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Sofja-Kovalevskaja-Preisträger kommt an die LMU - Brandon Dotson erforscht tibetischen Buddhismus

22.09.2010 - (idw) Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Tibetologe Dr. Brandon Dotson erhält einen Sofja-Kovalevskaja-Preis. Er wird am Institut für Indologie und Tibetologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München eine eigene Forschungsgruppe aufbauen und dort fünf Jahre lang forschen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt bereits zum fünften Mal den mit bis zu 1,65 Millionen Euro dotierten Preis an junge Forschertalente, die damit in einer frühen Phase ihrer Karriere Risikokapital für innovative Projekte erhalten. In diesem Jahr wurden insgesamt 18 Preisträger ausgewählt. Brandon Dotson wird an der LMU insbesondere über das Verhältnis von Königtum und Religion in Tibet und angrenzenden Regionen forschen. Im Zentrum seiner Analysen steht dabei die Frage, wie sich die heutige Form des Buddhismus in Tibet entwickelt hat.

Der Dalai Lama ist hierzulande vor allem bekannt als Verfechter eines selbstständigen Tibet. Dass er sowohl weltliches als auch geistliches Oberhaupt der Tibeter ist und als solcher ein hoher Repräsentant einer speziellen Ausformung des Buddhismus, steht dabei weniger im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Diese Doppelfunktion hat eine lange Tradition. Bereits vom siebten bis elften Jahrhundert wurde Tibet von einer Dynastie zugleich weltlicher und religiöser Könige regiert. Wie sich hieraus die heutige Form des Buddhismus mit dem Dalai Lama als Oberhaupt entwickelte, untersucht Brandon Dotson. Er wertet hierfür früheste schriftliche Quellen aus und deutet zeitgenössische Rituale und Feste.

Mit der Dominanz der Lehre des Buddha und ihren unterschiedlichen Überlieferungen in Tibet ab dem zehnten und elften Jahrhundert erfuhr das Bild des tibetischen Königs einen Wandel, und es entwickelte sich ein kulturelles Milieu, in dem die politische Bedeutung der Könige eher gering war und das Ideal des religiösen Lehrers oder des Lama in den Vordergrund rückte. Zu verstehen, wie dieser Wandel in Tibet, aber auch in den angrenzenden Himalaya-Ländern verlief, soll nicht nur einen entscheidenden Beitrag leisten für das Verständnis der tibetischen Kultur, sondern auch Erkenntnisse über das Verhältnis von Königtum und Religion in anderen Ländern Asiens liefern.

Dr. Brandon Dotson wurde 1978 in den USA geboren. Er studierte Religion an der Wesleyan University in Middletown, Connecticut, sowie Tibetologie und Orientwissenschaften an der University of Oxford, Großbritannien, wo er 2006 promoviert wurde. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Chengdu, China, und Lhasa, Tibet. Von 2006 bis 2008 lehrte er in London, Großbritannien und ging dann zurück nach Oxford. Zuletzt hatte er eine Gastprofessur an der University of California in Santa Barbara inne. Brandon Dotson wird am Lehrstuhl von Professor Franz-Karl Erhard, Institut für Indologie und Tibetologie, forschen.

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