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Computerarchitekturen nach dem Vorbild des Gehirns

22.12.2010 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Die Entwicklung fundamental neuer, dem Gehirn nachempfundener Computerarchitekturen steht im Mittelpunkt der Forschungsarbeit eines WissenschaftlerKonsortiums, dem 13 Arbeitsgruppen aus sechs Ländern Europas angehören. Beteiligt sind Neurobiologen, Computerwissenschaftler, Physiker und Ingenieure, die sich in dem Projekt BrainScaleS zusammengeschlossen haben. Das Verbundvorhaben wird von der Europäischen Kommission in den Jahren 2011 bis 2014 mit insgesamt 8,5 Millionen Euro gefördert. Die Koordination liegt bei Karlheinz Meier vom KirchhoffInstitut fur Physik der Universität Heidelberg. Pressemitteilung
Heidelberg, 22. Dezember 2010

Computerarchitekturen nach dem Vorbild des Gehirns
Europäische Kommission fördert das internationale Projekt BrainScaleS mit 8,5 Millionen Euro

Die Entwicklung fundamental neuer, dem Gehirn nachempfundener Computerarchitekturen steht im Mittelpunkt der Forschungsarbeit eines WissenschaftlerKonsortiums, dem 13 Arbeitsgruppen aus sechs Ländern Europas angehören. Beteiligt sind Neurobiologen, Computerwissenschaftler, Physiker und Ingenieure, die sich in dem Projekt BrainScaleS zusammengeschlossen haben. Das Verbundvorhaben wird von der Europäischen Kommission in den Jahren 2011 bis 2014 mit insgesamt 8,5 Millionen Euro gefördert. Die Koordination liegt bei Karlheinz Meier vom KirchhoffInstitut fur Physik der Universität Heidelberg.

Die im BrainScaleSKonsortium kooperierenden Wissenschaftler wollen gemeinsam eine sogenannte neuromorphe Forschungsanlage entwickeln, aufbauen und betreiben. Als neuromorph werden Systeme bezeichnet, die auf den elektronischen Modellen neuronaler Schaltkreise basieren. In ihrem Aufbau orientieren sie sich an neurobiologischen Strukturen des Nervensystems und funktionieren daher fundamental anders als numerische Simulationen auf konventionellen Hochleistungscomputern. Neuromorphe Systeme sollten wichtige Eigenschaften des Gehirns aufweisen: Fehlertoleranz, Lernfähigkeit und einen sehr geringen Energieverbrauch, erläutert Karlheinz Meier.

Die geplante neuromorphe Forschungsanlage wird mehr als eine Million elektronische und biologisch inspirierte Neurone mit fast einer Milliarde lernfähiger Synapsen zu beliebigen Architekturen zusammenfugen können. Das System wird etwa 10.000 Mal schneller laufen als das biologische Vorbild und so ein ideales Gerät fur die Erforschung möglicher Netzwerkarchitekturen sein. Ein Nutzerzugang uber das Internet ist geplant. Die bisher geplanten Experimente umfassen sowohl biologisch motivierte Schleifen von Wahrnehmung und Aktion als auch Versuche zur Verarbeitung generischer, nichtbiologischer Daten.

Das BrainScaleSVorhaben baut auf dem 2010 erfolgreich abgeschlossenen und ebenfalls von Karlheinz Meier koordinierten Vorgängerprojekt Fast Analog Computing with Emergent Transient States (FACETS) auf. Heidelberg ubernimmt im neuen Projekt die fuhrende Rolle beim Entwurf, Aufbau und Betrieb der neuromorphen Forschungsanlage. BrainScaleS wird im Rahmen des Programms Future and Emerging Technologies (FET) der Europäischen Union gefördert. Im Mittelpunkt des FETProgramms steht die Entwicklung zukunftsweisender Technologien. Die in Heidelberg angesiedelten Arbeiten werden mit zwei Millionen Euro gefördert.


Informationen uber BrainScaleS können auf der ProjektWebseite unter der Adresse http://www.BrainScaleS.eu abgerufen werden.

Kontakt:
Prof. Dr. Karlheinz Meier
KirchhoffInstitut fur Physik
Telefon (06221) 549831
meierk@kip.uniheidelberg.de

Kommunikation und Marketing
Pressestelle, Telefon (06221) 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
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