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Neues Hochschulauswahlverfahren erfolgreich gestartet

09.08.2003 - (idw) Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Zum kommenden Wintersemester wird an baden-württembergischen Hochschulen in allen Studiengängen mit örtlicher Zulassungsbeschränkung erstmals ein umfassendes Auswahlverfahren eingeführt. "Die Hochschulen sind hierfür gut vorbereitet. Sie haben inzwischen Satzungen erarbeitet, in denen der Ablauf der Auswahlverfahren im Einzelnen geregelt ist", erklärte Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg. "Baden-Württemberg hat damit bei der Einführung der Selbstauswahl bundesweit eine Vorreiterrolle eingenommen."

Grundlage dieser Neuregelung ist das "Gesetz zur Änderung auswahlrechtlicher Vorschriften im Hochschulbereich", das zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist. Es legt fest, dass in Fächern mit örtlicher Zulassungsbeschränkung die Selbstauswahlquote von bislang 40 auf 90 Prozent erhöht wird. An den Landesuni-versitäten werden im Studienjahr 2003/04 rund 40 Prozent der Studienanfängerplät-ze in Fächern mit örtlichem Numerus clausus vergeben. An den Pädagogischen Hochschulen sind es 56 Prozent, an den Fachhochschulen 96 Prozent. Damit sind von der Neuregelung insgesamt rund 60 Prozent aller Studienanfängerplätze betrof-fen. Fächer mit örtlicher Zulassungsbeschränkung sind nicht zu verwechseln mit Fächern mit bundesweiten Zulassungsbeschränkung: Während letztere über die Zentralstelle für Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund vergeben werden, erfolgt die Vergabe von Studiengängen in Fächern mit örtlicher Zulassungsbe-schränkung durch die Hochschulen selbst.

"Das Wissenschaftsministerium fördert die Entwicklung innovativer Auswahlverfah-ren mit rund 850.000 Euro mit Mitteln aus dem Bündnis für Lehre", sagte Franken-berg. "Darüber hinaus finanziert das Land den bereits seit einigen Jahren mit gro-ßem Erfolg eingesetzten Studierfähigkeitstest für betriebswirtschaftliche Fächer an Fachhochschulen." Der Minister verwies auch auf das Aktionsprogramm "Studie-rendenAuswahl" des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft und der Landesstiftung Baden-Württemberg. "Die Institutionen fördern mit je 750.000 Euro einerseits die Entwicklung qualitativ hochwertiger Auswahl- und Eignungsfeststel-lungsverfahren an baden-württembergischen Hochschulen und andererseits die Forschung in diesem Bereich", erläuterte Frankenberg. Dadurch sollen andere Bun-desländer ermutigt werden, das Modell der Selbstauswahl zu übernehmen. "Die Entscheidung des Stifterverbandes, das Programm gerade in Baden-Württemberg einzurichten, ist eine besondere Auszeichnung", so Frankenberg.

Der Minister unterstrich, dass die Auswahl der Studierenden durch die Hochschulen eine zentrale Voraussetzung für ein wettbewerbliches und international konkurrenz-fähiges Hochschulsystem sei. "Individuelle und leistungsorientierte Auswahlverfah-ren ermöglichen es, Neigungen und Fähigkeiten der angehenden Studierenden mit den jeweiligen Anforderungen der Studiengänge in Einklang zu bringen. Damit wer-den die Hochschulen im Wettbewerb um die besten Köpfe konkurrenzfähiger. Gleichzeitig werden Studiendauer und Studienabbrecherzahlen sinken." Frankenberg stellte heraus, dass die Ausgestaltung der Hochschulauswahlverfahren Sache der Hochschulen sei. Das Ministerium habe lediglich Rahmenvorgaben gemacht. So seien bei der Auswahl die Kernfächer Deutsch, Mathematik und eine fortgeführte Fremdsprache berücksichtigen. Daneben können die Hochschulen die Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung, vorhandene Berufserfahrungen und abgeleistete Praktika sowie außerschulische Leistungen, das Ergebnis eines schriftlichen Tests oder eines Auswahlgesprächs sowie Einzelnoten der Hochschul-zugangsberechtigung heranziehen.

"Die Hochschulen haben beim Erarbeiten der einzelnen Satzungen großes Enga-gement gezeigt", betonte Frankenberg. "Die Einführung der Selbstauswahl bedeutet für sie einen enormen Arbeitsaufwand, aber ich bin davon überzeugt, dass sich dies künftig auszahlen wird: Die Erfahrungen zeigen, dass Studierende, die von den Hochschulen selbst ausgewählt werden, motivierter und leistungsfähiger sind. Und umgekehrt bedeutet die Selbstauswahl für die Hochschullehrerinnen und -lehrer einen Motivationsschub bei der Betreuung der Studierenden."

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