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Zwei Innovationspreise gehen an die Uni Köln

09.11.2010 - (idw) Universität zu Köln

Kölner Wissenschaftler erhalten hochdotierten Preis des Landes NRW

Doppelte Freude in Köln - gleich zwei Kölner Wissenschaftler werden mit dem Innovationspreis des Landes NRW ausgezeichnet: Professor Klaus Meerholz und Professor Günter Schwarz erhalten den in diesem Jahr mit 200.000 Euro dotierten Landespreis. Professor Klaus Meerholz vom Department für Chemie erhält den Preis in der Kategorie Innovation für seine Forschung an OLEDs (organic light emitting diodes), dünnen polymerbeschichteten Leuchtfolien, die weltweit die Bildschirm- und Leuchtkörpertechnik revolutionieren. Professor Günter Schwarz, ebenfalls vom Department für Chemie und vom Zentrum für Molekulare Medizin, wird mit dem Sonderpreis ausgezeichnet. Ihm ist es gelungen ein Heilmittel für die seltene und tödlich verlaufende Erbkrankheit Molybdän-Cofaktor-Defizienz zu finden. Der Innovationspreis des Landes NRW ist eine Auszeichnung für exzellente Forschungsleistungen, die eine besondere Relevanz für zentrale Fragen der Gesellschaft oder einen herausragenden Praxisbezug haben. Der Preis wird im Rahmen einer Festveranstaltung am 15. November ab 18.00 Uhr in Düsseldorf in der K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen von Wissenschaftsministerin Schulze verliehen.

Professor Klaus Meerholz zeigte sich hoch erfreut über die Verleihung des Preises an ihn: Ich habe mich sehr gefreut, das war schon eine sehr große Reaktion. Der Wissenschaftler arbeitet seit 1998 an der Entwicklung spezieller OLEDs, seit 2002 in Köln. Das Ziel des Wissenschaftlers war von Anfang an, die Technologie für möglichst kleine Displays zu entwickeln. Nur 7 Millimeter in der Diagonale sind die Minibildschirme groß, so Meerholz: Es ist uns gelungen, das weltweit erste Prototyp-Display herzustellen, das solche kleinen Pixel in rot-grün-blau hat. Das ist wirklich einmalig bis jetzt. Da die Pixelzahl auf Bildschirmen ein vordefinierter Standard ist, heißt das: je kleiner der Bildschirm, desto kleiner der einzelne Pixel. Wenn Sie das auf 7 Millimetern machen, ist der einzelne Pixel sehr klein, etwa 5 mal 5 Mikrometer, erklärt Meerholz. Zusammen mit seiner Arbeitsgruppe vom Department für Chemie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät schaffte es der Wissenschaftler, die Pixelgröße der Displays in den letzten Jahren deutlich zu senken.

Die fingernagelgroßen Bildschirme werden in Zukunft Daten auf Messgeräten und ähnlichen Anwendungen anzeigen. Das Display kann man zum Beispiel in Videobrillen einbauen. Eine andere Möglichkeit sind Brillen, bei denen man eine Information einblenden kann, wenn man will. Ansonsten kann man durch die Brille einfach durchschauen, so Meerholz. Zusammen mit den Partnern aus der Industrie und der Fraunhofer Gesellschaft wird die Kölner Arbeitsgruppe nun bei dem entwickelten Prototyp die Polymere so anpassen, dass sie allen technischen Anforderungen von industriellen Produktionsbedingungen gerecht werden.

Seit über zehn Jahren arbeitet Klaus Meerholz beharrlich an der Entwicklung der Technologie. Doch auch unerwartete Entwicklungsschübe gab es, erklärt der Wissenschaftler: Die größten Schritte vorwärts sind seltenst geplant. Als Forscher muss man einfach ein wachsames Auge haben und erkennen: Da ist etwas passiert, was wir gar nicht gedacht haben. Und das muss man dann zu seinen Gunsten ausnutzen.

Der zweite Preisträger, Professor Günter Schwarz, kommt ebenfalls vom Department für Chemie. Ich freue mich sehr, erklärt der Biochemiker. Ich freue mich noch mehr, dass einer der Hauptpreise ebenfalls an einen Kollegen aus dem Department für Chemie geht. Schwarz erhält den Sonderpreis für die Entwicklung eines Wirkstoffs gegen die Molybdän-Cofaktor-Defizienz, einer Stoffwechselerkrankung bei Säuglingen, die zu einer rasanten Zerstörung des Gehirns aufgrund schädlicher Sulfitanreicherung führt. Die Folge sind Krämpfe, Gehirnschädigungen und schließlich der Tod. Bekannt wurde der Wissenschaftler durch die dramatische Heilung eines australischen Säuglings im Jahr 2008.

Schwarz hatte bereits 2004 ein Heilmittel gegen die seltene Erbkrankheit gemeinsam mit seinem Göttinger Kollegen Jochen Reiss an Mäusen getestet. 2004 haben wir gezeigt, dass das Mittel im Tiermodell funktioniert, so der Biochemiker. Für die Behandlung von Menschen war der Wirkstoff cPMP, ein körpereigenes Molekül, damit aber noch nicht zugelassen. 2008 kontaktierte ihn die Mutter des Säuglings und bat um Hilfe. In einer dramatischen Aktion gelang es alle technischen und juristischen Schwierigkeiten zu überspringen und das Kind mit dem Wirkstoff zu behandeln. Das Kind ist heute ohne Symptome, muss aber ein Leben lang mit dem Stoff versorgt werden.

Insgesamt sechs Kinder werden inzwischen mit dem Wirkstoff aus Köln behandelt, zwei davon in Deutschland. Schwarz hat inzwischen mit drei Partnern eine Firma gegründet, die die Weiterentwicklung der Herstellung und Zulassung des Wirkstoffes vorantreibt. Wir müssen nun einen Partner finden, mit dem wir die nächsten Schritte gemeinsam gehen können, so Schwarz, der nun eine klinische Sicherheitsüberprüfung plant, um danach mit einer klinischen Studie die Voraussetzung zur regulären Zulassung zu erfüllen.

Ort: K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Wann: Montag, 15. November, 18.00 Uhr

Bei Rückfragen: Dr. Patrick Honecker
Pressesprecher
Tel: +49 221 470-2202; 0170 5781717
E-Mail: patrick.honecker@uni-koeln.de

Internet: www.innovationspreis.nrw.de

Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker

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