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Neue Messmethode zur schonenden Beurteilung von geschädigtem Hirngewebe beim Schlaganfall

03.11.2010 - (idw) Universitätsmedizin Mannheim

Siemens-Nachwuchspreis an Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mannheim Dr. Friedrich Wetterling, Arbeitsgruppenleiter am Lehrstuhl für Computerunterstützte Klinische Medizin der Medizinischen Fakultät Mannheim (Direktor: Prof. Dr. Lothar Schad), ist anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP), Anfang Oktober 2010, mit dem Siemens Nachwuchspreis ausgezeichnet worden. Die Fachgesellschaft würdigt damit eine Studie, in der der junge Physiker das Ausmaß der Schädigung von Hirngewebe beim Schlaganfall mittels der so genannten quantitativen Natrium Magnetresonanztomographie (qNa-MRT) ermitteln konnte. Das neu entwickelte Messverfahren verspricht bereits in der frühen Phase des Schlaganfalls Erkenntnisse darüber wie viel Gewebe abgestorben und wie viel reversibel geschädigt ist. Es erlaubt damit früh Aussagen zum Krankheitsverlauf, was für eine individuell angepasste Therapie wichtig ist. Der Siemens Nachwuchspreis ist mit 750 Euro dotiert.

Mit der MRT lassen sich die Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper darstellen. Sie ist eine nicht-invasive Technik in der medizinischen Diagnostik, die den Körper des Patienten nicht durch Strahlung belastet. In der konventionellen MRT resultiert das Bild aus den Protonen der körpereigenen Wassermoleküle. Seit einigen Jahren ist es aber auch möglich, andere körpereigene Atomkerne zur Erstellung von MRT-Bildern zu verwenden. Die Na-MRT erlaubt eine sowohl räumlich als auch zeitlich quantifizierbare Erfassung der Natriumionen-Konzentration in der Zelle. Natriumionen sind wichtig für die Reizleitung in Nerven und Muskeln. Über die Bestimmung der Natriumionenkonzentration in den Zellen kann noch lebensfähiges von bereits geschädigtem Gewebe unterschieden werden. Das Verfahren ist daher ein wichtiger Schritt hin zu einer schonenden Methode, durch die sich die Vitalität von Zellen nicht-invasiv und ohne Strahlenbelastung darstellen lässt.

Der ischämische Schlaganfall - der Verschluss einer zum Gehirn führenden Arterie - zählt mittlerweile zu der am häufigsten auftretenden Gefäßerkrankung in Deutschland. Dr. Wetterling ist es in Zusammenarbeit mit einer irischen Forschergruppe des Trinity College in Dublin und der Bruker BioSpin GmBH in Etlingen erstmals gelungen, die Gewebenatrium-Konzentration in der Frühphase des Schlaganfalls mit Hilfe der Magnetresonanztomographie zu messen. Die neue Methode soll in Zukunft eine individuell angepasste Therapie unabhängig vom Zeitpunkt des Schlaganfalls erlauben. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie (Prof. Dr. Eva Neumeier Probst und Dr. Judith Kisubi) und der Neurologischen Klinik (PD Dr. Marc Fatar) soll dieses neue Diagnoseverfahren, das an Ratten entwickelt wurde, in Zukunft am Patienten etabliert werden.
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