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Deutscher Kurzfilmpreis 2010: HFF-Filme nominiert

26.10.2010 - (idw) Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg

Zwei Filme von Studierenden der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf wurden in der Kategorie Spielfilme mit einer Laufzeit von mehr als 7 bis 30 Minuten für den Deutschen Kurzfilmpreis 2010 nominiert. "Lebendkontrolle" in der Regie von Florian Schewe ist eine HFF-RBB-Gemeinschaftsproduktion und entstand 2010 in der Reihe RBB-Movies.
Mark sitzt eine mehrjährige Haftstrafe ab. In seinem von stumpfer Routine geprägten Alltag träumt er vom Wiedersehen mit seiner Freundin. In der Nacht vor Marks Ausgang bittet ihn Boxer, sein älterer Zellengenosse, um einen Gefallen: Er soll seiner Tochter das letzte Ersparte überbringen. Mark willigt ein, doch dieser Freundschaftsdienst wird ihn wieder einen Weg einschlagen lassen, den er hinter sich glaubte ...
Der 30-Minüter basiert auf Clemens Meyers Kurzerzählung Die Reise zum Fluss. In dieser Geschichte werden mit wenigen Pinselstrichen starke Charaktere gezeichnet, erzählt Florian Schewe, fast archetypische Charaktere, getragen von einer inneren Kraft und doch voller Brüche und verbogener Lebensläufe. In Vorbereitung seines Filmes recherchierte Florian Schewe in Gefängnissen und führte intensive Gespräche mit den Insassen. Ihre Perspektive sollte seine Geschichte prägen.
"Lebendkontrolle" ist ein packend inszeniertes Drama um innere und äußere Mauern, so die Begründung der Auswahljury. Seine ungeheure Wucht verdankt der Film auch der herausragenden darstellerischen Leistung von Gerdy Zint, dessen körperliche Präsenz Marks unkontrollierbare Aggression ebenso wie dessen Verzweiflung erfahrbar macht. Für diese Rolle erhielt Gerdy Zint kürzlich den Darstellerpreis der Babelsberger Medienpreise. "Lebendkontrolle" wurde auf der Berlinale 2010 uraufgeführt und mit dem Preis Dialogue en perspective ausgezeichnet. Es ist der Diplomfilm von Florian Schewe, Yannick Bonica (Kamera), Christian Simon (Ton) und Luisa Korsukéwitz (Produktion). Außerdem mit im Team: Clemens Walter (Montage), Daniel Dickmeis (Musik) und Claudia Bartel (Alumna Szenografie). Der RBB zeigt Lebendkontrolle am 20.11.2010 um 02:20 Uhr in der langen Nacht der kurzen Filme. Den Boxer spielt übrigens Eddy Kante, langjähriger Bodyguard und Freund von Udo Lindenberg.

"Nach den Jahren" in der Regie von Josephine Links spielt in einem kleinen Holzhaus am See - einst Wochenendidylle einer glücklichen Familie. Inzwischen sind die Töchter erwachsen, die Eltern lange geschieden. Das Häuschen muss verkauft werden und um es gemeinsam auszuräumen, kommen die Vier, die einmal eine Familie waren, noch einmal zusammen. Die vertraute Umgebung verstört, provoziert Erinnerungen und verloren geglaubte Gefühle, weckt Hoffnungen. Doch der Abschied bleibt unausweichlich.
Nahezu perfekt wird diese kleine Geschichte erzählt, urteilt die Jury. Die Zuschauer werden ohne überflüssige Worte in wechselnde Stimmungen einbezogen, nicht zuletzt dank einer erstklassigen Besetzung u.a. mit Katrin Sass und Andreas Schmidt-Schaller. Dazu eine verzaubernde Location mit großartigen Einstellungen, die ihre Wirkung entfalten dürfen. Josephine Links realisierte "Nach den Jahren" mit Lotta Kilian (Kamera), Carlotta Kittel (Montage), Matthias Seeber (Ton), Verena Maul (Set Design) und Franziska Koch (Produktion) alle studierten damals im zweiten Studienjahr. Auf dem Mediaschool Festival im polnischen Lodz gab es kürzlich einen ersten Preis. Die deutsche Premiere feiert das Team diese Woche auf den Hofer Filmtagen.


Mit "Tabakmädchen" in der Regie von Biljana Garvanlieva wurde in der Kategorie Dokumentarfilme bis 30 Minuten ein Film nominiert, an dem mit Kamerafrau Prof. Susanne Schüle (Kamera 2000), dem dramaturgischen Berater Manuel Zimmer (Regie 2004) und dem Mischtonmeister Jörg Höhne (Ton 1999) auch HFF-Alumni maßgeblich beteiligt waren.

Mit der Nominierung ist eine Prämie von 15.000 Euro verbunden.
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