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Qualität statt Quantität: Positionspapier zur Neuregelung bei Publikationen in Berufungsverfahren

17.11.2010 - (idw) Die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforsc

Mitglieder der Jungen Akademie fordern die Anwendung der neuen Regelung der DFG zur eingeschränkten Nennung von Publikationen bei Förderanträgen und Abschlussberichten auch in Berufungsverfahren. Die Beurteilung von Wissenschaftlern erfolgt vor allem unter Berücksichtigung der geleisteten Forschung, die in Form von Veröffentlichungen belegt wird und deren Anzahl maßgeblich zur Beurteilung beiträgt. Die neue Regelung der DFG steht für einen Paradigmenwechsel in der Bewertung wissenschaftlicher Leistung, da die Aufmerksamkeit auf die Qualität der Veröffentlichung gelenkt wird. Die Mitglieder der Jungen Akademie begrüßen die neue Regelung, fordern aber auch Maßnahmen zur Kontrolle und Implementierung der beschlossenen Regelungen.

Darüber hinaus empfehlen die Autorinnen und Autoren die sofortige Übertragung der neuen DFG-Regelung auch auf die Berufungsverfahren an deutschen Universitäten. Denn die ausschließliche Orientierung an der Publikationsleistung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern greife besonders bei Erstberufungen zu kurz: Eine Vielzahl von anderen, mindestens ebenso wichtigen anderen Leistungen wie Lehre, Betreuung von Doktorarbeiten, Beratung von Studierenden, Einwerbung von Drittmittel u.v.a.m. müssten ebenso in die Beurteilung von Kandidatinnen und Kandidaten einfließen.

Mit der gleichberechtigten Berücksichtigung dieser ebenfalls eminent wichtigen Kriterien in Berufungsverfahren und mit der Verabschiedung vom Fokus allein auf die Zahl der Publikationen würde zum einen die Aufmerksamkeit stärker auf die Qualität gelenkt, zum anderen aber auch die strukturelle Benachteiligung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die naturgemäß noch nicht so viele, sehr wohl aber sehr gute Publikationen vorweisen können, endlich beseitigt.

Das Positionspapier ist auf der Homepage der Jungen Akademie abrufbar oder kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle der Jungen Akademie (E-Mail: office@diejungeakademie.de, Fax: 030/20370-680).

Weitere Informationen:
http://www.diejungeakademie.de/pdf/Positionspapier_QualitaetstattQuantitaet.pdf

Ansprechpartner: Prof. Dr. Matthias Klatt, Mitglied der Jungen Akademie und Ko-Autor des Positionspapiers, E-Mail: klatt@diejungeakademie.de.

Die Junge Akademie wurde im Jahr 2000 als gemeinsames Projekt der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegründet. Ihre 50 Mitglieder widmen sich dem interdisziplinären wissenschaftlichen Diskurs und befördern mit wissenschaftspolitischen Stellungnahmen und Projekten den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Weitere Informationen: http://www.diejungeakademie.de/pdf/Positionspapier_QualitaetstattQuantitaet.pdf
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