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Frauen in MINT-Berufen verdienen weniger

23.12.2010 - (idw) Bayerisches Staatsinstitut für Hochschulforschung und Hochschulplanung

Berufswege und Kompetenzen von Hochschulabsolventen stehen im Mittelpunkt der Ausgabe 4/2010 der Beiträge zur Hochschulforschung. Denn obwohl Akademiker im Vergleich zu anderen Qualifikationsgruppen nach wie vor bessere Berufschancen vorfinden, wandeln sich auch für sie die Qualifikationsanforderungen sowie die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Berufsverläufe. Frauen, die ein MINT-Fach studiert haben, verdienen beim Berufseinstieg durchschnittlich weniger als Männer - insbesondere im ingenieurwissenschaftlichen Bereich. Der Grund dafür ist, dass Frauen häufiger befristet eingestellt werden oder im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Susanne Falk, die sie in der neuesten Ausgabe der Beiträge zur Hochschulforschung vorstellt. Ihre auf Basis des Bayerischen Absolventenpanels durchgeführten Analysen zeigen, dass es nicht ein unterschiedliches Studienverhalten ist, welches diese Einkommensunterschiede erklärt. Fazit: Für einen Abbau der Lohnungleichheit ist entscheidend, dass mehr Frauen Zugang zu unbefristeten Stellen in der Privatwirtschaft bekommen. Schließlich ist es in Anbetracht des Fachkräftemangels in MINT-Fächern ein wichtiges Ziel, hochqualifizierte Frauen in diesem Bereich zu halten.

Auskunft über die berufliche Entwicklung von Akademikern enthalten Absolventenstudien. Der Artikel von Michael Jaeger und Christian Kerst zeigt am Beispiel von Daten des Hochschul-Informations-Systems (HIS), wie die Ergebnisse von Absolventenbefragungen sinnvoll in das Hochschulmanagement eingebunden und bei der Qualitätsentwicklung für die Lehre sowie von Career Service-Einrichtungen genutzt werden können.

Mit den Karrierewegen von Hochschulabsolventen befasst sich der Aufsatz von Kathrin Leuze. Anhand eines deutsch-britischen Vergleichs beschreibt sie, dass die engere Kopplung von Hochschulsystem und Arbeitsmarkt in Deutschland eine höhere Vorhersehbarkeit von Einstiegspositionen sowie eine bessere Planbarkeit des weiteren Karriereverlaufs ermöglicht. Die Akademikerarbeitsmärkte in Großbritannien sind dagegen stärker der Konkurrenz des Marktes ausgesetzt und bieten weniger Karrieresicherheit, sowohl beim Berufseinstieg als auch im weiteren Berufsverlauf.

Welche speziellen Kompetenzen haben junge Akademiker? Diesem Thema widmet sich der Beitrag von Anne-Marie Lödermann und Katharina Scharrer. Auf der Basis einer Unternehmensbefragung zeigen sie, dass neben den fachlichen Fähigkeiten besonders berufsbezogene Einstellungen wie Offenheit und Lernbereitschaft von den Arbeitgebern geschätzt werden. Bei der Auswahl von Bewerbern legen die Unternehmen Wert auf personale Kompetenzen und Einstellungen wie Initiative, Belastbarkeit, aber auch auf kommunikatives und kooperatives Verhalten.

Die Beiträge zur Hochschulforschung sind eine der führenden wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich der Hochschulforschung im deutschen Sprachraum. Sie zeichnen sich durch hohe Qualitätsstandards, ein breites Themenspektrum und eine große Reichweite aus. Die Zeitschrift veröffentlicht quantitative und qualitative empirische Analysen, Vergleichsstudien und Überblicksartikel, die ein anonymes Peer Review-Verfahren durchlaufen haben.

Die Ausgabe 4/2010 kann entweder in gedruckter Form per E-Mail
(sekretariat@ihf.bayern.de) beim IHF bestellt oder über die Homepage www.ihf.bayern.de als pdf-Datei herunter geladen werden.
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