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Nachhaltig mit Energie umgehen

22.12.2010 - (idw) Universität Siegen

Internationales Symposium an der Universität Siegen: Eingeladen hatte der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien von Prof. Volker Wulf gemeinsam mit dem Institut für Medienforschung sowie dem Fraunhofer Institut. Wir müssen den passiven Verbraucher zum aktiven Entscheidungsträger machen, erklärt Dr. Gerhard Fischer von der University of Colorado eines der zentralen Ziele, die die Teilnehmer des Symposiums Nachhaltige Energie an der Universität Siegen verfolgen.Gastdozenten waren u.a. Gerhard Fischer, Gero Bieser von SAP-Waldorf sowie Gunnar Stevens von der Universität Siegen. Die Forschung arbeitet intensiv an geeigneten IT-Programmen, um Energie-Produktion und Energie-Verbrauch so zu koordinieren, dass möglichst viel Energie eingespart wird. Dabei steht insbesondere der Verbraucher im Mittelpunkt der Überlegungen.

Ein immer größerer Anteil an erneuerbaren Energien soll in die Netze eingespeist werden. Dabei sind die großen Energie-Unternehmen auf natürliche Ressourcen wie Wind oder Sonne angewiesen. Spitzen in der Produktion müssen den Spitzen im Verbrauch angepasst werden, die Netze stabil bleiben. Wissenschaftler der Universität Siegen kümmern sich um die Koordination und entwickeln IT-basierte Programme. Besonderes Augenmerk legen sie dabei auf die Nutzerseite. So werden technische Lösungen entwickelt, die dem Verbraucher genau aufzeigen, welche einzelne Steckdose, welches einzelne Gerät wie viel Energie verbraucht. Wir statten in Siegen 10 bis 15 Testhaushalte mit entsprechenden Geräten aus, diese kosten aber noch 1000 bis 2000 Euro. Wir befinden uns also im Luxussegment, sagt Prof. Stevens. Die Platzierung im Markt wird noch ein paar Jahre dauern. Hat der Konsument vergleichbare Werte und sieht, dass die Stereoanlage im Stand-by-Modus eine entsprechende Menge an Energie verbraucht, sei er motivierter, diese komplett auszuschalten, prognostizieren die Experten.

Ein wichtiger Aspekt der Forschung ist die Datensicherheit. Denn die genaue Aufzeichnung des Energieverbrauchs lässt möglicherweise auch personenbezogene Rückschlüsse darauf zu, wann jemand in Urlaub ist oder zur Arbeit geht. Der Verbraucher muss die Kontrolle darüber haben, welche Daten erfasst werden und welche Daten anonymisiert an die Energie-Lieferanten weitergegeben werden, so Prof. Dogan Kestogan von der Universität Siegen. Die Energie-Unternehmen haben wiederum ein großes Interesse, die Prognosen, wann wie viel Energie benötigt wird, zu verbessern. Wir sollten nicht um jeden Preis mehr Energie erzeugen, sondern Produktion und Verbrauch besser aufeinander abstimmen, sagt Dr. Fischer.

Eine Bewusstseinsveränderung, nachhaltig mit den Energie-Ressourcen umzugehen, können wir als IT-Designer positiv beeinflussen, erklärt Prof. Stevens: Indem beispielsweise entsprechen Geräte, mit denen der Verbrauch von Energie der aktuellen Produktion von Energie automatisch angepasst werden, einfach zu handhaben sind. Die Verbraucher werden in die Entwicklungsschritte einbezogen.

Die Aktualität und Wichtigkeit des Themas spiegelt nicht zuletzt das deutschlandweit erstmalig an der Universität Siegen eingerichtete Master-Programm Human Computer Interaction" (das Zusammenspiel zwischen Mensch und Computer) wider.

Kontakt:
Prof. Volker Wulf
Tel: 0271/740-2910
volker.wulf@uni-siegen.de
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