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FH Biberach erhält Theo-Prax-Preis 2003

13.08.2003 - (idw) Fachhochschule Biberach

Für ein interdisziplinäres Projekt in der ehemaligen Sowjet-Republik Moldawien erhält die Fachhochschule Biberach den Sonderpreis der Theo-Prax-Stiftung. Jährlich schreibt die Stiftung mit Sitz in Pfinztal bei Karlsruhe einen Preis in den Kategorien Fachschulen, Gymnasien, Fachhochschulen und Universitäten aus. Gefragt sind Projekte in Kooperation mit der Wirtschaft, in denen Theorie und Praxis zusammengeführt werden. Das Projekt der Fachhochschule Biberach - ein Sozialzentrum nahe der moldawischen Hauptstadt Chisinau vom Entwurf bis zur Ausführung samt Spenden-Akquisition - bewertete die Jury als "besonders hervorragende Arbeit", die nicht vergleichbar sei mit den konkurrierenden Einsendungen

Den Preis in Höhe von 2000 Euro erhält die Gruppe von Professoren und Studierenden im September: In Vertretung von Schirmherrin Dr. Annette Schavan wird der Präsident des Oberschulamtes Stuttgart, Wulf-Michael Kuntze, die Fachhochschule Biberach dann mit dem Sonderpreis für hervorragendes soziales Engagement auszeichnen.
Das Sozialzentrum entstand als interdisziplinäres Projekt im Studiengang Gebäudetechnik/Gebäudeklimatik. Initiator ist der Student Johannes Angele, der als Zivildienstleistender Einblicke in Moldawiens Armut erhielt. Gemeinsam mit einem Pater der Steyler Missionare, die dort vor Ort arbeiten, entwickelte er die Idee von einem Sozialzentrum am Rande der Hauptstadt. Eine medizinische Ambulanz-Station, Kindergarten und eine Begegnungsstätte für die Gemeinde sollten dort entstehen.
Mit dieser Vision kam Angele an die Fachhochschule Biberach und fand bei Professoren wie Kommilitonen begeisterte Mitstreiter. Maßgeblich im Studiengang Gebäudeklimatik wurde das Projekt von den Professoren Dr. Alexander Floß und Dipl.-Phys. Andreas Gerber betreut und in die Lehre integriert; Studierende aus den Fachbereichen Architektur und Projektmanagement bezog man ein. Planung, Umsetzung und Ausführung der technischen Gebäudeausrüstung sowie Teile der Spenden-Akquisition übernahm die Gruppe mit viel sozialem Engagement. Mit 80 000 Euro Material- und Geldspenden beschafften die Studierenden etwa die Hälfte der Baukosten; durch rund 2000 Arbeitsstunden Eigenleistung in der Montage vor Ort sparten sie weitere 20 000 Euro ein.

Nach zwei Jahren Planung ist das "Sozialzentrum Stauceni" nun in Betrieb - Ende Juni wurde es offiziell eingeweiht. Betreut wird das Zentrum von der Steyler Mission Stauceni, die zugleich Bauherr ist, und dem Caritas-Verband Deutschland, der in Moldawien insgesamt zehn solcher Zentren aufbauen will.

Theoretisch erlerntes Wissen möglichst praktisch anzuwenden - dieses Motto hat sich die Theo-Prax-Stiftung auf die Fahnen geschrieben. Dazu gehören u.a. Projektarbeiten mit Ernstcharakter (an wirtschaftlichen und gesellschaftlich relevanten Themen) als eine wichtige Ergänzung zur überwiegend frontalen Wissensvermittlung. Projektarbeit in Gruppen fördere die Wissensanwendung, übe soziale Fähigkeiten und erzeuge die Motivation zur eigenständigen Schließung von Wissenslücken, heißt es in der Preisausschreibung. Mit der so genannte Lernmethode "TheoPrax" schulen die Initiatoren seit 1996 und Schüler, Lehrer, Studenten und Professoren im Projektmanagement an aktuellen Themen. Die Theo-Prax-Stiftung, gegründet im Juli 2001, unterstützt diese Ziele. Der Stiftung gehören unter anderen die Ernst & Young AG Stuttgart, die CSS GmbH Karlsdorf-Neuthard, das Frauenhofer Institut für Chemische Technologie und die Trumpft Werkzeugmaschinen GmbH & Co.KG Ditzingen als Gründerstifter an.
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