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Barbara van Schewick, Stanford Law School, erhält Forschungspreis Technische Kommunikation 2010

11.10.2010 - (idw) Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Internet - Architektur, Innovation und Regulierung
Stuttgart, den 8. Oktober 2010 Für ihre wegweisenden Arbeiten zum Themengebiet
Internet - Architektur, Innovation und Regulierung zeichnet die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung Prof. Dr. Barbara van Schewick von der Stanford Law School mit dem Forschungspreis Technische Kommunikation 2010 aus. Mit ihren Arbeiten hat sie einen wesentlichen Beitrag zur international beachteten akademischen sowie regulatorischen Diskussion rund um das Internet und dessen Architektur geleistet. Dabei bringen ihre Arbeiten die Disziplinen Recht, Ökonomie und Informatik in außergewöhnlichem Maße zusammen. Barbara van Schewick ist Associate Professor of Law an der Stanford Law School, Associate Professor (by courtesy) of Electrical Engineering an Stanfords Department of Electrical Engineering und Direktorin des Center for Internet and Society an der Stanford Law School. Ihre Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit den ökonomischen, strategischen und regulatorischen Auswirkungen von Kommunikationsnetzen. Van Schewick erforscht, wie Veränderungen in der
Architektur des Internet das ökonomische Umfeld für Innovation und Wettbewerb im Internet beeinflussen, und wie das Recht auf diese Veränderungen reagieren sollte. Damit dienen ihre Arbeiten dem besseren Verständnis grundlegender Design-Prinzipien für Kommunikationsnetze und ihrer Beziehung zur Architektur des Internet. Van Schewicks Arbeiten zum Thema Netzneutralität haben akademische und regulatorische Debatten in den USA, Kanada und Europa maßgeblich beeinflusst. Die amerikanische Federal Communications Commission hört van Schewick regelmäßig als Sachverständige an. Ihr Buch Internet Architecture and Innovation wurde im Sommer dieses Jahres von MIT Press veröffentlicht.
Barbara van Schewick studierte Informatik an der Technischen Universität Berlin sowie Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin. Das juristische Referendariat absolvierte sie in Berlin. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen verbrachte sie fünfzehn Monate als erster Residential Fellow am neu gegründeten Center for Internet and Society der Stanford Law School. Nach der Promotion an der Technischen Universität Berlin, für die sie mit dem Dieter-
Meurer Förderpreis Rechtsinformatik des EDV-Gerichtstags sowie mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik ausgezeichnet wurde, arbeitete van Schewick als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Telekommunikationsnetze der Technischen Universität Berlin. Im Sommer 2007 wurde sie als Assistant Professor of Law and (by Courtesy)
Electrical Engineering an die Stanford University berufen, wo sie, zunächst als Ko-Direktorin, die Leitung des Center for Internet and Society übernahm. Barbara van Schewick war Studien- und Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und Auslandsstipendiatin der
Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung.
Nach Ansicht der Jury beruht die herausragende Leistung der Preisträgerin darauf, dass sie durch ihr interdisziplinäres Arbeiten wichtige Themen rund um das Internet kritisch beleuchtet und mit konkreten Empfehlungen für die weiteren Entwicklungen versieht. Bereits ihre von Professor Bernd Lutterbeck (TU Berlin) und Professor Lawrence Lessig (Stanford University) betreute Dissertation behandelte die Internetarchitektur, die der Internetarchitektur zugrundeliegenden Design-Prinzipien wie das End-to-End-Prinzip und die dadurch ermöglichten Innovationen.
Ein wichtiges Feld ihrer Arbeit ist die Netzneutralität. Das Prinzip der so genannten Netzneutralität gibt Nutzern das Recht, die Internet-Anwendungen und Inhalte ihrer Wahl ohne Beeinträchtigung durch Netzbetreiber zu nutzen. Hierzu entspannen sich gegenwärtig unterschiedliche Diskussionen, die den gesamtgesellschaftlichen sowie den ökonomischen Nutzen der Netzneutralität für Anbieter und Nutzer betreffen. Van Schewicks Arbeit zeigt, dass die
ursprüngliche Architektur des Internets innovationsfreundlich gewesen ist. Zurzeit entwickelt sich die Architektur dagegen unter dem Einfluss der Netzbetreiber in eine Richtung, die Innovation auf der Anwendungsebene deutlich erschwert. Für die Gesellschaft ist diese Entwicklung problematisch; es stellt sich daher die Frage, ob der Staat zum Beispiel durch Netzneutralitätsregeln in diese Entwicklung eingreifen sollte.
Das Kuratorium der Alcatel-Lucent Stiftung unter Vorsitz von Jürgen Mittelstraß, Universität Konstanz, zeichnet jährlich den herausragenden Forschungsbeitrag zum Thema Mensch und Technik in Kommunikationssystemen aus. Die Verleihung des Forschungspreises Technische Kommunikation findet am 8. Oktober 2010 um 17 Uhr im Weißen Saal des Neuen Schlosses in Stuttgart statt. Kuratoriumsmitglied Wolf-Dieter Lukas, Ministerialdirektor im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wird die Laudatio halten. Der Festvortrag von Bundesminister a.D. Gerhart Baum zu den Grundrechten im Spannungsverhältnis
von Sicherheit und Freiheit wird zu zentralen Fragen der Netzwelt Impulse geben.

Über die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung
Die Alcatel-Lucent Stiftung für Kommunikationsforschung ist eine gemeinnützige Stiftung in der fiduziarischen Betreuung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e.V. Sie fördert die Wissenschaft mit Veranstaltungen, Projekten

und Publikationen. Sie behandelt über ein pluridisziplinäres wissenschaftliches Netzwerk umfassende Fragestellungen einer Informationsgesellschaft, neben allen Aspekten der neuen breitbandigen Medien speziell der Mensch-Technik-
Interaktion, des E-Government, dem Medien- und Informationsrecht, dem Datenschutz, der Datensicherheit, der Sicherheitskommunikation sowie der Mobilitätskommunikation. Weitere Informationen: http://www.stiftungaktuell.de
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