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Dem Ausbildungsberuf "Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie" fehlen die Bewerber/innen

01.08.2003 - (idw) Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Im Gastronomieberuf "Fachmann/Fachfrau für Systemgastronomie" ist das Angebot an Ausbildungsplätzen größer als das Interesse potentieller Bewerber/innen! Im 1998 neu erlassenen Beruf konnten 2002 insgesamt 1 817 Lehrstellen angeboten werden - doch 12,9 Prozent der Ausbildungsplätze blieben unbesetzt! Dem offenbar negativen Berufsimage setzen Personal- und Ausbildungsverantwortliche im Gastronomiebereich positive Praxiserfahrungen mit dem neuen Beruf entgegen: Aufgrund der in der Ausbildung erworbenen umfangreichen Kenntnisse bescheinigen sie den Fachleuten für Systemgastronomie gute Einstellungschancen und vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Je nach Neigung und Engagement können die Fachkräfte zum einen Tätigkeiten im Restaurant selbst übernehmen; hier besteht ihre zentrale Aufgabe in der Umsetzung eines standardisierten, zentral gesteuerten Konzepts in der Systemgastronomie , wie es z.B. bei Restaurantketten wie Maredo, bei der Mitropa (DB AG), bei großen Unternehmen mit eigenem Restaurantbetrieb wie z.B. Kaufhof oder Karstadt oder auch bei Cate-ringunternehmen praktiziert wird. Zum anderen werden sie aber auch für Tätigkeiten in den Unternehmenszentralen im Bereich Personalwesen, Produktmanagement oder im Außendienst qualifiziert. Und auch die Aufstiegsmöglichkeiten sind gut: Die Karrierewege reichen von dem/der Juniorbetriebsleiterassistenten/in über den/die Betriebsleiterassistenten/in bis hin zum/zur Betriebsleiter/in.

Dies ist ein Ergebnis der vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in den Jahren 2000 und 2001 durchgeführten Befragung von Personal- und Ausbildungsverantwortlichen der zuständigen Stellen zur Akzeptanz des neuen Ausbildungsberufs in der Praxis.

Ein positives Fazit lässt sich auch im Hinblick auf die quantitative Entwicklung des neuen Berufs ziehen - die Zahl der jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ist von Jahr zu Jahr kontinuierlich gestiegen: Bei der Einführung des neuen Berufs im Jahr 1998 wurden 395 Ausbildungsverträge abgeschlossen, 1999 waren es bereits 641, in 2000 erhielten 853 Jugendliche einen Ausbildungsvertrag und 2001 stieg die Anzahl noch einmal um 951 neue Ausbil-dungsverträge.

Weitere Ergebnisse der Befragung:

· Die Betriebe sind mit dem Rahmenplan zur Berufsausbildung zufrieden: Die festgelegten inhaltlichen und zeitlichen Vorgaben lassen ausreichend Spielraum für die Anpassung an die jeweiligen betrieblichen Gegebenheiten.

· Weil das Ausbildungsprofil, das Systemgastronomie und Personalwesen umfasst, hohe inhaltliche Anforderungen stellt und Qualifikationen umfasst, die in anderen Gastrono-mieberufen nicht vermittelt werden, wird die Schaffung eigener Berufsschulklassen angeregt. Dies steht allerdings im Widerspruch zu dem Branchenkonzept, das vorsieht, auch Fachkräften im Gastgewerbe nach ihrer zweijährigen erfolgreichen Ausbildung den Durchstieg zu anderen Berufen im Gastgewerbe wie z.B. Restaurantfachmann/frau oder Fachmann/-frau für Systemgastronomie zu ermöglichen.

· Trotz guter quantitativer Entwicklung bilden viele Betriebe in der Systemgastronomie (noch) nicht aus. Die Gründe: Mangelnde Information über den Beruf und die Erforder-nisse einer qualifizierten Ausbildung, aber auch fehlende Ausbildereignung. Außerdem erfüllen manche Betriebe nicht die Vorgabe für eine qualifizierte Ausbildung (mindestens drei Filialen und eine Zentrale).

Weitere Informationen zu der Untersuchung im Internet über untenstehenden Link.

(Abschlussbericht zum Forschungsprojekt "Quantitative und qualitativ strukturelle Aspekte bei neuen Ausbildungs-berufen für den Dienstleistungssektor".)


Auskunft im BIBB erteilt Bettina Webers, Email: webers@bibb.de
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