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Brustkrebs gemeinsam als Paar bewältigen

21.12.2010 - (idw) Wilhelm Sander-Stiftung

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 58.000 Frauen an Brustkrebs. Die meisten Frauen trifft dieses Schicksal mit Mitte 60, also in einem Alter, in dem die Mehrheit von ihnen Partner und Kinder hat. Die Bewältigung einer Brustkrebserkrankung stellt also nicht nur für die betroffene Frau, sondern auch für ihr nahe stehende Personen eine belastende Situation dar. Die Arbeitsgruppe um Dr. Tanja Zimmermann am Institut für Psychologie der Technischen Universität Braunschweig will ab Januar 2011 Paaren bei der Bewältigung der Erkrankung helfen. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme soll in einer begleitenden Studie untersucht werden. Viele Frauen berichten, sich in der Zeit der medizinischen Behandlungen wie zum Beispiel der Chemo- oder Strahlentherapie durch die regelmäßigen ärztlichen Kontakte relativ sicher und auch durch ihren Partner gut unterstützt zu fühlen. Allerdings schildern Patientinnen oft nach Abschluss der medizinischen Behandlung in ein Loch zu fallen. Die Rückkehr zur Normalität und Bewältigung des Alltags stellt für viele Paare eine große Herausforderung dar und kann zu massiven Schwierigkeiten in der Partnerschaft sowie zu emotionalen und psychischen Problemen führen.

Ein von der Wilhelm Sander-Stiftung gefördertes Projekt an der Universität Braunschweig unterstützt Paare genau zu diesem Zeitpunkt bei einer effektiven gemeinsamen Bewältigung von Stress. Die Braunschweiger Psychologen suchen dafür Paare, die innerhalb der letzten sechs Monate die medizinische Behandlung abgeschlossen haben, sich aber körperlich oder seelisch noch belastet fühlen.

Unter dem Motto Seite an Seite bieten die Experten interessierten Paaren die Teilnahme an einer von zwei Trainingsmethoden: Die erste Trainings-Option gibt Hilfestellung im Umgang mit Krebs und regt zur partnerschaftlichen Unterstützung an. Die zweite Option beinhaltet ein bewährtes Entspannungstraining zum Stressabbau, das insbesondere in der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten als wirksam befunden wurde. Beide Programme umfassen vier kostenlose Sitzungen. Die Zuweisung zu den Optionen erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Ergebnisse des Projekts, das im Januar 2011 startet, fließen in eine Studie ein.
Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: http://www.seiteanseite.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit über 120.000 Euro. Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden dabei insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.
Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Kontakt:
Dr. Tanja Zimmermann, Technische Universität Braunschweig, Institut für Psychologie, Humboldtstr. 33, 38106 Braunschweig,
E-Mail: info@seiteanseite.de
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