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Sehen, hören, bewegen Patientendaten interaktiv und multimedial

18.02.2011 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

Wissenschaftler integrieren 3D-, Bild- und Tonaufnahmen in PDF-Dateien Sie möchten Ihr schlagendes Herz elektronisch versenden? Nicht nur Wissenschaftler und Ärzte, sondern auch Verliebte können sich diesen Wunsch jetzt erfüllen. Forscher der Charité Universitätsmedizin Berlin haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitätsklinika in Jena und Münster, dem Bundeswehrkrankenhaus Berlin sowie der in Erlangen ansässigen Firma 3D-Shape GmbH erstmals multimediale Patientendaten in eine elektronische Veröffentlichung eingebettet. Die Wissenschaftler um Dr. Alexander Ziegler vom Institut für Immungenetik der Charité versprechen sich von diesem neuen Ansatz eine nachhaltige Verbesserung der Transparenz sowie der interdisziplinären Kommunikation von wissenschaftlichen 3D-, Audio- und Videoinhalten.

Wie die Forscher nun im Fachblatt BMC Medicine* schreiben, bietet diese neue Form der medizinischen Publikation die spannende Möglichkeit, Multimediadaten direkt in elektronische Schriftstücke zu integrieren. Hierzu machten sich die Wissenschaftler die Möglichkeiten des weit verbreiteten Dateityps PDF zunutze, die es erlauben, Multimedia-Formate wie z.B. MP3-Dateien in ein Dokument einzubinden. So beinhaltet der online frei verfügbare Artikel eine kurze Ultraschall-Videosequenz eines schlagenden menschlichen Herzens sowie die O-Töne eines Patienten mit schwerer Schlafapnoe, einem Beschwerdebild welches durch Atemstillstände während des Schlafs verursacht wird. Weiterhin enthält der Artikel interaktive 3D-Modelle eines Gesichtes und eines menschlichen Gehirns. Zum Abspielen der Multimedia-Inhalte reicht die weltweit millionenfach auf Rechnern installierte und frei verfügbare Adobe Reader-Software ab Version 9 aus.

In ihrer Veröffentlichung betonen die Forscher, dass die Möglichkeit der Zusammenführung von Text- und Multimediadateien in einem einzigen Dokument nicht nur die Digitalisierung im medizinischen Publikationswesen, sondern auch in Forschung und Lehre vorantreiben wird. Enormes Potential sehe ich insbesondere bei der Gestaltung und Aufbereitung medizinischer Unterrichtsmaterialien von Vorlesungen, Seminaren und elektronischen Textbüchern erklärt Alexander Ziegler. Die Einbettung eines interaktiven 3D-Modells einer komplizierten biologischen Struktur in ein leicht zu bedienendes PDF-Dokument wird sicher für die Lehre künftig eine wichtige Rolle spielen.

*Ziegler et al.: Effectively incorporating selected multimedia content into medical publications. BMC Medicine 2011 9:17. doi:10.1186/1741-7015-9-17

http://www.biomedcentral.com/1741-7015/9/17
Die interaktive PDF-Version kann durch Klick auf "PDF" (oben rechts) heruntergeladen werden (18 MB)

Kontakt:
Dr. rer. nat. Alexander Ziegler
Institut für Immungenetik
Charité - Universitätsmedizin Berlin
alexander.ziegler@charite.de Weitere Informationen: http://www.biomedcentral.com/1741-7015/9/17
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