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Studie: Energieeffizienz-Maßnahmen müssen zunehmen, um Energie- und Klimaziele in der EU zu erreichen

13.10.2010 - (idw) Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)

Die Europäische Union muss einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung sowie Ecofys zufolge ihre Maßnahmen zur effizienten Nutzung von Energie verdreifachen, wenn sie wie geplant in den kommenden zehn Jahren den Energiebedarf um 20 Prozent reduzieren will. Geschieht dies, können europäische Verbraucher und Unternehmen jährlich 78 Milliarden Euro bis 2020 sparen das wäre eine durchschnittliche Ersparnis von 380 Euro pro Haushalt im Jahr 2020. Zurzeit liegt die Europäische Union jedoch bei ihren bisher unverbindlichen - Zielen zur Erreichung einer höheren Energieeffizienz deutlich zurück. Die momentane EU-Politik liefert nur ein Drittel der potenziellen kostengünstigen Sparmaßnahmen. Die Studie des Fraunhofer ISI kommt zu dem Schluss, dass eine verbindliche Zielsetzung für die Energieeffizienz ähnlich der bereits bestehenden 20 Prozent-Ziele zur CO2-Emissionsverringerung oder dem Ausbau erneuerbarer Energien eine deutlich höhere Dynamik schaffen würde, um auch die Energienachfrage um 20 Prozent bis 2020 zu reduzieren. Zusätzlich würde eine solche verbindliche Zielsetzung Europas weitere Ziele stärken, den Einsatz erneuerbarer Energien voranzutreiben, die CO2-Emission zu senken und dafür notwendige Energieinfrastrukturen zu schaffen. Werden alle Ziele bis 2020 umgesetzt, verringert sich auch die Abhängigkeit Europas von Energiequellen außerhalb Europas, was wiederum eine sichere und kostengünstigere Energieversorgung in der Zukunft bedeutet, so Dr. Wolfgang Eichhammer, Projektleiter am Fraunhofer ISI.

Dafür müssen jedoch die politischen Rahmenbedingungen an die gestellten Anforderungen angepasst werden, empfiehlt die Studie. Zunächst sollte eine einheitliche Methode zur Definition des Energieeffizienzziels eingeführt werden. Der Zielfortschritt sollte gut messbar sein, um nicht, wie im Rahmen der Energieeffizienz- und Energiedienstleistungsrichtlinie, zu langen methodischen Diskussionen zu führen. Des Weiteren sollte man auf dem bestehenden Instrumentarium der Effizienzrichtlinie aufsetzen und deren bisherige Mängel beheben. Insbesondere muss ein verbindliches Ziel die Aktivitäten der Mitgliedsstaaten stärken, schlägt Dr. Wolfgang Eichhammer vor. Dies trifft auch für Deutschland zu, das in seinem kürzlich veröffentlichten Energiekonzept der Energieeffizienz einen hohen Stellenwert einräumt. Investitionen in energiesparende Programme und Maßnahmen sollten noch mehr gefördert und entsprechende Anreize dafür geschaffen werden. Ebenso muss die Energiewirtschaft in die Anschubfinanzierung dieser Investitionen einbezogen werden, wie in der Richtlinie bereits angelegt.

Mit wirksamen Energiesparmaßnahmen wird nicht nur der CO2-Ausstoß verringert. Auch auf die Wirtschaft haben die Maßnahmen eine positive Wirkung. Die Europäische Union kann dadurch jährlich Milliarden Euro einsparen. Energieeffizienz ist entscheidend für den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Zukunft. Die EU hat noch ein großes, bislang ungenutztes Potenzial an Maßnahmen, das es auszuschöpfen gilt, um kosteneffiziente Energieeinsparungen durchzusetzen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Mit unserer Studie leisten wir einen konstruktiven Beitrag zu den laufenden Beratungen über die Zukunft der EU-Energieeffizienz-Politik", so Dr. Wolfgang Eichhammer.

Die Studie kann unter http://www.energysavings2020.eu heruntergeladen werden.

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI analysiert die Rahmenbedingungen von Innovationen. Wir erforschen die kurz- und langfristigen Entwicklungen von Innovationsprozessen und die gesellschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien und Dienstleistungen. Auf dieser Grundlage stellen wir unseren Auftraggebern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft Handlungsempfehlungen und Perspektiven für wichtige Entscheidungen zur Verfügung. Unsere Expertise liegt in der breiten wissenschaftlichen Kompetenz sowie einem interdisziplinären und systemischen Forschungsansatz.


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