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Von Feuerinfernos und Meteoriten: Geo-Institute der Universität zu Köln auf dem Neumarkt

29.05.2002 - (idw) Universität zu Köln

89 /2002 (Geowissenschaften)

Von Feuerinfernos und Meteoriten
Geo-Institute der Universität zu Köln auf dem Neumarkt

An den Erlebnistagen Geowissenschaften zum Thema "Feuer" vom 5.-9. Juni 2002 auf dem Kölner Neumarkt beteiligen sich die Geo-Institute der Universität zu Köln mit Quizshows, Projektvorstellungen, Postern und multimedialen Vorträgen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen ihre Forschungsarbeit rund um das Thema Feuer vor und beantworten die Fragen der Besucher direkt vor Ort. Im einzelnen beteiligen sich die Kölner Institute an folgenden Themenschwerpunkten:
· "Diamonds - geoscientist's best friends":
Institut für Mineralogie und Geochemie
· "Kontinentaldrift: Mit dem ICE von Köln nach New York":
Geologisches Institut
· "Route A61 - Autobahn durchs Land der Erdbeben und Vulkane":
Erdebenstation Bensberg
· "Feuer fiel vom Himmel":
Geologisches Institut, Institut für Mineralogie und Geochemie
· "Feuerinfernos: Brennende Umwelten des Menschen":
Geographisches Institut
· "Jung, dynamisch und aktiv: Vulkanismus in der Eifel":
Institut für Mineralogie und Geochemie
· Spiel mit dem Feuer? Risikobewertung aktiver Vulkane":
Institut für Geophysik und Meteorologie

Unter der Federführung des Kölner Geographischen Instituts ist die Deutsche Gesellschaft für Geographie mit einem eigenen Zelt (Nr. 13, direkt neben dem Informationsstand) zur Thematik "Feuerinfernos - Brennende Umwelten des Menschen" vertreten. Konkret werden dabei drei Themenkomplexe näher betrachtet, die den Menschen in den Mittelpunkt setzen und das breite Spektrum der geographischen Forschung im Zusammenhang mit dem Element Feuer vorstellen. Diese sind im einzelnen:
a) Waldbrände und Feuerökologie
Natürliche und von Menschen hervorgerufene Brände und ihre Folgen werden thematisiert. Beispiele: Notwendigkeit von Wald- und Savannenbränden zur Regeneration der Flora, Auswirkungen des katastrophalen "haze" in Südostasien, Folgen der "shifting cultivation"
b) Vulkanausbrüche und ihre Auswirkungen auf den Menschen
Bodenfruchtbarkeit in der Landwirtschaft, Bedrohung und Evakuierungspläne für die Bevölkerung. Beispiele: Merapi, Indonesien, und Mt. Pinatubo, Philippinen.
c) Katastrophale Auswirkungen von Bränden in Städten, Metropolen und Megastädten
Zerstörung in Krieg und Konflikten, Erdbeben und die Auswirkungen von Folgebränden, Vulnerabilität und Vorsorgemaßnahmen, Attentate. Beispiele: Kriegszerstörungen und Wiederaufbau in deutschen Städten; Brände als Erdbebenfolgen in Tokyo und Kobe; Attentat von New York; Vulnerabilität von Bevölkerung in Marginalsiedlungen gegenüber Bränden in Megastädten

Am 8. Juni bietet das Geographische Institut zusätzlich auch Exkursionen an:
1. Leben mit dem Hochwasser
2. NS-Planungen und Wiederaufbau als Ausgangspunkt Kölner Stadtentwicklung
3. Der Dom - und was sonst noch? Köln als Touristenziel
4. Zwischen Rhein und rauchenden Schloten: Mülheims industrielles Erbe

Die Exkursionen beginnen um 14 Uhr, sie dauern jeweils ca. 3 Stunden. Treffpunkt ist der Neumarkt, in der Nähe der Straßenbahnhaltestelle der Linien 1 und 9. Die Teilnahme ist kostenlos, je nach Exkursionsziel zahlen die Teilnehmer jedoch die Fahrtkosten für die genutzten öffentlichen Verkehrsmittel.

Weitere Informationen zu den Angeboten des Geographischen Instituts sind unter der Telefonnummer 0221/470-6102 , die E-mail-Adresse ch.schulz@uni-koeln.de und im Internet unter http://www.geographie.uni-koeln.de abrufbar.

"Feuer fiel vom Himmel" ist das Motto der Exponate des Kölner Geologischen Instituts und des Instituts für Mineralogie und Geochemie, die zusammen mit dem Paläontologischen Institut der Bonner Universität ausstellen.
Mit einem Gang durch die Erdgeschichte sollen die gewaltigen Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt an der Kreide-Tertiärgrenze erfahrbar gemacht werden, die von einem gigantischen Meteoriteneinschlag zumindest mit verursacht wurden.

Dieser Teil der Veranstaltung will die erdgeschichtlichen Aspekte der Geowissenschaften vermitteln sowie den interdisziplinären Verbund, der nötig ist, um Welten aus geologischer Vergangenheit auferstehen zu lassen. Er soll gleichzeitig den Blick für die Notwendigkeit schärfen, einzelne Forschungshypothesen - Meteoriteneinschlag, Klima- und Meeresspiegelveränderungen - gegeneinander abzuwägen. Dadurch werden wissenschaftliches Denken und Erkenntnisfortschritte erfahrbar gemacht.

Im einzelnen soll der Besucher die fremde Welt der Kreidezeit erleben. Die Festländer wurden von Sauriern beherrscht, Säuger waren klein, selten und undifferenziert. Gezeigt wir u.a. der Schädel eines Tyrannosaurus rex und eine Sedimentplatte mit einem Fußabdruck des Sauriers. Koniferen, Palmfarne, Farne und Gingkos beherrschten die Pflanzenwelt. Das Meer war von fremdartigen wirbellosen Tieren bevölkert. Die Fremdartigkeit der Kreidewelt wird auch durch ein Poster weiter erläutert, das die Weltkarte einer Wasserwelt mit eisfreien, bewaldeten Polen und verschiedenen Lebensgemeinschaften darstellt.

Die Grenze zwischen den Erdzeitaltern Kreide und Tertiär ist durch das große Artensterben vor 65 Millionen Jahren definiert. Der Grund für diese Auslöschung der Pflanzen- und Tierwelt wird bis heute heftig diskutiert. Der Einschlag eines 10 Kilometer großen Meteoriten ist eine ernsthafte Überlegung. Vor einigen Jahren hat man einen riesigen, unter Sedimenten begrabenen und untermeerisch gelegenen Einschlagskrater auf der Yukatan-Halbinsel in Mexiko entdeckt, der vor 65 Millionen Jahren von einem Meteoriten verursacht wurde, und der für das große Artensterben an der Kreide-Tertiär-Grenze verantwortlich sein könnte. Dieses Ereignis wird dargestellt. Begleitend werden die verschiedenen Arten von Meteoriten, deren Herkunft und ihr Weg zur Erde erläutert. Die Besucher können typische Mikrofossilien und Gesteine der Kreidezeit, Meteoritenmaterial (unter anderem ein Marsmeteorit), Sauriereierschalen und Saurierknochen unter dem Mikroskop betrachten.

Zu den zahlreichen Angeboten gehört auch eine Führung durch den Barbara-Stollen, ein Bergwerksstollen unter dem Hauptgebäude der Kölner Universität.

Weitere Informationen können im Internet unter http://www.planeterde.de abgerufen werden.


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Verantwortlich: Eva Faresin


Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web unter http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/.
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