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Mitgliedschaft bleibt eine feste Größe

20.08.2010 - (idw) Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH

Engagement-Forscher: Stabile, aber sozial differenzierte Beteiligung Es wird viel geklagt über zurückgehendes Bürger-Engagement in Parteien und Organisationen. Aber ein genauer Blick zeigt: Die Mitgliedschaft bleibt für viele Bürger eine wichtige Form gesellschaftlichen Engagements. Nur setzen sie neue Akzente. Kleine Parteien und Umweltorganisationen gewinnen, große Parteien, Gewerkschaften und die großen Kirchen verlieren Mitglieder. Die WZB-Forscher Dietmar Dathe, Eckhard Priller und Marleen Thürling haben die langfristige Entwicklung der Mitgliedszahlen in gesellschaftlichen Organisationen untersucht und zeichnen im neuen WZBrief Zivilengagement ein differenziertes Bild.

Große Parteien und Gewerkschaften haben über Jahre massive Mitgliederverluste zu verzeichnen. Die Grünen, Die Linke und die FDP konnten in den letzten fünf Jahren dagegen viele neue Mitglieder gewinnen. Auch Umweltschutzorganisationen verzeichneten Erfolge. Beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, dem Naturschutzbund und Greenpeace stieg die Zahl der Mitglieder seit 1991 zusammen um 60 Prozent. Insgesamt ist die Zahl der Mitgliedschaften in Deutschland konstant: 1991 wurden 6,39 Millionen Mitgliedschaften gezählt, 2009 sind es 6,43 Millionen.

Die Mitgliedschaft in einer politischen oder gesellschaftlichen Organisation ist auch ein allgemeiner Indikator für soziale Einbindung, zeigen die Engagement-Forscher. Wer Mitglied ist, ist auch jenseits der eigenen Organisation häufiger aktiv. Die Mitgliedschaft als Form der sozialen Beteiligung bleibt also wichtig. Manche Bevölkerungsgruppen sind häufiger Mitglied einer Organisation als andere. Frauen, Jugendliche und Arbeiter sind unterrepräsentiert, während die Mittelschicht und vor allem die Bildungselite die Mitgliederstrukturen zunehmend dominieren. Die Organisationen könnten sozial exklusiver werden, wenn sie keine Wege finden, möglichst alle Schichten einzubeziehen.

Der WZBrief Zivilengagement ist im Internet unter http://www.wzb.eu/wzbriefzivilengagement als PDF abrufbar. Ein Mailservice, der über jede neue Ausgabe des WZBrief informiert, kann entweder dort oder per E-Mail abonniert werden: wzbriefzivilengagement@wzb.eu. Der WZBrief erscheint ausschließlich elektronisch.

Pressekontakt:
Dr. Paul Stoop, Informations- und Kommunikationsreferat, Tel.: 030-25491-513, E-Mail: paul.stoop@wzb.eu

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