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Multiple-Sklerose-Forschung: In Münster entsteht eine Blutproben-Bibliothek

10.09.2010 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Münster (mfm) - Blutspender gesucht ein häufiger Appell, vor allem, wenn der notwendige Lagerbestand besorgniserregend abnimmt. Auch das Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Heinz Wiendl ist auf Blutproben angewiesen aber nicht für Transfusionen, sondern aus einem nicht minder wichtigen Grund: Der Medizinprofessor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) erforscht Entstehung und Verlauf der Multiplen Sklerose (MS). Dafür baut er eine Biobank mit Blutproben auf. Ein solches Blutproben-Archiv muss man sich vorstellen als eine Art Bibliothek, eine Datenquelle mit Tausenden Informationen, in der Wissenschaftler immer wieder nachschlagen können, um wichtige Daten für ihre Forschung zu gewinnen, so Wiendl, der am Universitätsklinikum Münster (UKM) die neu eingerichtete Klinik für Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems und Neuroonkologie leitet. Dort werden nun Blutproben von 1.000 Patienten mit Multipler Sklerose und anderen inflammatorischen also entzündlichen - Erkrankungen gesammelt aber zudem auch 200 Proben von gesunden Spendern. Denn erst der Vergleich von Untersuchungsmaterial aus beiden Gruppen ermöglicht aussagekräftige wissenschaftliche Untersuchungen und damit neue Therapieansätze.

Der einzige Unterschied zur üblichen Blutspende: Hier werden nur rund 200 Milliliter Blut abgenommen, sonst ist es mehr als das Doppelte. Die Proben werden weder genetisch oder gentechnisch verändert noch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt, sondern lediglich anonymisiert - aufbewahrt und analysiert. Jeder Spender unterstützt damit unsere Forschungen und die Suche nach neuen Therapien, erklärt Prof. Wiendl, der neben seiner Direktorentätigkeit auch Sprecher des deutschen Kompetenznetzwerkes für Multiple Sklerose ist.

Ein erster Spendenaufruf war bereits so erfolgreich, dass der Bedarf an Proben gesunder Erwachsener weitgehend gedeckt ist und der Aufbau der Blutproben-Bibliothek starten kann. Biobanken erlauben uns extrem wichtige Einblicke in die Krankheitsentstehung und Prognose, aber auch ob und wie ein Medikament bei einem Patienten anschlägt, können wir daraus ablesen, so Wiendl zum Nutzen des Projekts.

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