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FAU bildet Nachwuchswissenschaftler in Islamischer Theologie aus

06.12.2010 - (idw) Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wird künftig eine zentrale Rolle bei der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Islamischen Theologie übernehmen. Gemeinsam mit fünf anderen Universitäten gründet die FAU ein entsprechendes Graduiertenkolleg. Die Stiftung Mercator fördert das Vorhaben für zunächst sechs Jahre mit 3,6 Millionen Euro. Zum Herbst 2011 wird das Graduiertenkolleg erste Doktoranden an den Standorten Erlangen-Nürnberg, Münster, Frankfurt, Hamburg, Osnabrück und Paderborn aufnehmen. Das Graduiertenkolleg soll helfen, den Mangel an ausgebildeten Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der Islamischen Theologie in Deutschland zu beseitigen. Diese Nachwuchskräfte werden vor allem für die Zentren für Islamische Studien benötigt, die zurzeit mit Mitteln des Bundes und der Länder an verschiedenen Universitäten entstehen. Das Kolleg wird aus bis zu 15 Doktoranden bestehen, die an einem der sechs Standorte promovieren und am Studienprogramm des Kollegs teilnehmen, das auch renommierte Gastwissenschaftler aus dem Ausland integriert. Das Studienprogramm soll den Nachwuchskräften vertiefende Kenntnisse in den Hauptfeldern der Islamischen Theologie vermitteln.

Das Graduiertenkolleg der Stiftung Mercator bietet eine Plattform, den Islam in der Vielfalt seiner religiösen Kulturen und Lehrströmungen in Geschichte und Gegenwart auf wissenschaftlichem Niveau zu bearbeiten, sagt Prof. Dr. Harry Harun Behr, Professor für Islamische Religionslehre an der FAU. Dies geschieht nun erstmals auch aus dem Kontext europäischer Ideen- und Kulturgeschichte heraus. Islamische Theologie in Deutschland hat heute den Auftrag, das reiche Erbe des Islams sowohl zu bewahren als auch zu reformulieren. Darin muss sie an ähnliche Debatten in der islamischen Welt anschlussfähig bleiben, gleichzeitig aber ihr eigenes Profil entwickeln. Diese Spannung wirkt dann produktiv, wenn sie einer wissenschaftlichen Regelleitung unter­liegt. Nur so kann Theologie religiöse Orientierung bieten und sich zugleich konstruktiv, innovativ und kritisch in die Debatten um die gesellschaftlichen Leitbilder und Zukunftsmotive einbringen. Der Islam zielt heute weniger auf die Frage von Muslim und Nicht-Muslim, sondern mehr auf das Menschsein in globaler Verantwortung.

Seit 2003 und damit als erste Universität Deutschlands bildet die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Lehrkräfte für den Islamischen Unterricht aus. Dazu hat die FAU ein Interdisziplinäres Zentrum für Islamische Religionslehre gegründet, das alle fachlichen Kompetenzen in rechtlichen, theologischen und pädagogischen Fragen des Islams in Deutschland an der FAU eng vernetzt. Europaweit einzigartig ist das Erlanger Zentrum für Islam und Recht in Europa (EZIRE), das 2008 gegründet wurde. Es befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für muslimisches Leben in Europa sowie mit der Entwicklung einer muslimischen Identität.

Die Stiftung Mercator gehört zu den großen deutschen Stiftungen. Sie initiiert und unterstützt Projekte für bessere Bildungsmöglichkeiten an Schulen und Hochschulen. Im Sinne Gerhard Mercators fördert sie Vorhaben, die den Gedanken der Weltoffenheit und Toleranz durch interkulturelle Begegnungen mit Leben erfüllen und die den Austausch von Wissen und Kultur anregen. Die Stiftung zeigt neue Wege auf und gibt Beispiele, damit Menschen gleich welcher nationalen, kulturellen und sozialen Herkunft ihre Persönlichkeit entfalten, Engagement entwickeln und Chancen nutzen können. So möchte sie Ideen beflügeln. Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einer unternehmerischen, internationalen und professionellen Haltung. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie, fühlt sie sich in besonderer Weise verbunden.

Die Universität Erlangen-Nürnberg, gegründet 1743, ist mit 28.000 Studierenden, 550 Professorinnen und Professoren sowie 2000 wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte Universität in Nordbayern. Schwerpunkte in Forschung und Lehre liegen an den Schnittstellen von Naturwissenschaften, Technik und Medizin in engem Austausch mit Jura und Theologie sowie den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften.


Homepage des Interdisziplinären Zentrums für Islamische Religionslehre (IZIR):
http://www.izir.de

Weitere Informationen für die Medien:

Vizepräsidentin
Prof. Johanna Haberer
Tel.: 09131/85-26601
johanna.haberer@online.de

Prof. Dr. Harry Harun Behr
Tel.: 0911/5302-607
Mobil: 0176/61073412
hb@ewf.uni-erlangen.de
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