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Carlo Ginzburg spricht im Rahmen der Mosse-Lectures an der HU

06.12.2010 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Als Bestandteil einer größeren, im Entstehen begriffenen Forschungsarbeit setzt der Vortrag ein mit dem Buch des deutschen Humanisten Erasmus Alberus Barfüsser Mönche Eulenspiegel und Alkoran von 1542. Dieses auch in französischer und lateinischer Übersetzung verbreitete Buch wurde oft als die Parodie eines mittelalterlichen Traktats angesehen: Bartholomäus von Pisas Liber confirmitatum (Über die Gleichförmigkeit). Aber was ist eine Parodie? Lässt die Parodie auch auf eine bestimmte Haltung der historischen Distanz schließen? Mit der hier vorgestellten Fallstudie soll aus einem eher ungewöhnlichen Blickwinkel ein derzeit vielfach diskutiertes Problem zur Sprache kommen: die Frage nach den Ursprüngen der modernen Wissenschaft (oder Geschichte) der Religionen und ihrer vielfältigen Beziehungen.

Carlo Ginzburg
Duplication as Distance. A Case Study
Vortrag in englischer Sprache und anschließendes Gespräch mit Lorraine Daston
Donnerstag, 9. Dezember 2010, 19 Uhr c.t.
Hauptgebäude der HU, Senatssaal, Unter den Linden 6, 10117 Berlin

Carlo Ginzburg hat einen Lehstuhl für Neuere Geschichte an der Universität von Bologna inne und ist zugleich Professor of Italian Renaissance Studies an der UC Los Angeles und Professor an der Scuola Normale Superiore in Pisa. Mit seinen Arbeiten zu einer neuartigen Kulturwissenschaft (Stichwort Mikrogeschichte) wurde er vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Aby-Warburg-Preis der Stadt Hamburg (1999), dem Forschungspreis der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (2008) und dem international hoch angesehenen Balzan-Preis (2010). Von seinen zahlreichen Werken sind auf Deutsch erschienen u.a.: Der Käse und die Würmer. Die Welt eines Müllers um 1600 (1979); Spurensicherung. Die Wissenschaft auf der Suche nach sich selbst (1995); Hexensabbat. Entzifferung einer nächtlichen Geschichte (1990); Holzaugen. Über Nähe und Distanz (1999); Erkundungen über Piero della Francesca (Taschenbuch 1999); Die Wahrheit der Geschichte. Rhetorik und Beweis (2001).

Lorraine Daston ist Professorin und Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissen-schaftsgeschichte in Berlin, als Gastdozentin war und ist sie tätig u.a. an der Harvard University, Stanford University, University of Oxford und der Humboldt-Universität zu Berlin. Sie ist Fellow der American Academy of Arts und Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie. Veröffentlichungen u.a.: Mit Katharine Park: Wonders and the Order of Nature 1150-1750 (1998); Classical Probability in the Enlightenment (1998); Wunder, Beweise und Tatsachen. Zur Geschichte der Rationalität (2001); mit Peter Galison: Objectivity (2007); mit Michael Stolleis (Hg.) Natural Law and Laws of Nature in Early Modern Europe (2000).

Mit freundlicher Unterstützung der Mosse Foundation, Fritz Thyssen Stiftung und Gerda Henkel Stiftung

WEITERE INFORMATIONEN

Dr. Elisabeth Wagner
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für deutsche Literatur
Tel: 030 20 939-777/651
E-Mail: info@mosse-lectures.de Weitere Informationen: http://www.mosse-lectures.de
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