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Vertreter der CDU-Landtagsfraktion zu Gast an der Hochschule Harz

05.11.2010 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Am Mittwoch, dem 3. November 2010, besuchten Mitglieder der CDU-Fraktion des Landtags von Sachsen-Anhalt den Harz. Die Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Bildung und Wissenschaft sowie Kultur, Eva Feußner, nutzte auf Anregung von Angela Gorr gemeinsam mit Marco Tullner und Markus Weilandt die Gelegenheit für einen Austausch zu aktuellen Fragen der Hochschulpolitik und -finanzierung an der Hochschule Harz in Wernigerode. Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann stellte eingangs des Besuchs die rasante Entwicklung der jungen Hochschule sowie deren besonderes wirtschaftsnahes wie kulturelles Engagement dar.

Im Mittelpunkt des ausführlichen Gesprächs stand anschließend die vom Landeskabinett inzwischen beschlossene und ab 1. Januar 2011 greifende leistungsorientierte Mittelvergabe (LOM) an die Hochschulen des Landes. Diese Umstellung in der Finanzierung hat zur Folge, dass zunächst 5%, im Folgejahr 10% und ab 2013 bis zu 15% des Budgets erst nach Erreichen bestimmter Kennzahlen an die Hochschulen vergeben werden. An der Entwicklung dieses in anderen Bundesländern bereits praktizierten Finanzierungsmodells haben die Hochschul-Rektoren in Zusammenspiel mit Kultus- und Finanzministerium mitgewirkt.

In diesem grundsätzlich sinnvollen System gebe es aber gleichwohl auch Schwachstellen, die in den nächsten Jahren im Blick zu behalten seien, erläuterte Rektor Willingmann. So ließen sich zahlreiche Angebote nicht durch Indikatoren messen und schieden damit für Vergleiche aus, obwohl sie wichtige Bestandteile des Hochschullebens seien. Als Beispiele nannte der Rektor Frühstudierenden-Programme, Kinderuniversitäten oder Seniorenakademien, aber auch gemeinsame Workshops mit Unternehmen. Hier ist es wichtig, dass derlei Projekte nicht einer übergroßen Kennzahlen-Gläubigkeit weichen müssen, so Willingmann, der als Präsident der Landesrektorenkonferenz auch auf die Interessen der anderen Hochschulen des Landes und deren Angebotsvielfalt hinwies. Eva Feußner, MdL sieht in dem Indikator Anzahl der Studenten inhaltlich ein Risiko. Die Qualität der Ausbildung könnte darunter leiden, wenn die Hochschulen versuchen, ihre Studenten nicht mehr durchfallen zu lassen, um die finanziellen Mittel zu erhalten, gab die Vorsitzende zu Bedenken. Der Hochschul-Rektor zeigte Verständnis und zugleich Vertrauen in die Selbst-Regulierung des Systems: Für eine Hochschule wäre so ein kurzfristiger Aktionismus zerstörerisch, da zwangsläufig die Qualität der Ausbildung leiden und alsbald der Ruf einer Bildungsinstitution nachhaltig zerstört würde. Marco Tullner, MdL stimmte dem ausdrücklich zu. Bereits jetzt sorgt das neue Modell für einen schärferen Blick der Hochschulen auf zukünftiges Potenzial. So werden allerorten Überlegungen angestellt, wie das Scheitern im Studium bei gleichzeitigem Erhalt der Qualität vermieden werden kann. Die Hochschulen werden ihre Studenten künftig intensiver begleiten, unterstützen und beraten müssen, damit diese frühzeitig ihre Eignung erkennen und innerhalb der Regelstudienzeit ihr Studium absolvieren können, so Willingmann mit Blick auf weitere Indikatoren des Finanzierungsmodells und ergänzte: Ein schöner Erfolg ist, dass mit Finanzminister Bullerjahn ausgehandelt werden konnte, die Leistungsbudgets stets im Hochschulsystem zu belassen. Mit anderen Worten: Wenn eine Hochschule bestimmte Kennzahlen nicht erreicht, dann fließt das deshalb nicht ausgereichte Leistungsbudget nicht in den Landeshaushalt zurück, sondern wird auf erfolgreichere Hochschulen verteilt. Auch insoweit stehen also die beiden Universitäten und die vier Hochschulen für angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen) in einem Wettbewerb.

Abschließend besichtigten die Politiker die Mensa des Studentenwerks Magdeburg, die erst im Jahr 2009 mit Hilfe von finanziellen Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz (Konjunkturpaket II) und Baumitteln des Landes Sachsen-Anhalt umgebaut wurde und sammelten Impressionen des herbstlichen, modernen Wernigeröder Hochschulcampus, bevor sie zur nächsten Station am Landesgymnasium für Musik aufbrachen. Weitere Informationen: http://www.hs-harz.de

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