Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 27. August 2014 

FH JOANNEUM Kapfenberg: In der Nische durch die Krise

11.11.2010 - (idw) Fachhochschule Joanneum

Worauf es ankommt, um in einem Nischenmarkt die Krise zu bewältigen, erzählte Wolfgang Plasser, CEO der Pankl Racing Systems AG, auf Einladung des Studiengangs Industrial Management / Industriewirtschaft im Audimax der FH JOANNEUM Kapfenberg. Im Rahmen der Jubiläumsreihe 15 Jahre Industrial Management / Industriewirtschaft konnte der Studiengang mit Wolfgang Plasser den Vorstand eines Unternehmens begrüßen, das heuer ebenfalls Geburtstag feiert: Pankl Racing Systems wurde vor 25 Jahren in der Obersteiermark gegründet. Wie das Unternehmen die vergangenen Krisen-Jahre gemeistert hat, schilderte Plasser den über 120 Interessierten.

Es gibt kein Rennauto in der Formel 1, in dem nicht zumindest ein Bauteil von Pankl steckt. Luxusschlitten von Porsche bis Bugatti Veyron sind mit Pankl-Know-how bestückt, und auch die Luftfahrtindustrie wird beliefert. Auf die Krise hat aber gerade der Rennsport- und Luxusautomobilmarkt schnell reagiert die Nachfrage im traditionellen Stärkefeld des Unternehmens brach kurzfristig um bis zu 80 Prozent ein, wie Plasser beschrieb: In der Krise ist es in der Nische verdammt eng.

Was einen Nischenmarkt preislich unterscheidet, verdeutlichte der Pankl-CEO anhand eines vermeintlich unscheinbaren Motorblock-Elements: Ein Pleuel, das Kolben und Kurbelwelle verbindet, kostet für Autos im Massenmarkt etwa 5 Euro eines, das Pankl für einen Formel-1-Boliden produziert, kommt hingegen auf rund 2000 Euro.

Maßnahmenbündel mit gutem Riecher

Dass Pankl heute wieder durchatmen kann und für 2011 ein Umsatzplus von 5 bis 10 Prozent erwartet, liegt an einem Maßnahmenbündel, das rund 5 Millionen Euro Fixkosten einsparte. Dazu gehörten auch ein guter Riecher zum frühen Erkennen der Krise. So ließ Plasser bereits im Frühling 2008 verschiedene Szenarien durchrechnen: Ich habe meine Controller gequält, als die Lehman-Bankpleite noch Monate entfernt war, schmunzelt er heute.

In der Krise selbst wurde etwa das Investitionsprogramm halbiert, zwei Standorte wurden zusammengelegt und rund 200 Mitarbeiter abgebaut. Eine gewisse Härte gegenüber namhaften Kunden gehörte auch dazu: Nur ein Kunde, der pünktlich zahlt, ist ein guter Kunde deshalb haben wir notfalls auch Lieferungen gestoppt. Im F&E-Bereich, in den Pankl rund 10 Prozent des Umsatzes investiert, wurde allerdings auch in der Krise kaum eingespart die anspruchsvollen Kunden erwarten laufende Neu- und Weiterentwicklungen.

Der gesamte Automobilmarkt hat sich mittlerweile erholt, und auch im Motorsport rechnet Plasser mit keinen weiteren Einsparungen mehr. Der Markt habe sich mit der Krise dennoch verändert: Es gibt heute ein höheres Kostenbewusstsein es geht nicht mehr nur um die Performance und schnelle Produktionszeiten.

Der Vortrag war die 13. von insgesamt 15 Veranstaltungen, die der Studiengang Industrial Management / Industriewirtschaft an der FH JOANNEUM Kapfenberg anlässlich seines 15-Jahre-Jubiläums organisiert. Die Studierenden des auf internationale Karrieren ausgelegten Studiums können bei derartigen Events in direkten Kontakt mit österreichischen Top-ManagerInnen treten. Zugleich sind auch Interessierte aus der Region eingeladen, sich mit Themen im Arbeits- und Forschungsumfeld des Studiengangs Industrial Management / Industriewirtschaft auseinander zu setzen. Weitere Informationen: http://www.fh-joanneum.at/iwi - Studiengang "Industriewirtschaft/Industrial Management"
uniprotokolle > Nachrichten > FH JOANNEUM Kapfenberg: In der Nische durch die Krise
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/206781/">FH JOANNEUM Kapfenberg: In der Nische durch die Krise </a>