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Erste Schritte in der Hochschullehre

16.11.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Doktoranden der Universität Jena haben Lehrcoaching-Programm erfolgreich absolviert Jena (16.11.10) Wie muss ich Seminare strukturieren, damit die Lernziele bei den Studierenden auch ankommen? Wie werden Seminarleistungen bewertet und benotet? Kurz bevor Anja Gregor das erste Mal ein Seminar vor Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehalten hat, stellten sich ihr eine Menge Fragen. Zwar hatte die 30-jährige Pädagogin bereits Erfahrungen im Bereich der Erwachsenenbildung gesammelt. Das Thema Hochschuldidaktik war jedoch Neuland für sie. So wie Anja Gregor, die gerade an ihrer Doktorarbeit am Lehrstuhl für Allgemeine und Theoretische Soziologie der Uni Jena arbeitet, stehen die meisten jungen Wissenschaftler während der Promotion das erste Mal als Lehrende vor dem Akademiker-Nachwuchs. Die Qualifizierung der Doktorandinnen und Doktoranden für die Lehre ist uns darum ein wichtiges Anliegen, sagt Prof. Dr. Amélie Mummendey, Prorektorin für die Graduierten-Akademie der Universität Jena.

Deshalb unterstützt die Jenaer Graduierten-Akademie die Nachwuchswissenschaftler bei ihren ersten Schritten in der Hochschullehre u. a. mit dem Programm Lehrcoaching Grundlagen der Hochschuldidaktik. Gerade haben die ersten zehn Doktoranden der Universität Jena das Lehrcoaching absolviert und heute (16. November) ihre Zertifikate erhalten. Das halbjährige Programm, das vom Verein ORBIT e. V. organisiert wird, ist ein weiteres Qualifizierungsangebot, mit dem die Friedrich-Schiller-Universität ihren Nachwuchs auf den Alltag in Forschung und Lehre vorbereitet. Wie die Angebote in Zusammenarbeit mit dem Universitätsprojekt LehreLernen (Lehrqualifikation Basic und der Kompaktkurs akademische Lehre) richtet sich auch das Lehrcoaching explizit an Graduierte, die ihre ersten Erfahrungen als Hochschullehrende machen. Damit haben wir ein flexibles Angebot geschaffen, das Doktoranden hilft, die Herausforderungen in der Lehre zu meistern und zugleich zu einer qualitativ hochstehenden Lehre an der Universität beiträgt, unterstreicht Prof. Mummendey.

Das Lehrcoaching ist so aufgebaut, dass in einem Auftakt-Workshop allgemeine Grundlagen der Hochschuldidaktik mit konkretem Anwendungsbezug vermittelt werden, erläutert Kursleiter Dr. Matthias Schwarzkopf von der Uni Jena. Themen dieses Workshops seien u. a. die Setzung von Lernzielen, Fragen der Stoffauswahl oder des methodisch-didaktischen Aufbaus eines Seminars. Darüber hinaus werden Moderation und Gesprächsführung, der Umgang mit schwierigen Seminarsituationen sowie die Leistungsbewertung besprochen. Die Doktoranden sollen nach dem ersten Workshop in der Lage sein, einen Plan für ihr eigenes Seminar zu entwickeln und einzelne Seminarsitzungen zu planen, so Dr. Schwarzkopf.

Nach dem Workshop haben die Kursteilnehmer einige Wochen Zeit, ihren eigenen Seminarplan für das Semester und Entwürfe für konkrete Seminarsitzungen zu erstellen. Diese stellen sie dann im zweiten Workshop vor und wir diskutieren sie in der Gruppe, sagt Schwarzkopf. Während der Vorlesungszeit besucht er dann von jedem Kursteilnehmer eine Lehrveranstaltung und wertet sie in einem Einzelcoaching mit dem Doktoranden aus. Abschließend reflektieren die Nachwuchswissenschaftler in einem letzten Workshop das gesamte Semester. Gerade die Reflektion im Anschluss an eine Seminarstunde hat mich weitergebracht, sagt Anja Gregor, eine der ersten Absolventinnen des Programms. Es gab den Raum auch für eigene Fragen, Ängste oder Unklarheiten bei der Umsetzung der Lehre, mit denen sich mir entsprechend auseinandergesetzt wurde.

Das Programm Lehrcoaching Grundlagen der Hochschuldidaktik steht allen Doktoranden der Friedrich-Schiller-Universität offen. Die Anmeldung erfolgt in Gruppen von 10-15 Personen über die Koordinatoren der Schulen, Kollegs und Programme an die Graduierten-Akademie. Informationen zu diesem und allen weiteren Angeboten zur Lehrqualifikation sind auf den Internetseiten der Graduierten-Akademie zu finden: http://www.jga.uni-jena.de -> Studienprogramm -> Lehrqualifikation.


Kontakt:
Dr. Tessa Hegetschweiler
Graduierten-Akademie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Jenergasse 8
07743 Jena, Tel.: 03641 / 930404
E-Mail: Tessa.Hegetschweiler[at]uni-jena.de Weitere Informationen: http://www.jga.uni-jena.de
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