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Hochkarätige Freihandelskonferenz in Indien

20.12.2010 - (idw) Hochschule Reutlingen

Eine erste wissenschaftliche Konferenz zu den Implikationen des geplanten europäisch-indischen Freihandelsabkommens fand am 26. und 27. November 2010 in Mumbai am SP Jain Institute für Management statt. Organisiert wurde die Tagung vom Centre for European Business Studies (CEBS). Das CEBS ist das einzige europäische Zentrum in Indien, das von Europäern und zwar der Fakultät ESB Business School der Hochschule Reutlingen betrieben wird. Es wird in Zukunft jährliche Konferenzen zu europäisch-indischen Wirtschaftsthemen veranstalten. Ein Jahr nach Gründung ist klar, dass das CEBS, welches Masterstudiengänge und Weiterbildungskurse im Bereich Management anbietet, höchst erfolgreich ist. Für den Gründungsdirektor Professor Dr. Dennis A. De ist das gesteckte Ziel, dass sich das CEBS innerhalb von zwei Jahren selbst finanzieren kann, in Reichweite gerückt. Bislang fördert die EU die Gründung von insgesamt vier Studienzentren in Indien mit unterschiedlichen Schwerpunkten (Wirtschaft, Friedensforschung, Soziologie). Alle Zentren werden von indischen Hochschulen in Kooperation mit europäischen Hochschulen betrieben - mit Ausnahme des CEBS in Mumbai.

Weil sich die europäischen Unternehmen innerhalb des eigenen Wirtschaftsraums in einem Verdrängungswettbewerb befinden, suchen sie Wachstumschancen vor allem außerhalb der EU in den bevölkerungsreichen und wachstumsstarken BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China). Innerhalb der BRIC-Staaten spricht vieles für Indien: Als größte Demokratie der Welt, mit einem angelsächsisch geprägten Rechtssystem und Englisch als Amtssprache sind die Markteintrittsbarrieren in Indien für europäische Unternehmen niedriger als anderswo.

Seit mehr als drei Jahren verhandeln die Europäische Union und Indien nun schon über ein bilaterales Freihandelsabkommen, das den Abbau von Zöllen und anderen Exportbeschränkungen vorsieht. Im April 2010 begann in Brüssel die letzte Verhandlungsrunde, die das Abkommen zum Abschluss bringen soll viele Punkte werden jedoch immer noch kontrovers diskutiert.

Am Anfang der Konferenz des CEBS stand eine Podiumsdiskussion mit hochrangigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Forschung aus Europa und Indien. Unter der Moderation von Bernhard Steinruecke, dem Generaldirektor der Indisch-Deutschen Handelskammer, diskutierten Marc Llistosella (Geschäftsführer von Daimler India), Peter Young (Head of Trade and Economic Affairs der Delegation der Europäischen Union in Indien), Tobias Unkelbach (Direktor beim Bundesverband deutscher Banken) und Manab Majumdar (Assistant Secretary General des Verbandes der indischen Industrie- und Handelskammern) über Wege zu einem Freihandelsabkommen.

Nach der Podiumsdiskussion standen Vorträge zu allgemeinen Fragen sowie drei ausgewählten Branchen auf dem Konferenz-Programm: dem Finanzsektor, der Automobil- und der Textilindustrie.

Wissenschaftler waren im Vorfeld weltweit aufgerufen worden, ihre Studien zu forschungsrelevanten Fragestellungen im Kontext des indoeuropäischen Freihandelsabkommens einzureichen. Eine internationale Jury um Prof. Dr. Jörg Naeve von der ESB Business School der Hochschule Reutlingen verlieh am Ende des zweiten Konferenztages den best paper award, eine vom CEBS mit einem Preisgeld von 100.000 Rupien dotierte Auszeichnung. Unterstützt wurde die Konferenz von Bloomberg TV und FICCI, dem Verband der indischen Industrie- und Handelskammern.

Über 100 Teilnehmer verfolgten die zweitägige Konferenz, darunter viele Führungskräfte aus der Wirtschaft und das Organisatorenteam um Prof. Dr. Dennis A. De zeigte sich mit dem Erfolg der Konferenz sehr zufrieden. Die gute Resonanz der Konferenz sei ein Zeichen dafür, dass die europäisch-indischen Beziehungen auf dem richtigen Weg seien. Symbolisch auch der Ort der Konferenz, das Oberoi Trident Hotel, das im Jahr 2008 Schauplatz islamistischer Anschläge geworden war. Indem man die Konferenz am zweiten Jahrestag der Anschläge an genau diesem Ort habe stattfinden lassen, habe man ein Zeichen dafür setzen wollen, dass das Leben weitergehe, so der Organisator, und die Vernetzung der Welt, zum Beispiel durch die Wirtschaft, nicht aufzuhalten sei.


Ansprechpartnerin:
Kerstin Kindermann
Public Relations/Medienarbeit
ESB Business School der Hochschule Reutlingen
Telefon: 07121/271-3070
E-Mail: kerstin.kindermann@reutlingen-university.de Weitere Informationen: http://www.esb-reutlingen.de http://www.reutlingen-university.de
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