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Deutsche wünschen sich Olympische Spiele in München

21.02.2011 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Sportökonomen der Universität Jena erheben Meinung der Bevölkerung zur Olympia-Bewerbung München bewirbt sich um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018. Neben Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (Südkorea) ist die bayrische Landeshauptstadt offizielle Kandidatenstadt. Glaubt man der aktuellen Berichterstattung in den Medien, so stehen viele Deutsche der Olympia-Bewerbung kritisch gegenüber. Tatsächlich jedoch ist die Stimmung in der gesamtdeutschen Bevölkerung positiv und der größte Teil der Deutschen würde sich explizit über Olympische Spiele 2018 in München freuen, sagt Prof. Dr. Frank Daumann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Professor für Sportökonomie und sein Team haben in einer repräsentativen Umfrage über 800 Deutsche im Alter zwischen 16 und 75 Jahren zu ihrer Einstellung zur Olympia-Bewerbung befragt und ihre Ergebnisse jetzt veröffentlicht (http://www.uni-jena.de/unijenamedia/PM_Sportoekonomie).

Demnach hätten lediglich neun Prozent der Deutschen Vorbehalte gegenüber einer deutschen Olympiabewerbung. Dabei hat der Prestigewert der Olympischen Spiele den Charakter eines öffentlichen Gutes, sagt Studienleiter Daumann. Allerdings ist die Bereitschaft, die Finanzierung der Olympischen Spiele in Deutschland über eine einmalige Sonderabgabe zu unterstützen, nur sehr gering ausgeprägt. Lediglich ein Fünftel der Bevölkerung würde die Olympischen Spiele in München monetär unterstützen. Die dabei theoretisch einzunehmenden 66 Millionen Euro wären in Anbetracht der geschätzten Gesamtkosten von ca. drei Milliarden nur ein Bruchteil vom notwendigen Budget, so Prof. Daumann. Dabei sei sich ein Großteil der Deutschen der Höhe der Kosten einer Austragung Olympischer Spiele nicht bewusst. Die Mehrheit der Deutschen unterschätzt den finanziellen Rahmen oder hat gar keine Vorstellung davon, erläutert Benedikt Römmelt, wissenschaftlicher Mitarbeiter in Daumanns Team.

Generell, so ein weiteres Ergebnis der Jenaer Studie, können Megasportevents das Interesse am Gastgeberland und dessen Kultur fördern. Dies gilt insbesondere für Schwellenländer wie Südafrika oder Brasilien, die von einem Imagegewinn durch sportliche Großveranstaltungen profitieren können, sagt Benedikt Römmelt. Bestes Beispiel, so der Sportökonom, sei die Fußball-WM in Südafrika im vergangenen Jahr. Fast zwei Drittel der Deutschen sind sich sicher, dass die Austragung eines sportlichen Großereignisses dem Gastgeberland zu einem größeren internationalen Ansehen verhelfe. Bei etwa einem Drittel der Deutschen treten nachhaltige Imagewirkungen für das jeweilige Gastgeberland ein. Sie gaben an, sich langfristig an die Austragungsorte von großen Sportevents erinnern zu können.

Ein häufiger Diskussionspunkt bei der Vergabe sportlicher Großereignisse an Schwellenländer ist die Frage der Sicherheitsrisiken für Sportler und Sporttouristen. Diese Frage sehen die meisten Deutschen allerdings eher unkritisch: Laut der Studie der Jenaer Sportökonomen sieht nur ein Drittel der Deutschen in Megaevents, die in Schwellenländern veranstaltet werden, ein Sicherheitsrisiko für Sportler und Zuschauer.


Wo die Winterspiele 2018 tatsächlich stattfinden werden, darüber entscheidet das Internationale Olympische Komitee übrigens am 6. Juli 2011.

Kontakt:
Prof. Dr. Frank Daumann, Benedikt Römmelt
Institut für Sportwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Seidelstraße 20, 07743 Jena
Tel.: 03641 945703
E-Mail: frank.daumann[at]uni-jena.de, benedikt.roemmelt[at]uni-jena.de Weitere Informationen: http://www.uni-jena.de/unijenamedia/PM_Sportoekonomie http://www.uni-jena.de
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