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Hilfe in schwierigen Beziehungen: 6. Jahreskongress Psychotherapie in Bochum20.10.2010 - (idw) Ruhr-Universität Bochum
Problematische Interaktionsmuster therapieren
Zwischenmenschliche Schwierigkeiten stehen im Mittelpunkt des 6. Jahreskongresses Psychotherapie am 23. und 24. Oktober 2010 in Bochum (EBZ/Campus-Hotel, Springorumallee 20, 44795 Bochum). Psychotherapie bei problematischen Interaktionsmustern so das Leitthema des Kongresses ist bei vielen psychischen Erkrankungen notwendig. Persönlichkeitsstörungen und ungünstige Persönlichkeitsstile machen auch das Verhältnis zum Therapeuten nicht einfacher.
Insgesamt finden beim Kongress über 50 Workshops statt, die sich über das Schwerpunktthema hinaus mit Posttraumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen, sexuellen und affektiven sowie Schlafstörungen und der Therapie bei Kindern und Jugendlichen befassen. Rund 360 Teilnehmer werden erwartet.
Borderline-Störung therapieren
Für einen Plenumsvortrag haben die Organisatoren Prof. Dr. Martin Bohus (Mannheim) gewonnen. Er ist Spezialist für die Borderline-Störung, von der in Deutschland schätzungsweise 650.000 vornehmlich junge Menschen betroffen sind. Diese Persönlichkeitsstörung ist gekennzeichnet durch Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Stimmung und Selbstbild. Betroffene neigen z.B. zu Selbstverletzungen und extremen Stimmungsschwankungen. Prof. Bohus stellt unter anderem ein aktuelles Behandlungsverfahren vor, die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT). Mehrere Studien bescheinigen der Therapie bessere Erfolge als anderen Verfahren, gemessen an stationären Wiederaufnahmen, Selbstmordabsichten und -versuchen, Selbstverletzung und sozialer Integration. Bohus plädiert für die ambulante Behandlung der Patienten in Netzwerken aus niedergelassenen Psychotherapeuten, die auf stationäre Intensiv-Angebote zurückgreifen können. Weitere Plenumsvorträge werden Dr. Bernt Schmitz (Bad Dürkheim) zum Thema Kognitive Verhaltenstherapie bei Persönlichkeitsstörungen und unflexiblen Persönlichkeitsstilen und Prof. Dr. Sylvia Schneider (RUB) über die frühe Eltern-Kind-Interaktion und ihre Bedeutung für die psychische Gesundheit halten. Hier geht es zum Beispiel um Schreibabys, die täglich mehr als drei Stunden schreien und ihre Eltern überfordern.
Programm im Internet
Der Kongress ist eine gemeinsame Veranstaltung des Hochschulverbundes Psychotherapie NRW (unter Federführung der RUB, Fakultät für Psychologie, Klinische Psychologie und Psychotherapie, Prof. Dr. Jürgen Margraf) und der Psychotherapeutenkammer NRW. Informationen zum Kongressprogramm, den Vorträgen und Workshops finden Sie im Internet unter
http://www.unifortbildung-psychotherapie.de
Weitere Informationen
Dr. Christoph Koban, Fakultät für Psychologie, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie/Zentrum für Psychotherapie, Tel. 0234/32-27716, E-Mail: koban@kli.psy.rub.de
Redaktion: Meike Drießen
Weitere Informationen:
http://www.unifortbildung-psychotherapie.de
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