiche Rechenkapazitäten. Gemeinsam mit Orange und Thales, die sich zu einem Konsortium zusammengeschlossen haben, präsentierte das Unternehmen ein Projekt auf diesem Gebiet. Von den Ergebnissen dieser Initiative sollten jedoch alle Unternehmen profitieren, da immer mehr von ihnen auf das Outsourcing ihrer Informationssysteme zurückgreifen, um von den Vorteilen des "cloud" zu profitieren. Senator Bruno Retailleau zufolge ist der kompetente Umgang mit den eigenen IT-Systemen eine Frage der Souveränität und der Sicherheit.

Im Mai 2010 hatte Premierminister François Fillon das "Nationale Programm für den hochleistungsfähigen Internetzugang" vorgestellt, von dem vor allem bislang benachteiligte Gebiete profitieren sollen. Die Regierung stellt für dieses Programm 2 Milliarden Euro zur Verfügung. Im vergangenen Dezember hatte der französische Präsident zudem angekündigt, dass 750 Millionen Euro für die Digitalisierung der "Inhalte von Museen, Bibliotheken und des kinematographischen Erbes" bereitgestellt werden.

Jedoch werden diese Mittel erst freigegeben, wenn die Projekte die Zustimmung des Fonds für den digitalen Ausbau, unter der Leitung von René Ricol, erhalten. 25% der finanziellen Mittel sind reine Subventionen, die verbleibende Summe ist als Darlehen vorgesehen. Bruno Retailleau erklärt, dass die Senatoren ebenfalls ein Mitsprachrecht bei den Vergabekriterien wünschen und fordert, dass die Wirtschaftskommission des Senats im Überwachungsausschuss des Fonds vertreten ist. Die Kommission will u. a. sicherstellen, dass nicht nur Großkonzerne, sondern auch KMU von den Investitionen profitieren.

300 bis 400 Millionen Euro werden für die Entwicklung der Basistechnologien zur Verfügung gestellt. Dieser Begriff umfasst die Nanotechnologie, die Halbleiter, die Software, usw. Diese Förderung wird hauptsächlich den großen Forschungs- und Entwicklungszentren wie Grenoble zukommen. Die Restsumme wird auf kleinere und spezifische Projekte aufgeteilt: e-Gesundheit, Widerstandfähigkeit von Netzwerken, digitale Städte, intelligentes Transportwesen, e-Learning und intelligente Stromnetze. Die ersten Projektaufrufe werden noch in diesem Jahr gestartet. Der Beginn der Finanzierung ist für Ende 2011 und vor allem 2012 geplant.

[1] "Cloud Computing" (deutsch etwa Rechnen in der Wolke) ist ein Begriff aus der Informationstechnik. Er bezeichnet primär den Ansatz, abstrahierte IT-Infrastrukturen (z. B. Rechenkapazität, Datenspeicher), fertige Programmpakete und Programmierumgebungen dynamisch an den Bedarf angepasst über Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Die Abrechnung erfolgt dabei nutzungsabhängig.


Quelle: "Le grand emprunt favorisera l'informatique distribuée" - 25.06.2010
http://www.lesechos.fr/info/hightec/020628906181.htm

Redakteur: Etienne Balli, etienne.balli@diplomatie.gouv.fr

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