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Wissenschaft auf dem Goldweg

22.12.2010 - (idw) Leibniz Universität Hannover

Ergebnisse von Forscher der Leibniz Universität Hannover in Nature Geoscience veröffentlicht Unter welchen Bedingungen reichert sich Gold im Erdmantel an? Auf diese Frage kann Dr. Roman Botcharnikov, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Mineralogie der Leibniz Universität Hannover, nun neue, wissenschaftlich fundierte Antworten geben.

Unter der Federführung des Instituts für Mineralogie der Leibniz Universität Hannover und in Kooperation mit weiteren Instituten aus Deutschland und Kanada kamen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Hilfe von Hochdruck- und Hochtemperaturexperimenten in Silikatschmelzen zu folgender, grundlegend neuer Erkenntnis.

Schwefel spielt eine Schlüsselrolle für das geochemische Verhalten von Gold. Da Schwefel in verschiedenen Oxidationsstufen vorliegen kann beispielsweise als Sulfid und Sulfat - stellen die chemischen Bedingungen eine wichtige Ausgangssituation für das chemische Verhalten in schwefelhaltigen Magmen dar. In einem sehr engen Oxidationsbereich liegen beide Schwefelspezies gemeinsam in der Schmelze vor. Genau dort haben wir ein Maximum an Goldlöslichkeit beobachtet, sagt Dr. Botcharnikov.

Bisher wurde davon ausgegangen, dass eine derartige Anreicherung von Gold in Magmen nur unter sehr oxidierenden Bedingungen oder in schwefelfreien Systemen möglich ist. Derartige Bedingungen sind in der Natur sehr unwahrscheinlich. Daher zeigt diese Studie einen neuen Weg auf, wie Gold und möglicherweise auch andere Edelmetalle effizient vom Erdmantel in die Erdkruste transportiert werden können.

Die Anreicherung und der Transport von Gold durch den Erdmantel in die Erdkruste ist eine notwendige Vorraussetzung für die Bildung von Golderzlagerstätten. Mit dieser Studie haben wir dazu beigetragen, die Entstehung von Golderzlagerstätten zu verstehen, freut sich Dr. Botcharnikov. Seit Anfang des Jahres 2009 forscht er in der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit 160.000 Euro geförderten Studie.

Die Ergebnisse sind am 19. Dezember 2010 in der Zeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht worden. Im Internet sind sie zu finden unter: http://www.nature.com/ngeo/journal/vaop/ncurrent/index.html

Hinweis an die Redaktion:
Für weitere Informationen steht Ihnen Roman Botcharnikov, Institut für Mineralogie der Leibniz Universität Hannover, unter Telefon +49 511 762 19183 oder per E-Mail unter r.botcharnikov@mineralogie.uni-hannover.de gern zur Verfügung.
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