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Tagung an der Uni Erfurt fragt nach Migration und religiöser Praxis

11.11.2010 - (idw) Universität Erfurt

Einwanderung und insbesondere die Integration von Migranten ist ein Thema, über das Gesellschaft und Wissenschaft seit langer Zeit diskutieren. Dabei stehen vor allem soziale und kulturelle, aber auch ökonomische Probleme im Vordergrund. Überraschend ist, dass ein Lebensbereich, der für das Selbstverständnis und die Identität vieler Migranten von großer Bedeutung ist, bislang wenig in den Blick kommt: die religiöse Praxis, genauer Liturgie und Frömmigkeit. Genau damit beschäftigt sich am Freitag und Samstag, 12./13. November, eine Tagung des Theologischen Forschungskollegs an der Universität Erfurt zu. Ihr Titel: Liturgie und Migration. Die Bedeutung von Liturgie und Frömmigkeit bei der Integration von Migranten im deutschsprachigen Raum des 19. und 20. Jahrhunderts.

Viele Migranten leben in und mit religiösen Ausdrucksformen, wie sie uns in Liturgien begegnen. Sie bringen sie als etwas Vertrautes und Selbstverständliches aus ihrer jeweiligen Heimat mit. Im Aufnahmeland halten sie häufig solche Frömmigkeitspraktiken als eigene Welt aufrecht. In der Forschung, sagt Prof. Dr. Benedikt Kranemann, Liturgiewissenschaftler an der Universität Erfurt und Organisator der Tagung, sei dieser Aspekt von Migrationsprozessen bislang aber kaum wahrgenommen worden. Theologen, Historiker, Ethnologen und Soziologen werden deshalb bei der Tagung anhand von Fallbeispielen aus dem Ruhrgebiet, dem mitteldeutschen Chemiedreieck und dem Eichsfeld die Bedeutung von Liturgie in Migrationskontexten untersuchen. Einzelne liturgische Feierformen, aber auch Kirchenlieder, der Umgang mit religiösen Bildern, Wallfahrten uvm. werden daraufhin befragt, inwiefern sie Ausdruck religiöser Identität von Migranten sind.

Im Rahmen der von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten Tagung findet auch eine öffentliche Gastvorlesung statt: Dr. Alexander Kenneth-Nagel, Junior-Professor am Internationalen Kolleg für geisteswissenschaftliche Forschung Dynamiken der Religionsgeschichte der Ruhr-Universität Bochum, spricht darin am Freitag, 12. November, um 20.15 Uhr im Hörsaal Coelicum, Domstr. 10, über das Thema Religion, Migration, Transnationalismus. Religionssoziologische Perspektiven. Weitere Informationen: http://www2.uni-erfurt.de/theologisches-forschungskolleg
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