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Professor Holger Hanselka neuer Vize-Präsident der TU Darmstadt

03.01.2011 - (idw) Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

Leiter des Fraunhofer LBF übernimmt Ressort für Wissens- und Technologie-transfer
Zum 1. Januar 2011 übernimmt Professor Holger Hanselka (49), Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt, als Vizepräsident der TU Darmstadt das Ressort Wissens- und Technologietransfer. Er tritt die Nachfolge von Professor Reiner Anderl an, der nach zwei Wahlperioden zum Ende des Jahres aus dem Präsidium ausscheidet. Hanselka leitet seit 2001 das Fachgebiet Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik im Fachbereich Maschinenbau der TU. Vor allem die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen will Hanselka in seiner Amtszeit ausbauen. Den bereits gut ausgeprägten Wissens- und Technologietransfers der TU Darmstadt gilt es zu bewahren und um zusätzlich Erforderliches zu ergänzen, so Hanselka.

Technologietransfer erfordere einerseits ein klares Verständnis der Bedarfe und der hinterlegten Prozesse des Marktes, andererseits eine gute Vorstellung über das eigene Angebot. Aus meiner Erfahrung als Leiter des Fraunhofer LBF weiß ich, was die Industrie benötigt, was heute schon andere Marktpartner anbieten und welche besondere Chancen sich für die TU ergeben. Das sei am besten im engen Zusammenspiel zwischen Fachbereichen und Zentralverwaltung zu erreichen: Die Fachbereiche kennen den Markt und ihre eigene Leistungsfähigkeit am besten, die Zentrale kann die Erfahrungen der gesamten Uni bündeln und ihre Kompetenz für alle Fachbereiche nutzbar machen, so Hanselka.

Eine wichtige Facette des Technologietransfers sieht Hanselka in den Ausgründungen einer Universität. Sie sind für ihn ein idealer Beleg dafür, dass dieser immer bidirektional zu verstehen ist: Gerade junge Unternehmen benötigen in der Start-up-Phase die besondere Nähe zur Universität, was sich zum Beispiel in gemeinsamen Projekten und gegenseitigen Aufträgen niederschlagen kann.

Am Beispiel der Elektromobilität zeigt sich nach Ansicht Hanselkas, wie hilfreich für Forscher die Wirtschaft bei der Identifikation zukünftiger Themen sein kann. Angetrieben von wirtschaftlichen Interessen ergäben sich akuter Forschungsbedarf und zahlreiche Ansatzpukte. Derartige Entwicklungen aus Sicht der Forschung frühzeitig zu erkennen und für die eigene Forschungsstrategie nutzen zu können ist eine große Chance, so Hanselka.

Lebenslauf Professor Holger Hanselka:
Professor Dr.-Ing. Holger Hanselka studierte Allgemeinen Maschinenbau an der Technischen Universität Clausthal. Im Jahr 1988 begann er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig mit dem Themenschwerpunkt Leichtbau / Faserverbunde. Er promovierte 1992 an der Technischen Universität Clausthal, wurde 1993 im DLR Leiter der Arbeitsgruppe Naturfaserverstärkte Kunststoffe im Automobil- und Fahrzeugbau und übernahm 1995 die Abteilungsleitung Adaptronik. Für das BMBF-Leitprojekt Adaptronik wurde er im Jahr 2000 mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes ausgezeichnet. Während seiner Tätigkeit beim DLR konnte Prof. Hanselka im Rahmen des Technologietransfers mehrere Firmenausgründungen initiieren und aktiv begleiten. Die Unternehmen sind alle bis zum heutigen Tag erfolgreich am Markt tätig.

Im Jahr 1997 erfolgte der Ruf als Professor an die Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg. Professor Hanselka wurde Inhaber des Lehrstuhls Adaptronik / Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Mechanik und konnte dort wesentliche Impulse zur ingenieurwissenschaftlichen Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Adaptronik und Strukturdynamik setzen.

Im Jahr 2001 folgte er dem Ruf nach Darmstadt als Direktor des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF in Darmstadt und Leiter des Fachgebietes Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik (SzM) an der Technischen Universität Darmstadt. Innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft gründete er die Fraunhofer-Allianz Adaptronik und koordiniert hier die Fachkompetenzen von zwölf Fraunhofer-Instituten auf diesem Themenfeld. Seit Oktober 2006 ist Hanselka zudem Mitglied des Präsidiums der Fraunhofer Gesellschaft sowie Vorsitzender des Verbunds Werkstoffe, Bauteile. Darüber hinaus ist er Hauptkoordinator des Projekts Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität. Weiterhin Initiator und Koordinator des LOEWE-Zentrums AdRIA, in dem das Fraunhofer LBF, 22 Professoren der TU Darmstadt und die Hochschule Darmstadt unter einem Dach zusammenarbeiten.


Der gebürtige Oldenburger ist verheiratet und Vater dreier Kinder.
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