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Afroamerikanische Literatur neu entdeckt. Erstveröffentlichung unbekannter Hurston-Kurzgeschichten

02.02.2011 - (idw) Universität Regensburg

Es war schon eine kleine Sensation, als der US-amerikanische Chronicle of Higher Education zum Jahresbeginn über die Entdeckung bisher unbekannter Kurzgeschichten der afroamerikanischen Schriftstellerin Zora Neale Hurston berichtete (http://chronicle.com/article/The-Newly-Complicated-Zora/125753). Hurston zählt zu den bedeutendsten Autoren der afroamerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts, deren Werk die multikulturelle Gegenwartsliteratur Amerikas maßgeblich beeinflusste. Prof. Dr. Glenda R. Carpio und Prof. Dr. Werner Sollors hatten die Texte der Autorin des weltberühmten Romans Their Eyes Were Watching God (1937) im Frühjahr 2010 während einer gemeinsamen Lehrveranstaltung an der Harvard University überraschend gefunden. Sie machten ihren Fund bei der Durchsicht von Mikrofilmen zur Literatur und Kultur der zwanziger und dreißiger Jahre.

Die insgesamt fünf neuen Geschichten von Zora Neale Hurston werden jetzt in einem Sonderheft der Zeitschrift Amerikastudien/American Studies erstmals veröffentlicht. Die Fachzeitschrift wird seit 2002 an der Universität Regensburg von Prof. Dr. Udo Hebel, dem Inhaber des Lehrstuhls für Amerikanistik, als General Editor für die Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA) herausgegeben. In Kooperation mit der Harvard University werden dabei neben den Kurzgeschichten von Hurston zwei bisher ebenfalls unbekannte Hurston-Briefe sowie neue Texte der afroamerikanischen Gegenwartsautoren Jamaica Kincaid und Ishmael Reed publiziert. Hinzukommen eine Reihe von Originalaufsätzen zu aktuellen Entwicklungen in der afroamerikanischen Literatur von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland.

Die Harvard-Professoren Carpio und Sollors hatten schon gegenüber dem Chronicle of Higher Education berichtet, dass die neuen und im New York der Harlem-Renaissance angesiedelten Kurgeschichten das gängige Bild von Zora Neale Hurston und der afroamerikanischen Literatur zwischen den Weltkriegen nachhaltig verändern werden. Die bisher vor allem mit der afroamerikanischen Folklore des Südens der USA assoziierte Hurston scheint vor diesem Hintergrund stärker mit dem urban-kosmopolitischen Leben der modernen Großstadt New York verbunden zu sein. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lehrstuhls für Amerikanistik der Universität Regensburg stehen somit aufregende Wochen im Rahmen einer internationalen Forschungskooperation und editorischer Pionierarbeit auf dem Programm.

Die Sonderausgabe der Zeitschrift Amerikastudien/American Studies wird im April 2011 unter dem Titel African American Literary Studies: New Texts, New Approaches, New Challenges als Heft 55.4 (2010) erscheinen (http://www.amerikastudien.de/quarterly/index.html).

Ansprechpartner für Medienvertreter:
Prof. Dr. Udo Hebel
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Amerikanistik
0941 943-3477
hebel@uni-regensburg.de

oder

Prof. Dr. Werner Sollors
Harvard University
Dpt. of African and African American Studies
+39-(0)41 52 40 811 (derzeitiger Kontakt in Venedig)
werner.sollors@gmail.com
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