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Ganzheitliche Naturwissenschaften - fächerübergreifender Unterricht

28.05.2002 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Komplexe Abläufe auf der Erde, z. B. die Klimaerwärmung, können Lehrer ihren Schülern nur dann erklären, wenn sie die Grenzen des eigenen Fachs verlassen und über den Tellerrand schauen. Forscher und Lehrer treffen sich daher vom 3. bis 5. Juni 2002 in der RUB, um neue Formen des naturwissenschaftlichen Unterrichts zu erarbeiten. Das Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der RUB (Fakultät für Geowissenschaften), das Koordinierungsbüro Geotechnologien, Potsdam, und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Kiel, veranstalten die Tagung.

Bochum, 28.05.2002
Nr. 137


Die Erde als Modell
Forscher und Lehrer entwickeln neue Unterrichtsformen
Tagung in der Ruhr-Universität: Ganzheitliche Naturwissenschaften


Komplexe Abläufe auf der Erde, z. B. die Klimaerwärmung, können Lehrer ihren Schülern nur dann erklären, wenn sie die Grenzen des eigenen Fachs verlassen und über den Tellerrand schauen. Forscher und Lehrer treffen sich daher vom 3. bis 5. Juni 2002 in der RUB, um neue Formen des naturwissenschaftlichen Unterrichts zu erarbeiten. Das Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik der RUB (Fakultät für Geowissenschaften), das Koordinierungsbüro Geotechnologien, Potsdam, und das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften, Kiel, veranstalten die Tagung.

Komplexes System Erde

Die Grundidee der Veranstaltung ist, den klassischen Fachunterricht - Physik, Chemie, Mathematik, Biologie und Geographie - durch einen neuen naturwissenschaftlichen Unterricht zu ergänzen. "Natürliche Prozesse auf der Erde beschränken sich auch nicht auf eines der klassischen Schulfächer", so Prof. Dr. Hans-Peter Harjes, Lehrstuhl für Geophysik der RUB und Mitveranstalter des Treffens. "Prozesse wie der globale Kohlenstoffkreislauf oder die Klimaerwärmung lassen sich nur durch das Zusammenwirken aller klassischen Fächer erklären und verstehen." Der neue, ganzheitliche Unterricht in Naturwissenschaften soll das Verständnis der Schüler für die Dynamik der Erde und ihren Systemcharakter stärken und verbessern.

Experiment-Zutaten aus der Küche

Wissenschaftler des Kieler Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften erarbeiten das neue Programm. Die Forscher bieten die ersten Unterrichtsmodule als Erprobungsfassungen für die Oberstufe an: Es besteht aus der Arbeit mit interaktiven Computereinheiten und einfach aufzubauenden Experimenten. So werden auch komplexe Phänomene wie der Golfstrom oder ein Wirbelwind anschaulich und verständlich. "Mehr als 80 Prozent der erforderlichen Zutaten findet man in der eigenen Küche", meint Dr. Frank Siemer von der Kieler Forschungsgruppe.

Konkrete Materialien für Lehrer

Erste Erfahrungen zeigen, dass Jugendliche von dem neuartigen Unterricht begeistert sind. Lehrer sollen nun konkrete Materialien erhalten, die zukünftig einen fächerübergreifenden Unterricht erleichtern. "Ausgebildet in den klassischen Schulfächern sind viele Lehrer noch unsicher, sich über die Grenzen des eigenen Faches hinaus auf neues Terrain zu wagen", sagt Dr. Ludwig Stroink, Leiter des Koordinierungsbüros Geotechnologien. "Daher bietet das Forschungsprogramm Geotechnologien, das neben der eigentlichen Forschungsarbeit auch die Verbreitung der Forschungsergebnisse in der Öffentlichkeit fördert, Veranstaltungen wie die jetzt in Bochum stattfindende Lehrerfortbildung an."

Vorbild Großbritannien

In den angelsächsischen Ländern ist die Zusammenarbeit zwischen Forschern und Schulen wesentlich weiter fortgeschritten als in Deutschland. Erste Ansätze, wie etwa die Teilnahme von Schülern aus Niedersachsen an einer Expedition mit dem Forschungsschiff "Polarstern" in das Südpolarmeer, gibt es aber auch in Deutschland. Das jetzt begonnene Projekt wird diese Tendenz weiter stärken.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Hans-Peter Harjes, Lehrstuhl für Geophysik, Fakultät für Geowissenschaften der RUB, NA 3/165, Tel. 0234/32-23271, Fax: 0234/32-14181, E-Mail: harjes@geophysik.ruhr-uni-bochum.de

Koordinierungsbüro Geotechnologien, Pressereferent Dr. Andreas Gundelwein,

Tel.: 0331/288-1073, Fax: 0331/288-1077, E-Mail: gundel@gfz-potsdam.de

Geotechnologien im Internet: http://www.geotechnologien.de
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