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Eindrucksvolle Dokumentation über den Wandel der Rektoratsvilla der Hochschule Harz

10.12.2010 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Seien Sie herzlich willkommen in der Villa Honig, in der Villa Rautenbach, im FDGB-Ferienheim Georgij Dimitroff und in der Rektoratsvilla der Hochschule Harz, leitete Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann seinen Vortrag im Rahmen der Vernissage am Mittwoch, dem 8. Dezember 2010, vor fast 100 Gästen auf dem Wernigeröder Hochschulcampus ein. Sie alle waren gekommen, um die eindrucksvolle Dokumentation Eine Villa im Wandel der Zeiten zu sehen und spannende Hintergründe zur geschichtlichen Entwicklung zu erfahren.

Fast 110 Jahre sind seit der Grundsteinlegung der seinerzeitigen Villa Honig vergangen und das altehrwürdige Gebäude mit dem markanten Turm steht heute im sichtbaren Kontrast zum jungen Campus der 1991 gegründeten Hochschule Harz, der sich durch höchst moderne Architektur und Ausstattung auszeichnet. Vor gut fünf Jahren hatte Rektor Willingmann die Initiative für die Aufarbeitung der Villa-Geschichte gestartet und Bürgerinnen und Bürger der Region aufgerufen, die Hochschule Harz mit Materialien, historischen Zeugnissen und Zeitzeugenberichten zu unterstützen. Seitdem konnten vor allem dank der umfassenden Unterstützung der Enkel der Erbauerfamilie, Sabine Thüne und Jürgen T. Honig umfangreiche Informationen zusammengetragen werden, die die Hochschule der Öffentlichkeit nun erstmals in einer eigenen Dokumentation zugänglich macht.

Im Schicksal dieser Villa und ihrer Bewohner spiegelt sich gleichsam ein deutsches Jahrhundert ein ebenso blutiges wie ereignisreiches, führte Prof. Dr. Armin Willingmann bei seiner Einführung weiter aus. Mit dieser Ausstellung wollen wir Geschichte vor Ort sichtbar machen und sie zugleich in einen größeren historischen Zusammenhang stellen. Dies ist ein Stück unserer Verantwortung, Vergangenes für die heutige Generation verständlich zu machen und zu sichern dies gelingt besonders leicht, wenn wir persönliche Schicksale im Kontext ihrer Zeit beleuchten. Einen vielfältigen Wandel hat das ehrwürdige Gebäude hinter sich vom grünen Idyll der Familie Honig in den Jahren 1900 bis 1938, über die Zeit von 1938 bis 1945 als der Großindustrielle Arthur Rautenbach die Villa vor allem zu Repräsentationszwecken nutzte, bis hin zum Erholungsheim für russische Offiziere in den Jahren 1945 bis 1949. Als beliebter Ferienplatz und gern genutzte Kultureinrichtung hat das Haus zusammen mit dem umliegenden Park als FDGB-Erholungsheim die Herzen vieler DDR-Bürger erobert. Nach der Wende und mit Gründung der damaligen Fachhochschule Harz wurde die Villa Sitz der Hochschulleitung und beherbergt bis heute das Rektorat und zentrale Verwaltungseinrichtungen. Ich hoffe, Sie können hier Verweilen, Erinnern, aber auch Reflektieren über die Menschen, eine Villa und ein Land, das sich in den vergangenen 110 Jahren so sehr geändert hat, schloss der Rektor seine Begrüßung.

Anlässlich der Ausstellungseröffnung ließ die aus Fürth angereiste Sabine Thüne, Enkelin von Emmy und Detlev Honig, die Anfangsjahre der Villa anhand der Schilderungen aus Familienunterlagen Revue passieren. Mit sehr persönlichen Worten beschrieb sie die Zeit, als die preußische Rittmeister-Großfamilie Honig von Berlin in den Harz kam und in Hasserode ein staatliches Anwesen errichtete eine Villa mit 42 Zimmern, einem verwunschenen Park, Gewächshäusern und bemerkenswertem technischen Komfort bot der Familie wie auch dem Personal ein trautes Heim. Gleichzeitig bedankte sich Sabine Thüne bei Rektor Willingmann und den Mitarbeitern der Hochschule Harz für das Interesse an der Geschichte ihrer Villa: Würde meine Mutter Marlene noch leben, sie wäre unsagbar stolz auf diese Ausstellung und darauf, dass auch heute Interesse an ihrer familiären Entwicklung und Verständnis für die besondere Bedeutung der Villa besteht, schloss Thüne ihre Impressionen. Und wir wollen auch in Zukunft Materialien zur Entwicklung dieser einzigartigen Liegenschaft zusammentragen und hoffen weiterhin auf hilfreiche Unterstützung aus der Region, damit unsere im Jahr 2011 zum Hochschul-Jubiläum erscheinende kleine Villa-Festschrift einen möglichst lückenlosen Überblick mit diversen authentischen Zeitzeugen-Berichten bieten kann, verriet Willingmann.

Einen schönen Abschluss der kleinen historischen Zeitreise bildete die Verleihung des DAAD-Preises 2010 für Hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen. Ausgezeichnet wurde an der Hochschule Harz der bulgarische Informatik-Student Kiril Ralinovski. Neben seinen erstklassigen Studienleistungen und einem lobenswerten hochschulpolitischem Engagement ist Kiril Ralinovski bei deutschen wie internationalen Studierenden als stets hilfsbereiter Kommilitone geschätzt, begründete Rektor Willingmann die Entscheidung, während Hochschul-Mitarbeiterin Elke Stackfleth, langjährige Betreuerin der ausländischen Studierenden im Akademischen Auslandsamt der Hochschule Harz, Urkunde, Geschenk und den zugehörigen Scheck überreichte.


Die Veranstaltung wurde von drei Studentinnen des Studiengangs Wirtschaftspsychologie schwungvoll musikalisch umrahmt und fand einen stilvollen Ausklang bei einem kleinen Sektempfang, harztypischen Spezialitäten und intensiven Gesprächen der Gäste.

In den Räumen der Rektoratsvilla kann jeder Interessierte montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 13 Uhr die Geschichte der Villa lebendig werden lassen. Die Ausstellung ist bis Ende Januar auf dem Wernigeröder Hochschulcampus zu sehen, der Eintritt ist wie immer frei. Weitere Informationen: http://www.hs-harz.de
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