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Ein Wegbereiter der interdisziplinären Krebstherapie

12.08.2003 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher / Richtungsweisende Entwicklungen in der Strahlentherapie und Onkologie


Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher, Ärztlicher Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg. / Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg Am 12. August wird Prof. Dr. Dr. Michael Wannenmacher, Ärztlicher Direktor der Radiologischen Universitätsklinik Heidelberg, 65 Jahre alt. Über mehr als 30 Jahre hat er sich in besonderer Weise als Arzt und Wissenschaftler um die Behandlung von krebskranken Patienten verdient gemacht. Durch seine wissenschaftliche Exzellenz und seine integrative Persönlichkeit hat er immer wieder erreicht, dass verschiedene medizinische Fachrichtungen und Institutionen zum Wohle des krebskranken Patienten eng zusammenarbeiten. Dadurch konnten neue erfolgreiche Therapiemethoden etabliert und Strukturen geschaffen werden, die für die Krebsbehandlung in Deutschland und darüber hinaus richtungsweisend sind. Dazu gehören nicht zuletzt das "Comprehensive Cancer Centers", mit dessen Einrichtung 2003 am Universitätsklinikum Heidelberg, gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum, begonnen wurde, sowie die Schwerionen-Klinik zur Behandlung bislang unheilbarer Tumoren, deren Grundsteinlegung noch in diesem Jahr bevorsteht.

Nach einem Studium der Medizin und Zahnheilkunde in Würzburg, Münster und Zürich beschäftigte sich Prof. Wannenmacher schon frühzeitig mit der Strahlentherapie und habilitierte sich nach fachärztlicher Ausbildung 1973 an der Universität Münster. Auf Studienaufenthalte in Houston, Memphis und Oslo folgten 1976 die Professor für Radiologie der Universität Münster und ein Jahr später die Berufung als ärztlicher Direktor an die Abteilung Röntgen- und Strahlentherapie der Universität Freiburg. Den Ruf auf die Professur für Klinische Radiologie mit Schwerpunkt Strahlentherapie an der Universität Heidelberg nahm er 1987 an.

Prof. Wannenmacher hat sich stets weit über seine Dienstaufgaben hinaus - sowohl im Rahmen der Universität als auch in nationalen und internationalen Fachgesellschaften - für das Allgemeinwohl engagiert. Dafür wurde er im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Von 1979 -1986 war Prof. Wannenmacher Vorsitzender des Tumorzentrums Freiburg; seit 1997 ist er Sprecher des Lenkungsausschusses des Tumorzentrums Heidelberg/Mannheim. Das Amt des Leitenden Ärztlichen Direktors des Universitätsklinikums hatte er von 1984 -1987 in Freiburg und von 1990 -1993 in Heidelberg inne. Er war sowohl Dekan der Medizinischen Fakultät Freiburg als auch Prodekan der Medizinischen Fakultät Heidelberg. Vor allem den Neubau der Medizinischen Klinik, der im kommenden Jahr bezogen wird, hat er wesentlich befördert. Sein freundlicher und engagierter Einsatzes hat ihm die Wertschätzung aller Beteiligten eingebracht , da er es vorbildlich versteht auch gegensätzliche Interessen im Sinne des Ganzen zu harmonisieren.

Die hohe Akzeptanz findet sich auch auf nationaler und internationaler Ebene in den Fachgesellschaften wieder: Prof. Dr. Wannenmacher war von 1985 -1991 Vorsitzender der Sektion Radioonkologie der Deutschen Röntgengesellschaft, von 1988 -1992 Vizepräsident und von 1992-1996 der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft. In diesem Amt hatte er es vortrefflich verstanden, die interdisziplinäre Kommunikation zum Wohle der Patienten zu verbessern und dabei mit enormen persönlichem Einsatz in der Krebsgesellschaft Strukturen geschaffen, die der Verbesserung der Patientenversorgung deutschlandweit nachhaltig dienen.

Zu seinen wissenschaftliche Schwerpunkten mit mehr als 360 Veröffentlichungen gehören der Einsatz radiosensibilisierender Substanzen, der Behandlung von Systemerkrankungen sowie Untersuchungen zur Schwerionentherapie. Seiner Initiative ist ein Großprojekt, getragen von Großforschungseinrichtungen und der Radiologischen Universitätsklinik, zur Strahlenbehandlung mit schweren Teilchen zu verdanken, mit dem bislang unheilbare Hirntumoren behandelt werden können. Seine frühen Untersuchungen zu Reparaturvorgängen an Knochen und Weichteilgewebe unter Bestrahlung werden auch heute noch häufig zitiert und stellen wesentliche Grundlagen der Strahlentherapie da. Richtungsweisend waren ebenso seine Untersuchungen zur Kombinationsbehandlung von Chemotherapie und Radiotherapie, die eine spezielle Sensibilisierung der Tumorzellen ermöglichen. In Heidelberg liegt der Schwerpunkt der wissenschaftlichen Tätigkeit in der Weiterentwicklung von Methoden der Präzisionsbestrahlung.

Weitere Informationen:

Webseite der Abteilung Klinische Radiologie:
http://www.med.uni-heidelberg.de/rad/hpg/klinik.html

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/
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