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DFG will ihr Begutachtungssystem reformieren

29.05.2002 - (idw) Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Zustimmung von Senat und Hauptausschuss - Entscheidung durch Mitgliederversammlung am 3. Juli 2002

Senat und Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) haben nach ausführlicher Diskussion in ihren Mai-Sitzungen eine Reform des Begutachtungssystems der DFG beschlossen. Das Reformpaket wird nun der Mitgliederversammlung in deren Sitzung am 3. Juli zur Verabschiedung vorgelegt, damit es rechtzeitig zu den anstehenden Neuwahlen der Fachgutachterinnen und Fachgutachter im Jahr 2003 wirksam werden kann. Wesentliche Ziele der Reform sind die Stärkung des Prinzips der Selbstverwaltung der Wissenschaft in der DFG durch Ausdehnung des Einflusses der gewählten Gutachter, die fachliche Qualitätssicherung aller Begutachtungsprozesse durch gewählte Mitglieder von Fachkollegien, eine größere Transparenz aller Begutachtungsverfahren sowie der Versuch, den neuen Anforderungen des Wissenschaftssystems im Hinblick auf Interdisziplinarität und Entwicklung neuer Fächer und Arbeitsrichtungen entgegenzukommen.

Dies soll erreicht werden, indem Begutachtung und Bewertung von Forschungsvorhaben klar voneinander getrennt werden, die Zusammenarbeit der Programmdirektorinnen und Programmdirektoren unserer Geschäftsstelle mit den gewählten Fachvertretern deutlich gemacht wird und schließlich die Kompetenz der gewählten Fachvertreter allen Förderinstrumenten der DFG zugänglich gemacht wird.

Das Begutachtungssystem der DFG mit dem Prinzip der Beurteilung aller Anträge durch gewählte Fachgutachter geht auf die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft von 1920 zurück und ist seit 1952 in nahezu unveränderter Form durch die Bestimmungen des §9 der Satzung festgelegt. Das Förderinstrumentarium der DFG hat sich seitdem allerdings unter qualitativen und quantitativen Aspekten umfassend fortentwickelt. Die Heranziehung von Spezialisten, auch aus dem Ausland, als Gutachter ist in der Satzung noch ebenso wenig berücksichtigt wie die seit 1952 neu hinzugekommenen kooperativen Förderverfahren wie Schwerpunktprogramme, Forschergruppen, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs etc. Insofern ist eine Änderung der Satzung auf der Grundlage klarer Regelungen für das Begutachtungssystem erforderlich.

In Zukunft sollen durch alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bei der DFG antragsberechtigt sind, Fachkollegien gewählt werden. Die gewählten Mitglieder dieser Fachkollegien sollen in allen Begutachtungsprozessen mitwirken. Sie sollen in die strategischen Entscheidungsprozesse innerhalb der DFG eingebunden werden.

Insgesamt zielt das Konzept auf eine Stärkung der Verantwortung der gewählten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Im schriftlichen Begutachtungsverfahren (Sachbeihilfen, Stipendien etc.) sollen Mitglieder der Fachkollegien künftig im Wesentlichen die Funktionen wahrnehmen, die bisher von den Fachausschussvorsitzenden und ihren Stellvertretern wahrgenommen werden. Das ist vor allem die abschließende und vergleichende Würdigung der Anträge, verbunden mit einer Qualitätskontrolle der vorangegangenen Begutachtung jedes einzelnen Antrags. Dies soll ihnen auch den notwendigen Freiraum verschaffen, verstärkt als Gutachter im Rahmen der koordinierten Verfahren und bei vergleichenden Begutachtungen von Einzelanträgen mitzuwirken. Bei den koordinierten Verfahren stimmt die Geschäftsstelle die Zusammensetzung der jeweiligen Gutachtergruppen mit gewählten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ab. In jeder Gutachtergruppe soll künftig mindestens ein gewählter Fachvertreter mitwirken.

Die Erfahrungen der gewählten Gutachter aus den Begutachtungsprozessen der verschiedenen Förderverfahren sollen künftig mehr als bisher in die strategischen Entscheidungen der DFG einfließen. Auch dadurch zielt das neue Konzept darauf ab, dem Prinzip der Selbstverwaltung der Wissenschaft in der Praxis eine noch stärkere Geltung zu verschaffen.

Nähere Informationen: http://www.dfg.de/organisation/fachgutachter/reform.html

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