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Wer bestimmt, was ein Volk ist?

21.10.2010 - (idw) Gerda Henkel Stiftung

Der Züricher Historiker Jörg Fisch legt in der Reihe Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung eine Geschichte des Selbstbestimmungsrechts der Völker vor

Das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das seit 1966 ein weltweit anerkanntes Menschenrecht ist, besitzt revolutionäre Kraft. Es besagt, dass Völker das Recht haben, einen Staat zu bilden, und selbst darüber entscheiden können, ob sie dieses Recht wahrnehmen wollen oder nicht. Entstanden aus dem Nationalismus und dem Antikolonialismus, erhebt das Selbstbestimmungsrecht der Völker den Anspruch, die internationalen Beziehungen auf eine herrschaftsfreie Grundlage zu stellen. Brisant ist vor allem das damit verbundene Sezessionsrecht. Denn wer bestimmt, was ein Volk ist? Was würde passieren, wenn alle «Völker» ihr Selbstbestimmungsrecht auch einforderten? Die Idee kollidiert hier schnell mit den machtpolitischen Realitäten und erweist sich als eine gefährliche, zum Missbrauch geradezu einladende Illusion, mit deren Domestizierung das Völkerrecht bis heute beschäftigt ist. Denn nicht nur Adolf Hitler verstand es meisterhaft, das Konzept für seine Zwecke zu instrumentalisieren.

Anschaulich und prägnant schildert Jörg Fisch die Geschichte einer vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart äußerst wirkmächtigen Idee. In weltgeschichtlicher Perspektive verbindet er dabei souverän Begriffs-, Politik- und Kulturgeschichte. Das Selbstbestimmungsrecht der Völker oder Die Domestizierung einer Illusion erscheint am 27. Oktober 2010 in der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung.

Jörg Fisch ist Professor für Allgemeine Neuere Geschichte an der Universität Zürich. Das vorliegende Werk ist zu Teilen während eines Forschungsstipendiums am Historischen Kolleg in München entstanden.

Die Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung wurde von der Gerda Henkel Stiftung gemeinsam mit dem Verlag C.H.Beck gegründet. Ihr Ziel ist es, ausgewiesenen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, grundlegende Erkenntnisse aus dem Bereich der Historischen Geisteswissenschaften einer interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen. Ein Schwerpunkt der Reihe liegt auf grenzüberschreitenden oder weltgeschichtlichen Darstellungen. In der Historischen Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung sind bisher erschienen: Christian Marek, Geschichte Kleinasiens in der Antike, Unter Mitarbeit von Peter Frei (2010); Bernd Stöver, Zuflucht DDR. Spione und andere Übersiedler (2009); Werner Busch, Das unklassische Bild. Von Tizian bis Constable und Turner (2009); Jürgen Osterhammel, Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, (2009); Hugh Barr Nisbet, Lessing. Eine Biographie. Aus dem Englischen übersetzt von Karl S. Guthke (2008); Roderich Ptak, Die maritime Seidenstraße. Küstenräume, Seefahrt und Handel in vorkolonialer Zeit (2007); Hermann Parzinger, Die frühen Völker Eurasiens. Vom Neolithikum zum Mittelalter (2006).

Jörg Fisch
Das Selbstbestimmungsrecht der Völker
oder Die Domestizierung einer Illusion
Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung
2010. 384 Seiten mit 2 Abbildungen und 8 Karten

Leinen 29,95[D] / sFr 49,50 (UVP) / 30,80[A]
ISBN 978-3-406-59858-6

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Kontakt
Verlag C.H.Beck München,
Presse und Lizenzen
Katrin Dähn
Tel. 089/3 81 89-315/-405
E-Mail: Katrin.Daehn@beck.de

Gerda Henkel Stiftung
Pressestelle
Dr. Sybille Wüstemann
Tel. 0211/93 65 24-0
E-Mail: wuestemann@gerda-henkel-stiftung.de Weitere Informationen: http://www.chbeck.de http://www.gerda-henkel-stiftung.de
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