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Nürnberger Forum zum Verhältnis zwischen Medien und Religionen

24.09.2010 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Der Karikaturenstreit aus dem Jahr 2005 macht es ebenso deutlich wie die Aussagen Thilo Sarrazins zur Integration von Muslimen in Deutschland: Die Wahrnehmung von Religion in der Öffentlichkeit wird zu einem nicht unerheblichen Maß von den Medien beeinflusst. Über die Herausforderungen für die interkulturelle Bildung, die aus diesem Wechselspiel zwischen Medien und öffentlicher Wahrnehmung entstehen, diskutieren Experten beim 10. Internationalen Nürnberger Forum. Dieses wird vom Lehrstuhl für Religionspädagogik (Prof. Pirner und Prof. Lähnemann) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) veranstaltet. Zum Nürnberger Forum werden mehr als 50 namhafte Referenten aus Politik, Wissenschaft und Medien sowie Vertreter verschiedener Religionen aus zwölf Ländern erwartet. Unter anderen wirken der Bamberger Erzbischof Dr. Ludwig Schick und der ehemalige Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein mit. Von der FAU beteiligen sich neben Uni-Vizepräsidentin Prof. Johanna Haberer insgesamt 13 Professoren und Wissenschaftler, unter ihnen Prof. Dr. Manfred Pirner und Prof. Dr. Heiner Bielefeldt, seit Kurzem Sonderberichterstatter der UNO für Religionsfreiheit.

Prof. Bielefeldt spricht bei der Auftaktveranstaltung am Mittwoch über Medien und Menschenrechte. Eine kritische Perspektive. Anhand von Beispielen will er belegen, wie die Medien als Resonanzboden stereotyper Wahrnehmungen und populistischer Ressentiments fungieren können.
Prof. Pirner widmet sich am Freitag dem Thema Medien und interreligiöses Lernen Kriterien aus religionspädagogischer Perspektive. Er geht davon aus, dass Medien für die Sozialisation heutiger Kinder und Jugendlicher eine bedeutsame Rollen spielen und auch das Bild prägen, das Heranwachsende sich von Religion machen.
Theologische Medienethik als Ethik der Öffentlichkeit. Eine evangelische Perspektive ist der Vortrag von Prof. Haberer am Samstag überschrieben. Sie stellt die These auf, dass das Christentum eine Medienreligion ist und im Laufe der Jahrtausende immer wieder neue Medien reflektierend genutzt hat. Unter anderem belegt sie dies anhand der Beobachtung, dass Kirchen nach den Kriegsjahren zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Entwicklung der elektronischen Massenmedien bis hin zur digitalen Revolution kommentierend und intervenierend begleitet haben. Daraus leitet sich für Haberer die Frage nach einer theologischen Medienethik umso dringlicher ab.

Eine besonders wichtige Rolle kommt beim diesjährigen Nürnberger Forum den Medienvertretern, Medienpädagogen und Medienpolitikern zu. Erwartet werden etwa Prof. Dr. Norbert Schneider (Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen) sowie Stéphane Beemelmans (Ministerialdirektor im Bundesinnenministerium). Am Donnerstagabend wird Daniel Gerlach, Autor des aktuellen ZDF-Dokufilms Wohin treibt der Islam?, für ein Filmgespräch zur Verfügung stehen.

Ziel des Kongresses ist es, über die meinungsbildende Macht der Medien aufzuklären und sich damit kritisch auseinanderzusetzen. Das Forum will eine Plattform zum Meinungsaustausch zwischen religiösen, weltanschaulichen, politischen und kulturellen Positionen bieten. Von den Gesprächen sollen Impulse für die wissenschaftliche Forschung und die gesellschaftliche Diskussion ausgehen.


Das Internationale Nürnberger Forum wird im Bildungszentrum St. Paul, Dutzendteich 24 in Nürnberg abgehalten. Die Auftaktveranstaltung mit Vorträgen und einer Podiumsdiskussion startet am Mittwoch, 29. September, um 14.30 Uhr, die Vorträge beginnen von Donnerstag bis Samstag, 30. September bis 2. Oktober, jeweils um 8.30 Uhr. Weitere Informationen, Anmeldung und genauer Zeitplan unter www.nuernberger-forum.uni-erlangen.de.

Mehr Informationen:
Prof. Dr. Manfred Pirner
Tel.: 0911/5302-548
manfred.pirner@ewf.uni-erlangen.de

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