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Landesbeauftragter für Datenschutz referierte über Privatsphäre im 21. Jahrhundert

03.02.2011 - (idw) Hochschule Harz, Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH)

Mit ungebrochen hohem Interesse wurde auch die Februar-Veranstaltung der GenerationenHochschule zum Thema Privatsphäre im 21. Jahrhundert aktuelle Themen des Datenschutzes von rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Harz-Region besucht. Begrüßt wurden die GenerationenHochschul-Studierenden zum Vortrag von Dr. Harald von Bose, Landesbeauftragter für den Datenschutz in Sachsen-Anhalt, durch Michael Schilling, Kanzler der Hochschule Harz. Uns umgibt heute eine Vielzahl von Informationssystemen, angefangen vom Handy, das Bewegungsdaten speichern kann, bis hin zur Kreditkarte, die unseren Standort preisgibt. Aber wollen wir das? Allein kann keiner mehr den Überblick behalten, wir brauchen deshalb jemanden, der mit für die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen sorgt, leitete der Hochschul-Kanzler treffend das viel diskutierte Thema ein.

Privates wird zunehmend öffentlicher und bleibt nicht mehr nur in unseren vier Wänden, begann Dr. Harald von Bose seinen zweistündigen Vortrag und gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung und den Wertewandel im Bereich der Privatsphäre und des Datenschutzes seit den 70er Jahren. Dabei hob der erfahrene Referent hervor, dass unser sonstiger Argwohn der Technik gegenüber verschwinde, da durch den täglichen Umgang ein zunehmender Gewöhnungseffekt eintrete. Über das Internet, insbesondere durch die Sozialen Netzwerke wie Facebook, geben wir freiwillig vielerlei Informationen preis, allerdings sollten wir dies nicht ohne eine gewisse Skepsis tun. Auch diejenigen, die meinen, sie hätten nichts zu verbergen, können nicht wissen, wie weit ihre Daten vernetzt, verbreitet und verwendet werden. Doch nicht nur durch unser eigenes Zutun werde die Privatsphäre zunehmend transparenter. Auch die Wirtschaft, die Verbraucherdaten für eventuelle Werbevorteile sammelt, und unverändert auch der Staat insbesondere im Bereich der inneren Sicherheit, würden zu dieser Entwicklung beitragen.

Im zweiten Teil erläuterte von Bose technische Maßnahmen für mehr Privatsphäre, wie beispielsweise einen noch nicht ausgereiften digitalen Radiergummi sowie die Notwendigkeit einer Modernisierung des Datenschutzrechts, da Daten in immer komplexeren Systemen weitergeleitet würden, die kaum noch kontrollierbar seien. Dabei betonte er, dass jeder selbstständig ein Bewusstsein und eine Sensibilität für Datenschutz entwickeln müsse. Wer etwas zu verbergen hat, darf deshalb kein schlechtes Gewissen haben. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, den Bürger ausreichend vor Datenmissbrauch zu schützen, leidet die gesamte Gesellschaft, denn der Demokratiegedanke erfährt dadurch einen herben Vertrauensverlust, so der Datenschutzexperte abschließend.

Die nächste GenerationenHochschule findet am Dienstag, dem 1. März 2011, zwischen 17 und 19 Uhr im AudiMax auf dem Wernigeröder Campus statt. Dr. Elke Stolze, Wissenschaftlerin aus Halle, referiert über Die ersten FrauenStimmen aus der Region Sachsen-Anhalt in Parlamenten der Weimarer Republik. Anmeldungen für diese Veranstaltung sind online möglich. Hier sind ebenfalls das gesamte Veranstaltungsprogramm sowie fotografische Impressionen abrufbar. Weitere Informationen: http://www.generationenhochschule.de
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