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Gemeinschaftlich genutzt - effizient und sauber?

28.05.2002 - (idw) Technische Universität Berlin

Forschungsprojekt der TU Berlin untersucht Brandenburgs ländliche Strukturen

Können gemeinsam genutzte Einrichtungen oder Dienstleistungen das Gemeinwesen in Gebieten mit dünner Besiedlung, hoher Arbeitslosigkeit, Überalterung und sozialer Segregation stabilisieren, weil sie ökonomisch arbeiten? Diese Frage wird zur Zeit exemplarisch von einem Forschungsverbund an Gemeinschaftsnutzungseinrichtungen in Brandenburg untersucht.

Unter dem Titel "Gemeinschaftsnutzungsstrategien als Faktor für Stabilisierung und nachhaltige Entwicklung in ländlichen Räumen Brandenburgs" wird das Projekt im Rahmen des BMBF-Förderprogramms "Nachhaltiges Wirtschaften: Möglichkeiten und Grenzen von neuen Nutzungsstrategien" für die nächsten drei Jahren gefördert. Seit Dezember 2001 wird es von Dr. Susanne Schön und Dr. Ines Weller von der TU Berlin geleitet. Das interdisziplinäre Projekt wird im Verbund mit der Landesagentur für Struktur und Arbeit in Brandenburg GmbH, dem Technologie-Netzwerk Berlin e.V., dem nexus-Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung sowie in Kooperation mit Praxispartnern aus Brandenburg durchgeführt.

Einrichtungen zur Gemeinschaftsnutzung sind öffentlich zugänglich, lokal verankert und auf Dauer angelegt. Ihre finanziellen Gewinne dienen dem Erhalt der Einrichtung oder werden gemeinwohlorientiert verwendet. Dazu zählen beispielsweise landwirtschaftliche Maschinenringe oder Dorfgemeinschaftshäuser.

Die Forscher und Forscherinnen arbeiten eng mit den lokalen Akteurinnen und Akteuren zusammen. Nachdem die brandenburgischen Einrichtungen erfasst sind, werden für drei Modellprojekte Beratungs- und Unterstützungskonzepte entwickelt und erprobt, die auch politische und rechtliche Gestaltungsempfehlungen umfassen. Das Teilprojekt Implementationsforschung ist am Zentrum Technik und Gesellschaft (ZTG) der TU Berlin angesiedelt. Es untersucht Faktoren, die eine gemeinschaftliche Nutzung fördern oder erschweren. Ein anderes Teilprojekt im Fachgebiet Sozial-ökologische Forschung/Feministische Umweltforschung geht der Frage nach, welche Potenziale für die Entlastung der Umwelt Gemeinschaftsnutzungen enthalten. Die Ergebnisse der Teilprojekte fließen in die abschliessende Gesamteinschätzung der Potenziale von Gemeinschaftsnutzungseinrichtungen für eine nachhaltige Entwicklung in ländlichen Räumen ein. Hierbei werden auch mögliche Zielkongruenzen und -konflikte zwischen ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Dimensionen von Gemeinschaftsnutzungen benannt.

Weitere Informationen erteilen Ihnen gern: Ulrike Schumacher, Zentrum Technik und Gesellschaft, Tel.: 030/314-23796, Fax: 030/314-26917, E-Mail: schumacher@ztg.tu-berlin.de und Angelika Tisch, Institut für Technische Akustik, Tel.: 030/314-79859, Fax: 030/314-26676, E-Mail: a.tisch@berlin.de
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