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Eine kurze Geschichte der Entwicklungsbiologie

23.12.2010 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Biologen der Universität Jena geben Reader zur Entwicklungsbiologie heraus Evolutionäre Entwicklungsbiologie oder kurz Evo-Devo steht seit einiger Zeit auf den Lehrplänen der Universitäten, Schulen sowie Weiterbildungen. Es fehlt jedoch an geeigneten Lehrbüchern für das Fach, das die Individual-Entwicklung im Zusammenhang mit der Evolution behandelt. Um diesem Mangel zu begegnen, haben Prof. Dr. Uwe Hoßfeld (Biologiedidaktik) und Prof. Dr. Lennart Olsson (Spezielle Zoologie) von der Universität Jena gemeinsam mit Fachkollegen aus Prag und Halifax einen Reader herausgegeben, der als Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe II und für Studenten dienen soll.

Wir haben extra für den Unterricht ein Kompendium der Klassiker der Literatur zur Entwicklungsbiologie zusammengestellt, sagt Uwe Hoßfeld. Das heißt, die wichtigsten Texte aus Wilhelm Roux's Archives of Developmental Biology sind versammelt. Wilhelm Roux (1850-1924) wissenschaftliches Journal ist die wichtigste Reihe zu Evo-Devo. Sie erscheint seit 1894 und die Jenaer Wissenschaftler haben die Ausgaben vom Gründungsjahr bis 2004 ausgewertet. Der Student Marco Steps hat dazu einen Autorenindex erstellt. Folglich vermittelt die Lektüre nicht nur das Wissen über dieses neue Fach, sondern dem Leser erschließt sich zugleich die Geschichte der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Thesen der Entwicklungsbiologie. So beginnt das Kompendium mit einem Aufsatz von Wilhelm Roux über die Entwickelungsmechanik der Organismen von 1895. Am Ende des Bandes findet sich der Beitrag Mutations affecting the pattern of the larval cuticle in Drosophila melanogaster, verfasst von Christiane Nüsslein-Vollhard und Kollegen. Nüsslein-Vollhard erhielt für diese konkreten Forschungen an der Fruchtfliege Drosophila 1995 den Medizin-Nobelpreis.

Neben Olsson und Hoßfeld gehört Dr. Michal Simunek von der Prager Karls-Universität/Akademie der Wissenschaften zu den Autoren des neuen Lehrbuchs. Simunek erforscht derzeit mit den Jenaer Wissenschaftlern die europäische Geschichte des Mendelismus. Der andere Autor, Prof. Georg Levit aus Kanada, ist Teilmitarbeiter im DFG-Projekt über Evolutionäre Entwicklungsbiologie, das seit 2008 gefördert wird. Der 2011 erscheinende Reader für die Sekundarstufe II sowie Universitäten erscheint als Band 24 in der renommierten Reihe Studies in the History of Sciences and Humanities, die von der Universität Prag herausgegeben wird. Wir dürfen stolz sein, dass unser Buch in dieser Reihe erschienen ist, sagt Lennart Olsson. Das neue Buch ein Ertrag des Forschungsprojektes wird Schülern und Studenten gute Dienste leisten, davon sind Olsson und Hoßfeld überzeugt.

Bibliographische Angaben:
Marco Steps, Uwe Hoßfeld, Lennart Olsson, Georgy S. Levit, Michal Simunek: Wilhelm Roux's Archives of Developmental Biology 1894-2004. An Author Index, Introductory Essays and classical Papers, Verlag Springer Sciences + Business Media, Prag 2011, 412 Seiten, ISBN: 978-80-87378-36-6


Kontakt:
Prof. Dr. Uwe Hoßfeld
Arbeitsgruppe Biologiedidaktik der Universität Jena
Am Steiger 3 (Bienenhaus), 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949491
E-Mail: uwe.hossfeld[at]uni-jena.de

Prof. Dr. Lennart Olsson
Institut für Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie mit Phyletischem Museum der Universität Jena
Erbertstraße 1, 07743 Jena
Tel. 03641 / 949160
E-Mail: Lennart.Olsson[at]uni-jena.de Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de
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