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Internationale und nationale Tagung "Perspektiven des Grünen Bands" erfolgreich beendet

18.07.2003 - (idw) Bundesamt für Naturschutz

Deklaration von Bonn verabschiedet

Bonn, 17. Juli 2003: Mit der Verabschiedung der Deklaration von Bonn, in der sich die Mehrheit der Teilnehmer zum Erhalt der unberührten Flächen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze ausspricht, ging gestern Abend die internationale und nationale Tagung zu den "Perspektiven des Grünen Bands" zu Ende. Als Ehrengast nahm Michail Gorbatschow an der Veranstaltung anlässlich des zehnjährigen Amtsjubiläums des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) teil. Als Präsident der Stiftung "Green Cross International" unterzeichnete Gorbatschow ein Abkommen mit dem Deutschen Naturschutzring (DNR) über die zukünftige Zusammenarbeit.

Hintergrund der Fachtagung waren die Ergebnisse von Studien und einzelnen grenzüberschreitenden Naturschutzprojekten, die gezeigt haben, dass sich vom Nordmeer bis zur Adria entlang weiter Abschnitte der ehemaligen Grenze zwischen Ost und West ein System wertvoller Lebensräume erhalten bzw. entwickelt hat. So ergab eine durch das BfN geförderte Studie des Bund Naturschutz Bayern für Deutschland, dass noch rund 85 Prozent dieses Streifens entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze als naturschutzfachlich wertvoll einzustufen sind. Aufgrund der besonderen Grenzsituation konnte sich die Natur auf langen Strecken ungestört entwickeln. Dies betrifft sowohl den eigentlichen Grenzstreifen als auch größere angrenzende Gebiete, in denen ein besonderer Reichtum an gefährdeten Arten und Lebensräumen erhalten blieb.

Diese hohe Bedeutung des Grünen Bandes wurde auch von den anderen Anrainerstaaten Europas erkannt und führte dort zu Initiativen zum Schutz einzelner besonders wichtiger Gebie-te oder sogar eines Verbundes von Räumen entlang der Grenze. Da sich viele wertvolle Gebiete beiderseits der Grenze fortsetzen, ist hier eine grenzübergreifende Kooperation besonders wichtig. "Im Kontext der Erweiterung der Europäischen Union gewinnt auch die Umsetzung gemeinsamer Naturschutzziele als Beitrag zur Überwindung der historischen Trennung Europas zunehmend an Bedeutung," sagte Bundesumweltminister Jürgen Trittin. "Damit besteht die Chance, ein 'Grünes Band' als gesamteuropäisches Biotopverbundsystem zu erhalten und weiter zu entwickeln," ergänzte BfN-Präsident Hartmut Vogtmann.
Der internationale Teil der Tagung "Perspektiven des Grünen Bandes" sollte dazu beitragen, diesem Ziel ein Stück näher zu kommen. In sehr anregenden Beiträgen wurden von hochrangi-gen Vertretern aus Finnland, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, der Russischen Föderation, der Slowakei, Tschechien und Ungarn sowie der Kommission der Europäischen Union und der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) die Ziele und Erfahrungen ihrer Naturschutzaktivitäten und die Perspektiven internationaler Zusammenarbeit vorgestellt. "Ein europäisches Grünes Band bietet sich als Gegenstand der Zusammenarbeit an, da es einen guten Rahmen für Projekte darstellt und Verbindungen zu vielen Staaten ermöglicht," so Bundesumweltminister Jürgen Trittin.

Die Realisierung eines europäischen Grünen Bandes wird auch ein Ziel der Zusammenarbeit des Green Cross International (GCI) mit dem Deutschen Naturschutzring (DNR) sein. Über eine solche Zusammenarbeit wurde im Rahmen der Tagung in Anwesenheit von Michail Gorbatschow, dem Präsidenten des GCI und Bundesumweltminister Trittin, über zukünftige Projekte diskutiert. GCI wird in Zukunft durch Global Green Germany (GGG) in Deutschland vertreten sein und dem DNR angehören.

Im nationalen Teil der Tagung wurde ein weiterer Beitrag zur Umsetzung von Naturschutzprojekten im Bereich des Deutschen Grünen Bandes geleistet. Dazu wurden von Akteuren auf Ebene der EU, des Bundes, der Länder und der Naturschutzverbände Erfahrungen ausgetauscht, Probleme besprochen und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert. Neben vielfältigen Aktivitäten von Kommunen, Kreisen, Bundesländern und Naturschutzverbänden ist auch das Bundesumweltministerium seit mehr als zehn Jahren durch die Förderung von Naturschutzgroßprojekten am Grünen Band aktiv. Das bedeutendste Vorhaben stellt dabei die "Schaalsee-Landschaft" an der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern dar. Alleine dieses Vorhaben wird durch das Bundesumweltministerium mit insgesamt fast 15 Millionen Euro gefördert. Außerdem wird es für die Bundesländer künftig deutlich leichter sein, Schutzgebiete im Grünen Band auszuweisen. "Ich freue mich, dass der Bundesfinanzminister jetzt grundsätzlich bereit ist, den Ländern die Flächen, die dem Mauer-grundstücksgesetz unterliegen, unentgeltlich zu übertragen, sobald vorliegende Rückübertragungsansprüche geklärt sind", so der Bundesumweltminister.

Am Ende der Tagung verabschiedeten die Teilnehmer eine "Deklaration von Bonn". Darin wird noch einmal die hohe naturschutzfachliche Bedeutung des Grünen Bandes festgestellt und die Notwendigkeit betont, dass alle verantwortlichen Verwaltungen, die Politik aber auch die Ver-bände sich umfassend für das Grüne Band einsetzen und dabei vertrauensvoll sowohl organisationsübergreifend als auch über Grenzen hinweg zusammen arbeiten sollen.

"Die Veranstaltung stellte insgesamt einen wichtigen Startpunkt für eine längerfristige gemeinsame Kampagne dar, das Grüne Band als zentrale nationale und europäische Verbundachse zu bewahren und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Einigung Europas zu leisten", so das Fazit von Hartmut Vogtmann.
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