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Internationales Symposium der Biotechnologie an der Hochschule Lausitz

27.09.2010 - (idw) Hochschule Lausitz (FH)

Die Hochschule Lausitz (FH) in Senftenberg ist vom 30. September bis zum 2. Oktober 2010 Gastgeberin für ein internationales Symposium der Biotechnologie. Rund 70 Experten aus namhaften Forschungseinrichtungen und Unternehmen Europas und der USA tauschen ab Donnertag im Konrad-Zuse-Medienzentrum neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Im Mittelpunkt steht die Nutzung von Mikroorganismen, insbesondere von Pilzen und deren Enzymen, für technische Zwecke.

Unterstützt wird die Veranstaltung von drei Fachgesellschaften. Die Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie e.V. (VAAM), die Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. (DECHEMA) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) wirken sowohl bei der Organisation als auch bei der Finanzierung mit.

Fünf international anerkannte Wissenschaftler aus Akademie und Industrie werden Übersichtsvorträge halten. Dazwischen wird es 14 Kurzvorträge von Nachwuchswissenschaftlern, überwiegend Doktoranden, geben. Zudem werden 13 Poster ausgestellt, die detaillierte Diskussionen von Person zu Person anregen sollen.

Ein interessantes Thema wird die aktuelle Entwicklung auf dem Gebiet der Penicillin-Produktion sein. Penicillin wird zwar seit Jahrzehnten mit Pilzen hergestellt und dann enzymatisch und chemisch modifiziert, die Effizienz aller Verfahrensschritte aber stetig gesteigert. Marco van den Berg, der aus Holland nach Senftenberg kommen wird, hat erst vor kurzem die Genomsequenz eines wichtigen Produktionspilzes veröffentlicht. Er arbeitet bei DSM-Anti-Infectives in Delft, einem von zwei Produzenten in Europa, die dem wachsenden Konkurrenzdruck aus Fernost standgehalten haben.

Die weiteste Anreise wird David Wilson auf sich nehmen. Er ist Professor an der Cornell University in Ithaca (New York, USA). Wilson ist Experte auf dem Gebiet der Cellulasen. Diese Enzyme könnten an Bedeutung gewinnen, wenn es gelänge, sie im großen Maßstab für die Herstellung von Bioethanol einzusetzen. Bioethanol wird zurzeit auch in Deutschland aus Stärke hergestellt. Das ist umstritten, da das Getreidekorn, aus dem die Stärke gewonnen wird, traditionell bei der Herstellung von Lebensmitteln Verwendung findet.

Dagegen gibt es für den Einsatz des Getreideabfalls Stroh, das überwiegend aus Cellulose besteht, keine Einwände, ihn in Treibstoff umzuwandeln. Die Anstrengungen zur Herstellung dieses sogenannten Bioethanols der zweiten Generation nehmen auch in Deutschland zu.

Ganz besonders spannend wird es für die Doktoranden, die nur jeweils 15 Minuten Zeit haben werden, um ihre komplexen Experimente vorzustellen. Zwei von ihnen haben in Senftenberg Biotechnologie studiert und arbeiten hier auch an ihren Doktorarbeiten. Ihre Ergebnisse in wissenschaftlichem Englisch vorzustellen, sind sie zwar seit Jahren gewöhnt. Aber zum Beispiel die Fragen einer portugiesischen Wissenschaftlerin aus Lissabon sowohl sprachlich als auch inhaltlich zu verstehen, und dann auch noch sofort zu beantworten, stellt für sie eine große Herausforderung dar.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. K.-Peter Stahmann
Technische Mikrobiologie
Fachbereich Bio-, Chemie- und Verfahrenstechnik
Hochschule Lausitz (FH)
Tel: + 49-3573-85-913 oder -801
Fax: + 49-3573-85-809
E-mail: Klaus-Peter.Stahmann@HS-Lausitz.de

http://www.hs-lausitz.de/groups/biotransformation-symposium.html

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