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Gymnasiasten aus fünf Bundesländern besuchten Planspiel G8-Gipfel der Zeppelin Universität

09.02.2011 - (idw) Zeppelin University

Warum nicht statt die Schulbank zu drücken an einer Hochschule internationale Politik erforschen und live nacherleben: Das sagten sich 45 Oberstufenschüler aus Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Gemeinsam absolvierten die Gymnasiasten jetzt das mehrtägige Planspiel G8-Gipfel an der Zeppelin Universität (ZU) in Friedrichshafen. Man konnte sehr genau verstehen, wie Politik funktioniert. Es wurde ein Bewusstsein geschaffen, warum politische Prozesse manchmal so schleppend vorangehen, denn zahlreiche Interessengruppen versuchen ihren Einfluss geltend zu machen und durchzusetzen, berichtet beispielsweise Fabian Bärwigg von der Friedrichshafener Hugo-Eckener-Schule über die Erfahrungen während des Planspiels, außerdem haben wir aber auch teilweise Respekt für unsere Politiker empfunden, da sie unter einem enormen Druck stehen, wenn es darum geht, Resolutionen oder Gesetze auf den Weg zu bringen.

Ein ganzes Wochenende lang befassten sich die Teilnehmer in Seminaren, Kleingruppenarbeit und im Plenum dabei mit einem realistischen Szenario internationaler Politik. Und das sah so aus: Bergarbeiter in einer Erzmine im Ostkongo arbeiten unter lebensbedrohlichen Bedingungen, während sie Materialien abbauen, die die Industrie zur Herstellung von Handys, Laptops und Digitalkameras benötigt. Gleichzeitig werden mit den Gewinnen aus dem Verkauf der Rohstoffe Kriege finanziert, die die Region destabilisieren. Menschenrechtsorganisationen mobilisieren zu Demonstrationen, in der Zivilgesellschaft formiert sich Widerstand, und auch die meisten Staaten haben kein Interesse an instabilen Regionen. Wie gehen nun die Teilnehmer des G8-Gipfels als Regierungsvertreter oder Vertreter einer Nichtregierungsorganisation mit diesem Konflikt um und welche Lösungen finden sie?

Die Schüler waren eingeladen, in die Rollen führender Staatenlenker und Professionsdemonstranten zu schlüpfen und gemeinsam zu erfahren, wie schwer es sein kann, gesellschaftliche Konflikte auszuhandeln, erklärt Dr. Saskia Richter, Politikwissenschaftlerin am Civil Society Center (CiSoC) an der ZU und akademische Leiterin des Projekts die Lernziele, sie erhielten so Einblicke in den Ablauf internationaler Verhandlungen und sie entdeckten, wie Präferenzen nationaler Regierungen gebildet und international vertreten werden, welchen Einfluss Protestbewegungen haben können und unter welchen Vorraussetzungen gesellschaftliche Kompromisse möglich sind.

Es war das erste Mal, dass die ZU eine derartige Veranstaltung ausgerichtet hat. Die Teilnehmer waren von ihren jeweiligen Schulen ausgewählt worden und erhielten von der ZU für die Zeit der Veranstaltung ein Vollstipendium für Unterkunft und Verpflegung. Wegen des großen Erfolges ist es angedacht, das Planspiel im kommenden Jahr erneut anzubieten. Zitat: Das Planspiel G8-Gipfel war ein großartiger Erfolg! Wenn die wirkliche Welt wie die Schüler an der ZU verhandeln würden, dann würden Globalisierungskritiker und Industrievertreter an einem Strang ziehen, resümiert Dr. Saskia Richter die Veranstaltung.
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