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Usnaym? Vßdom? Usedhom? Die Quellen- und Literatursammlung von Orten auf Rügen und Usedom

29.05.2002 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Wer heute nach Dumsevitz bei Bergen auf Rügen reist, ahnt kaum, daß er sich noch 1582 in Duntzeuitze befunden hätte. Wer heute in den Ort mit dem lieblichen Namen Dumsevitz bei Garz auf Rügen reist, kann wissen, daß er sich 1342 nach Dummassevicze hätte fragen müssen, um gut anzukommen.

Denn wer bis 2001 oder gar 2002 Zeit hatte, nahm sich fortan die drei kleinen Niemeyers zur Hand. Manfred Niemeyer, Prof. für Slawistik in Greifswald, gab in der Reihe "Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde" die zwei Bände "Rügen I - A - M" und "Rügen II - N-Z" und den Band Ostvorpommern I - Usedom" hinaus, jeweils als "Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen" gekennzeichnet.

Der Reisende erfährt, daß Kowall auf Rügen sich einst Kuhwall schrieb, aber aus dem Slawischen Kowali kommt, was so etwas wie Schmiededorf heißen soll, während Schloß Kartzitz auf Rügen aus karcz, dem Baumstamm, enstand, aber auch mit dem slowakischen krsek (Zwerg) verwandt sein könnte. Kartzitz steht wundersamerweise noch, viele andere Orte sind nur als Wüstungen gelistet.

Die längste Liste dürfte wohl der Ort Usedom einnehmen. Von der "civitas Uznoim" (1128) über Vsznam (1240), Uszenym (1298) führt der Weg über Usedomb (1688) bis nach Usedom, dem Ort nahe der Mündung (uznam) der Peene in die Ostsee. Wer im Hafen von Krummin auf Usedom schon einmal bei Sprossergesang Bratkartoffeln und Brot genoß, wird einverstanden sein, daß Crominino (1230) von krom, der Brotschnitte, stammt, während andere den Ort sagenumwoben mit dem bulgarischen Prinzen Krumü verbinden.

In Zweifelsfragen hilft: selbst hineinvertiefen. Die Bände sind wohlfeil, kosten je 7 Euro. "Rügen I" von 2001 ist 131 Seiten stark (ISBN-3-86006-150-X); "Rügen II" von 2002 ist 129 Seiten dick (ISBN-3-86006-151-8); Ostvorpommern I - Usedom" von 2001 hat 99 Seiten (ISBN-3-86006-148-8). Und dann auf nach Krienke, Woorke oder Siggermow!
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