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Alt sein und gesund werden: Leitlinien-Tagung zu akutmedizinischer Versorgung von Älteren

08.08.2003 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

PM 99/2003

Mecklenburg-Vorpommern hat wieder einmal die Nase im Wind. Was in den anderen Bundesländern erst in zehn Jahren so weit sein wird, haben wir dank jugendwegzugbedingter Alterspyramide schon jetzt: überportional viele ältere Menschen sind in Krankenhäusern Patienten. Während andere Länder (Belgien, Niederlande, Schweiz) Sterbehilfe laut diskutieren, laden drei Greifswalder Uniklinikchefs (Profs. Michael Wendt/Anästhesie und Intensivmedizin, Stephan Felix/Kardiologie und Claus-Dieter Heidecke/Chirurgie) zum ersten Greifswalder Sommersymposium "ALPHA 2003". Das steht für "A-kutmedizinische L-eitlinien für P-atienten im h-öheren A-lter". Und es geht bei der Konferenz im Krupp-Kolleg bei Leibe nicht um Hilfe zum Ende, sondern um Hilfe am Ende eines immer längeren Lebens.

Auch das Organisationskomitee spiegelt das nötige Zusammenwirken der medizinischen Disziplinen wider, da ältere Patienten neben den Beschwerden, deretwegen sie operiert werden, oftmals Begleiterkrankungen haben (Bluthochdruck, Diabetes). Die Organisatoren Profs Christian Lehmann (Anästhesie/Intensivmedizin), Ralf Ewert (Pulmologie), OA Albrecht Stier (Chirurgie), Torsten Fix (Anästhesie), Ines Scheer (ltd. Stationsschwester auf der Intensivstation I) haben drei Symposien in einem zusammengestellt. Am 27. August sprechen beim Vorsymposium vier Renommierte zur "Kostenexplosion im Gesundheitswesen": Profs Jekabs Uldis Leititis (Göttingen) zu Fallpauschalen (DRG) bei Älteren, Karl Lauterbach (Köln) zu staatlicher Steuerung, Torbjörn Svensson (Lund) über das schwedische Modell und Kultusminister Hans-Robert Metelmann (Schwerin) zu Zukunftskonzepten. Beim Hauptkongreß (28./29. 8.) sollen für die Bereiche "Risikoevaluation" (also vor einer Operation), "Perioperative Optimierung", "Operativ technische Optimierung", "Intensivmedizin", "Aktivierung des Patienten" Leitlinien vorgestellt werden. Leitlinien helfen intensiv, möglichst nichts zu übersehen bei der Behandlung Schwerkranker. Die Leitlinien-Statements sind jeweils das Ende einer intensiven Vortragsreihe zuvor. Das dritte Symposium widmet sich der Pflege intensivmedizinisch behandelter Älterer, von der psychischen Betreuung über die Vermeidung von Infektionen bis zu Physiotherapie und auch Sterbebegleitung.

Die Uni ist für schwierige Fälle da, selbst Nach- und Folgeoperationen kommen vor. Wissenschaftlich untersucht dies in einer "Optimierungsstudie" Oberarzt Matthias Gründling (Anästhesie). So werden schon Stunden vor einem Eingriff die Patienten vorbehandelt, bekommen eine "Luxus"-, also wohl Normaldurchblutung, Flüssigkeit; hinterher ist die Betreuung nicht weniger intensiv. Alles Thema der Tagung im Krupp-Kolleg.

Infos:
Prof. Dr. med. Christian Lehmann, Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Loeffler-Str. 23, 17487 Universität Greifswald,
Tel. 03834-86-5806, Fax 03834-86-5854, christian.lehmann@uni-greifswald.de
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