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Jade Hochschule übernimmt Federführung

14.12.2010 - (idw) Jade Hochschule - Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth

Europa-Projekt fördert nachhaltige Nutzung von Energie

Oldenburg. Wilhelmshaven. Unter der Federführung der Jade Hochschule arbeiten 14 Projektpartner aus sechs Ländern im Rahmen des EU-Projekts North Sea Sustainable Energy Planning an einer nachhaltigen Energieplanung. Mit dabei sind Hochschulen, Unternehmen und Kommunen aus Deutschland, Dänemark, Schottland, Schweden, Belgien und den Niederlanden, die sich alle mit dem Thema nachhaltige Nutzung von Energie befassen. Die Teilnehmer treffen sich regelmäßig, um über ihre Aktivitäten zu berichten und Forschungsergebnisse auszutauschen.

Das von der EU ins Leben gerufene Projekt hat ein Finanzvolumen von 5,2 Millionen Euro und will die Regionalentwicklung in den genannten Ländern voranbringen. Mit dabei ist u.a. das Projekt von Prof. Dr. Heinrich Wigger von der Jade Hochschule. Er hat einen Leitfaden zur Hohlraumdämmung erstellt. Im Rahmen des EU-Projekts wird überprüft, ob dieser Leitfaden auch auf die anderen Partnerländer übertragbar ist.

Für die meisten Partner trifft das zu, weshalb der Leitfaden in die jeweilige Sprache übersetzt und den dortigen Bewohnern zur Verfügung gestellt wird, berichtet Hans-Peter Ratzke vom Forschungsmanagement der Jade Hochschule. Für Schottland eignet sich der Leitfaden so nicht, weshalb der Bauingenieur damit befasst ist, wie man die dortigen Häuser, die nicht zweischalig gebaut sind, trotzdem dämmen kann.

Das Institut für Rohrleitungsbau der Jade Hochschule arbeitet an einem Konzept, mit dem die Potenziale für den Einsatz von Wärmetauschern zur Gewinnung von Energie aus Abwasser ermittelt werden können. Derartige Wärmetauscher können u.a. an Krankenhäusern, Schulen oder Hallenbädern eingesetzt werden. Hierfür wiederum interessiert sich die Stadt Glasgow, ebenfalls Projektpartner. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 die nachhaltigste Stadt Europas zu sein.

Mit Hilfe von geografischen Informationssystemen hat sie Pläne erstellt, die zeigen, wo der größte CO2-Verbrauch stattfindet. Wissenschaftler erforschen die Gründe und sorgen dafür, dass die Energiefresser durch intelligente Lösungen ersetzt werden. Wärmeaustauscher aber auch die Dämmung von Häusern -wie sie an der Jade Hochschule entwickelt wurden- passen perfekt in das Konzept der schottischen Stadt.

Umgekehrt können wir deren geografische Informationssysteme nutzen, um hier ähnliche Karten zu erstellen, die uns beispielsweise verraten, wie der Energieverbrauch in der Stadt Oldenburg oder in einer kleineren Ortschaft ist, erklärt Hans-Peter Ratzke den Hintergrund dieses Projektes. Wir profitieren also alle voneinander und forschen nicht gleichzeitig an denselben Themen. Die EU möchte, dass möglichst viele EU-Bürger von bereits vorhandenen Erkenntnissen profitieren und somit ein wirksamer Beitrag gegen den Klimawandel geleistet wird. Damit die Ergebnisse möglichst schnell vor Ort ankommen, beteiligen sich Kommunen und Unternehmen.

Die länderübergreifenden Projekte sorgen neben mehr Bekanntheit der Jade Hochschule auch für ein großes Netzwerk. Weil wir permanent an neuen Projekten arbeiten, können wir inzwischen europaweit auf Experten zurückgreifen, die wir in neue Vorhaben einbeziehen. Aber es gibt auch andere Effekte, verrät Hans-Peter Ratzke. So entdeckte er in Glasgow den Studiengang Assistive Technologien und knüpfte sofort eine Verbindung zum hiesigen bundesweit einmaligen Studiengang an der Jade Hochschule. Vielleicht können die Oldenburger Studierenden schon bald problemlos in Glasgow studieren und umgekehrt die schottischen Studierenden in der Huntestadt.


Bild: Gegenwärtig laufen mehrere EU-Projekte zum Beispiel zu den Themen Tourismus, Logistik oder der Entwicklung von Geoinformationssystemen. Die Jade Hochschule ist an vier Projekten beteiligt und beeinflusst so die EU-Politik. Denn alle Ergebnisse werden den Verantwortlichen bei der EU unterbreitet, so dass sie in die Gesetzgebung einfließen können und damit zur Nachhaltigkeit und Bewahrung des Klimas beitragen.
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