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DFG vergibt 100. Heisenberg-Professur

11.11.2010 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Verlässliche Karriereperspektive für herausragende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler Chance zu Profilbildung an den Hochschulen Unter den zahlreichen Förderinstrumenten von Deutschlands zentraler Forschungsförderorganisation für den wissenschaftlichen Nachwuchs steht sie ganz am Ende und zugleich ganz oben: Die Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eröffnet herausragenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Aussicht auf eine unbefristete Professur und ihren Hochschulen neue Wege der wissenschaftlichen Profilbildung. Benannt nach dem bereits mit 26 Jahren zum Professor ernannten und mit 32 Jahren zum Nobelpreisträger gekürten Physiker Werner von Heisenberg (19011976), wurde die Heisenberg-Professur Ende 2005 eingeführt knapp fünf Jahre später hat die DFG jetzt die 100. Heisenberg-Professur vergeben. Sie geht an den Mediziner Dr. Stefan Fichtner-Feigl von der Universität Regensburg. Der 37-jährige Privatdozent forscht zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus crohn und Colitis ulcerosa und ist zugleich Oberarzt in der Chirurgie am Regensburger Universitätsklinikum.

100 Heisenberg-Professuren das waren und sind 100 ausgezeichnete und verlässliche Perspektiven für die Professorinnen und Professoren von morgen, so DFG-Präsident Professor Matthias Kleiner anlässlich des Jubiläums. Kleiner hob die besondere Bedeutung der Professur als individuelle Förderung für besonders vielversprechende Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf der letzten akademischen Qualifizierungsstufe hervor, von der jedoch auch die jeweiligen Hochschulen einen erheblichen Mehrwert hätten. Damit ist die Heisenberg-Professur eine wirkliche Win-Win-Situation, betonte Kleiner.

Die Heisenberg-Professur ist eine Weiterentwicklung des erfolgreichen Heisenberg-Programms der DFG, in dem seit 1978 mehr als 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Stipendien gefördert worden sind. So wie die Heisenberg-Stipendien richten sich auch die Heisenberg-Professuren an Kandidatinnen und Kandidaten, die aufgrund ihrer Qualifikation auf Professuren berufen werden können, jedoch noch keinen Ruf erhalten haben. Ihre Berufbarkeit können sie durch die Habilitation oder durch vergleichbare Leistungen erlangt haben, so etwa als Juniorprofessoren, als Leiter eigener Arbeitsgruppen im Emmy Noether-Programm der DFG, in DFG-Projektstellen, im akademischen Mittelbau oder auch durch Forschung in der Wirtschaft. Neben hiesigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern richtet sich das Förderinstrument auch an Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus dem Ausland und deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die aus dem Ausland zurückkehren wollen.

Grundprinzip der Förderung ist, dass die DFG fünf Jahre lang eine Professur anfinanziert, die nach einer erfolgreichen Evaluation in eine reguläre Professur umgewandelt wird. Dies ist gleichsam der Einstieg in das international erfolgreiche und hier immer wieder verlangte Tenure-Track-System und damit sowohl für die Wissenschaftler als auch für das deutsche Wissenschaftssystem ein großer Fortschritt, kommentierte DFG-Präsident Kleiner.

Die Initiative zur Einrichtung einer Heisenberg-Professur geht dabei in der Regel von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus. Sie suchen sich eine Hochschule, an der sie durch die Berufung ein neues Forschungsgebiet etablieren können. Wichtigstes Kriterium für die Hochschule, das sie auch gegenüber der DFG erläutern soll, ist eine neue wissenschaftliche Schwerpunktsetzung durch die Einrichtung einer Heisenberg-Professur. Aus dieser Perspektive heraus werden auch manche Hochschulen selbst aktiv, um über Heisenberg-Professuren ihre Entwicklungspläne mit jungen Wissenschaftlern zu realisieren. Die Vergabe der Professuren durch die DFG erfolgt nach strengen wissenschaftlichen Qualitätskriterien. Wer hier erfolgreich sein will, muss zusätzlich zu seiner besonderen Qualifikation und seinen bisherigen Tätigkeiten ein ambitioniertes Forschungskonzept entwerfen und überzeugend darstellen.

Die erste Heisenberg-Professur wurde Mitte 2006 an den Pharmakologen Dr. Stefan Schulz von der Universität Würzburg vergeben, der sich mit seinen Forschungen zur neuronalen Signalübertragung bereits früh einen Namen machte. Nur ein gutes Jahr nach dem Beginn seiner Heisenberg-Professur wurde Schulz im Oktober 2007 auf eine Professur an der Universität Jena berufen und leitet dort jetzt das Institut für Pharmakologie und Toxikologie und Klinische Pharmakologie am Universitätsklinikum. So wie er erhielten bislang eine Reihe von Heisenberg-Professorinnen und -Professoren bereits deutlich vor dem Ende ihrer fünfjährigen Förderung eine Professur.

Von den bisherigen 100 Heisenberg-Professuren ging mit 54 gut die Hälfte in die Lebenswissen-schaften; 23 Professuren wurden in die Naturwissenschaften vergeben, 16 in die Geistes- und Sozialwissenschaften und sieben in die Ingenieurwissenschaften. 77 Professuren wurden an Wissenschaftler vergeben, 23 an Wissenschaftlerinnen.

Mehrere Heisenberg-Professorinnen und -Professoren wurden inzwischen mit bedeutenden Forschungspreisen ausgezeichnet. Der Ulmer Gastroenterologe Professor Karl Lenhard Rudolph, der 2006 die insgesamt vierte Heisenberg-Professur erhalten hatte, bekam 2009 den Leibniz-Preis, den renommiertesten Wissenschaftspreis in Deutschland. Professor Holger Gies, seit November 2007 Heisenberg-Professor für Theoretische Physik in Jena, war sogar noch vor Beginn seiner Professur mit dem angesehensten Preis für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland, dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis, ausgezeichnet worden. Andere Heisenberg-Professorinnen und -Professoren wie die Sozialanthropologin Professor Erdmute Alber an der Bayreuth International Graduate School of African Studies sind in leitenden Positionen an den Einrichtungen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder tätig.


Weitere Informationen

Detaillierte Informationen zum Heisenberg-Programm der DFG (Professur und Stipendium) finden sich unter:
www.dfg.de/foerderung/programme/einzelfoerderung/heisenberg/index.html

Ansprechpartner in der DFG-Geschäftsstelle:
Paul Heuermann, Gruppe Qualitätssicherung und Verfahrensentwicklung,
Tel. +49 228 885-2398, Paul.Heuermann@dfg.de
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