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Modellbasierte SW-Entwicklung zum Aufbau Service-orientierter Architekturen

18.07.2003 - (idw) Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE und der Compuware GmbH zum Thema "Service Oriented Architectures" informierte während einer Roadshow über Perspektiven und Grenzen von Web-Services. Neben der Betrachtung der technischen Grundlagen derartiger Web-Services wurde die Bedeutung eines modellbasierten Entwicklungsansatzes hervorgehoben. Darüber hinaus wurde die Entwicklungsumgebung OptimalJ von Compuware als umfassendes Werkzeug zur Erstellung von Web-Services vorgestellt.

Das Thema Service Oriented Architectures wird auch in den Software-Zentren Deutschlands mit zunehmendem Interesse diskutiert. Das zeigte eine Veranstaltungsreihe, die das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE und die Compuware GmbH nach Berlin, Hamburg, Köln und München führte. Repräsentanten des Forschungsinstituts und Mitarbeiter des Software-Unternehmens informierten während dieser Roadshow über Perspektiven und Grenzen von Web-Services. Nur auf der Basis eines modellbasierten Entwicklungsansatzes, so die Referenten, werden Web-Services zu einer Zukunftstechnologie.

In der Beurteilung der aktuellen Herausforderungen auf dem Gebiet der Entwicklung von Unternehmensapplikationen stimmten die Experten von Compuware und des Fraunhofer IESE mit der allgemein in Fachkreisen dominierenden Meinung überein. Auch sie konstatierten, dass das schlechte Zusammenspiel web-basierter Anwendungen, die hohen Wartungskosten bei traditionellen Integrationslösungen, extreme Kostensteigerungen beim Umstieg auf Java sowie die kaum noch beherrschbare Komplexität von Software-Systemen Entwickler dazu zwingen, neue Wege zu beschreiten. Doch die großen Erwartungen, welche man an das von der Web Services Interoperability Organization (WS-I) propagierte Konzept einer Service Oriented Architecture knüpft, wurden von ihnen gedämpft. Diese netzübergreifende Infrastruktur soll es ermöglichen, dass Anwendungen, die als Web-Services im Internet bereitgestellt werden, miteinander kommunizieren und somit zum Beispiel Geschäftsprozesse integriert werden. Als technische Grundlagen für die Kompatibilität derartiger Web-Services dienen das plattformunabhängige
XML-basierte SOAP (Simple Object Access Protocol), die Web Services Description Language WSDL und Datenbanken, in denen Web-Services publiziert werden.

Nach gemeinsamer Einschätzung von Compuware und des Fraunhofer IESE sind Web-Services und die Service Oriented Architecture (SOA) kein Garant für eine nachhaltige Lösung heute anstehender Integrationsprobleme. Einige der technischen Probleme, die sich aus plattformbedingten Inkompatibilitäten und dem Zusammen-spiel von Anwendungen über das Internet ergeben, können zwar mit dem von der WS-I propagierten Konzept der SOA gelöst werden. Doch entstehen erhebliche Wartungsprobleme, wenn Software-Entwickler sich darauf beschränken, ihren Code als Web-Service zu publizieren. Vielmehr ist es erforderlich, Web-Services auf der Grundlage eines modellbasierten Designs zu entwickeln. "Service Oriented Architecture und Web-Services sind gewiss ein gewaltiger Schritt nach vorne", so Dirk Muthig vom Fraunhofer IESE. "Aber Software-Entwickler bleiben damit auf der Hälfte der Strecke stehen, wenn sie nicht bereit sind, ihre serviceorientierten Applikationen aus technologieunabhängigen Modellen abzuleiten."

Auf dem Gebiet der modellbasierten Entwicklung wurden am Fraunhofer IESE in den vergangenen fünf Jahren die erforderlichen Vorarbeiten geleistet, die es Entwicklern heute ermöglichen, zum Beispiel Geschäftsprozesse und Logiken in einer Metasprache zu beschreiben und aus den resultierenden generischen Modellen über diverse Zwischenschritte halbautomatisch lauffähigen Code zu erzeugen. Einige Prinzipien dieser Vorgehensweise sind die Domänenanalyse, das Scoping, das Design von Produktlinien und modellorientierte Qualitätskontrollen. Das Fraunhofer IESE hat auf dieser Grundlage eine Palette von Dienstleistungen und Werkzeugen entwickelt, die Software-Entwicklungsorganisationen angeboten werden, welche den Schritt zur nachhaltigen Software-Entwicklung vollziehen wollen.

Die Entwicklungsumgebung OptimalJ wird von Compuware als umfassendes Werkzeug zur Erzeugung von technologieunabhängigen UML-Domänenmodellen, zur Generierung von Applikationsmodellen für die J2EE-Plattform und zu deren automatischer Überführung in Code angeboten. Web-Services, die mit OptimalJ entwickelt wurden, erfüllen die heute zunehmend wichtigen Anforderungen nach Konsistenz, Wartbarkeit und Wiederverwendbarkeit, weil sie notwendigerweise auf einem Modell beruhen, das zwischen Prozessen und Plattformen konsequent unterscheidet. Hervorzuheben ist, dass OpitmalJ Software-Designern die notwendige Unterstützung zur feingranularen Modellierung von Prozessen bietet, sodass Anforderungen unternehmensspezifisch erfasst und in optimale Web-Services umgesetzt werden können. Nicht zuletzt der offene Ansatz von OptimalJ, der mit der Model Driven Architecture der Object Management Group konform geht, gewähr-leistet, dass diese Entwicklungsumgebung ein Höchstmaß an Zukunftssicherheit bietet.


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Kerstin Bachmann
Compuware GmbH
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